Polizei Köln stoppt Aufzug in der Innenstadt nach Angriffen auf Einsatzkräfte
Die Polizei Köln hat am Samstagnachmittag, 5. September, einen Aufzug in der Innenstadt gestoppt. Anlass waren nach Angaben der Polizei Angriffe auf Einsatzkräfte sowie wiederholte Verstöße gegen das Versammlungsgesetz.
Der Aufzug zum Thema „Frieden für alle auf der Welt“ setzte sich nach der Erörterung der vereinbarten beschränkenden Verfügungen und der Entfernung unzulässiger Fahnenstangen gegen 14.30 Uhr mit mehreren tausend Teilnehmenden in Bewegung. Unmittelbar nach Beginn des Aufzugs warfen teils vermummte Personen Farbbeutel auf ein Bankgebäude an der Komödienstraße und zündeten Pyrotechnik. Auf Höhe der Zeughausstraße griffen ebenfalls vermummte Teilnehmende die Einsatzkräfte mit Schlägen und Tritten an und besprühten sie mit Löschmitteln aus mitgebrachten Feuerlöschern.
Gegen 15.10 Uhr setzte die Polizei im Bereich Helenenstraße/Magnusstraße eine unfriedliche Gruppierung von rund 300 Teilnehmenden fest. Aus deren Reihen hätten mehrere vermummte Personen die Einsatzkräfte gezielt mit Stahlkugeln beschossen, teilte die Polizei mit. Die Metallkugeln seien teilweise noch in Uniformteilen aufgefunden und sichergestellt worden. Zudem seien Sachschäden an Einsatzhelmen entstanden. Aus der polizeilichen Umschließung heraus sei außerdem Pyrotechnik gezündet worden.
Nach Angaben der Polizei wurde zur Unterbindung weiterer Angriffe einfache körperliche Gewalt eingesetzt. Ein Teilnehmender habe versucht, nach der Dienstwaffe, ein anderer nach dem Einsatzmehrzweckstock eines Beamten zu greifen.
Mit Stand 21.30 Uhr hatten 11 Polizistinnen und Polizisten Verletzungen erlitten. Ein Polizist blieb nicht dienstfähig. Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs ein.
Während Einsatzkräfte am Nachmittag die Identitäten mutmaßlich an den Angriffen beteiligter Personen feststellten, entfernten sich friedliche Versammlungsteilnehmende zu einer Zwischenkundgebung auf den Friesenplatz. Dort wurde eine weitere Spontanversammlung angezeigt, die gegen 19 Uhr weitestgehend störungsfrei beendet wurde.
Im Zusammenhang mit der ursprünglichen Versammlung und den damit verbundenen Einsatzmaßnahmen wurden nach Angaben der Polizei im Bereich Helenenstraße/Magnusstraße weitere Spontanversammlungen angezeigt und kooperiert. Die in der Umschließung stehenden Personen wurden wegen der erwartbaren Dauer der Maßnahmen mit Getränken versorgt. Die Polizei stellte zudem mobile Toiletten auf. Personen, die in der Umschließung gesundheitliche Probleme äußerten, erhielten eine Versorgung durch medizinisch geschultes Personal.