Detmold startet Innenstadt-Offensive
Neues Modehaus, Seniorenfreundlichkeit und Parkkonzept prägen nachhaltige Stadtentwicklung bis 2029

Die Entwicklung der Detmolder Innenstadt steht erneut im Fokus der lokalen Gewerbetreibenden und Stadtpolitik. Beim ersten "Forum Innenstadt" lud Bürgermeister Frank Hilker Vertreter aus der Kernstadt zu einem konstruktiven Austausch über die nächsten Schritte der Stadtentwicklung ein. Besonders im Zentrum der Diskussion: die künftige Gestaltung der Exterstraße und Krumme Straße.
Stufenweise Gesamtentwicklung als Leitmotiv
Bürgermeister Frank Hilker stellte klar, dass mit der erwarteten Ansiedlung des Mode- und Sporthauses Klingemann aus Höxter und einer geplanten Roof-Top-Bar am Hornschen Tor ein wichtiger Meilenstein für die Innenstadt gesetzt wurde. Diese neuen Einrichtungen werden nach Auffassung Hilkers als "Frequenz-Magneten" fungieren und können den Startschuss für die weiteren Maßnahmen der Innenstadtplanung geben.
Im Rahmen seiner Ausführungen betonte der Bürgermeister, dass die Entwicklung von Exterstraße und Krumme Straße nicht als isoliertes Projekt betrachtet werden solle. Stattdessen müsse sie in die umfassendere, multifunktionale Gesamtentwicklung eingebettet sein. Einen entsprechenden Appell richtete er vor allem an den Stadtrat, der laut Hilker dieses Prinzip kürzlich vernachlässigt hatte.
Impulse aus Handelsforschung und Wirtschaft
Unterstützung erhält dieses Konzept durch das Institut für Handelsforschung Köln (IFH), das jüngst in Detmold eine europaweit beachtete Studie zur Zukunft der Innenstädte präsentiert hat. Die Studie sieht in multifunktionalen Ansätzen eine zentrale Voraussetzung für eine nachhaltige Stadtentwicklung.
Bürgermeister Hilker kritisierte, dass einige politische Akteure die Thematik rund um die Exterstraße und Krumme Straße losgelöst vom Gesamtkonzept behandelten. Er ließ offen, ob dies aus mangelndem Fachwissen oder als Teil einer wahlkampforientierten Strategie geschieht.
Schritt für Schritt: Zeitplan und Maßnahmen
Der Beginn der Bauarbeiten am Hornschen Tor ist für das nächste Jahr geplant. Parallel dazu sollen Kurzzeitparkplätze, die bisher im Baugebiet eingerichtet werden, in die Exterstraße und Krumme Straße verlagert werden. Ein Novum in Detmold ist die geplante Einrichtung einer Hol- und Bringzone für mobilitätseingeschränkte Menschen – ein Modell, das bundesweit Beachtung finden könnte.
Christian Schmidt, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Händler, setzt sich besonders für den Erhalt der 30-Minuten-Kurzzeitparkzone ein. Er sieht darin die Möglichkeit, den Innenstadtbesuch für alle Bevölkerungsgruppen attraktiver zu gestalten. Die geplanten Maßnahmen stoßen auch auf Zustimmung beim Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt.
Seniorenfreundliche Stadt als Ziel
Die neue Ein- und Ausstiegszone in zentraler Lage soll insbesondere älteren und eingeschränkten Personen eine optimale Teilhabe am städtischen Leben ermöglichen. Damit positioniert sich Detmold als Vorreiter für eine seniorenfreundliche Stadtgestaltung.
Blick in die Zukunft: Parkraum und Verkehrskonzept
Für die langfristige Planung kündigte Bürgermeister Hilker die Schaffung neuer Ersatzparkflächen und die Einführung eines Parkleitsystems im Innenstadtbereich an. Erst nach Fertigstellung eines neuen Parkhauses am Hornschen Tor und einer zusätzlichen Parkpalette in der Neustadt – frühestens im Jahr 2029 – soll die Situation der derzeit rund 50 Anwohnerparkenden und des Parksuchverkehrs in der Exterstraße/Krumme Straße neu bewertet werden.
Bis dahin rechnet die Stadtverwaltung – gemeinsam mit den Experten des IFH – mit weiteren Entwicklungen, deren genaue Auswirkungen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar sind. Bürgermeister Hilker betont, dass das bewährte Prinzip der schrittweisen, gut abgestimmten Maßnahmen beibehalten werden soll.
Kontinuität und Dialog bleiben Schlüssel
Die Verantwortlichen unterstreichen, dass die Innenstadtentwicklung als ein fortlaufender Prozess zu verstehen ist. Ein regelmäßiger Dialog mit den Gewerbetreibenden und der interessierten Öffentlichkeit ist dafür unerlässlich.
Mit dem nun eingeschlagenen Weg setzt Detmold auf Vernetzung, Innovation und Bürgernähe – entscheidende Faktoren für die Zukunftsfähigkeit der Innenstadt.
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