Neues Quartier Hornsches Tor: Start der Bauarbeiten nach den Sommerferien
Detmold plant ein gemischtes Quartier mit Handel, Büro, Wohnen, Hotel und Parkhaus – mit Verkehrsänderungen bis zur Fertigstellung Ende 2028.

Nach den Sommerferien sollen in Detmold die Bauarbeiten für das neue Quartier Hornsches Tor beginnen. Das Vorhaben am südlichen Eingang zur Altstadt soll nach Angaben der Stadt bis Ende 2028 fertiggestellt werden. Geplant ist ein gemischtes innerstädtisches Quartier mit Einzelhandel, Hotel, Parkhaus, Büroflächen und Wohnungen.
Stadt setzt auf Entwicklung in Eigenregie
Das Projekt wird über die städtische Tochter Detmolder Stadtentwicklungsgesellschaft weitgehend in Eigenregie entwickelt. Die Stadt hatte das Gelände ab 2020 nach eigenen Angaben mit dem Ziel der Neuentwicklung angekauft, nachdem das Areal zuvor über Jahre im Besitz internationaler Finanzfonds gewesen war und städtebaulich stagnierte.
Gebaut wird in enger Partnerschaft mit der LIST-Gruppe als Totalunternehmer. Für den Baustein mit Nahversorger und Hotel arbeitet die Stadt zudem in einer gemeinsamen Gesellschaft mit der Sander Immobilien Gruppe aus Detmold zusammen.
Die Stadt bezeichnet dieses Vorgehen als Variante des „Detmolder Modells“, bei dem kommunale Steuerung und privatwirtschaftliche Umsetzung verbunden werden. Laut Pressemitteilung wurde das Projekt bereits vom Einzelhandelsverband NRW als Best-Practice-Beispiel moderner Stadtentwicklung gewürdigt.
Diese Nutzungen sind vorgesehen
Auf einer Gesamtfläche von etwa 10.000 Quadratmetern sollen mehrere Nutzungen gebündelt werden.
- Im neuen Geschäftshaus an der Langen Straße soll das Modehaus Klingemann aus Höxter als Ankermieter auf mehr als 3.200 Quadratmetern Verkaufsfläche einziehen.
- Hinzu kommen moderne Büroflächen.
- Geplant sind zehn Wohnungen mit 50 bis 90 Quadratmetern Wohnfläche.
- Vorgesehen ist außerdem eine Rooftop-Bar mit Panoramablick über Schloss, Teutoburger Wald und Hermannsdenkmal.
- In Richtung Leopoldstraße soll im Erdgeschoss ein Edeka-Nahversorger entstehen.
- Darauf aufbauend ist ein B&B-Hotel mit rund 120 Zimmern geplant.
Bau beginnt mit dem Parkhaus
Die bauliche Umsetzung erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst wird das Parkhaus errichtet. Anschließend sollen Geschäftshaus sowie Nahversorger mit aufgesetztem Hotel zeitgleich folgen. Die Stadt bezeichnet das Parkhaus als technischen Dreh- und Angelpunkt der Gesamtmaßnahme.
Zum Auftakt der Arbeiten ist nach den Sommerferien Anfang September zunächst die Umschichtung von Recyclingmaterial vorgesehen. Dieses ist seit dem Abriss der früheren Galerie Hornsches Tor und des benachbarten Parkhauses an der Baugrube verblieben und soll nun in das Fundament der drei neuen Gebäude eingearbeitet werden.
Verkehrsführung und Sperrungen während der Bauphase
Im Zuge des Projekts soll die Hornsche Straße vierspurig ertüchtigt werden, um die Verkehrsströme von Autos, Bussen und Radfahrenden aufzunehmen. Zugleich kündigt die Stadt zeitweise unvermeidbare Sperrungen an.
Die Vollsperrung der Hornschen Straße ist nach der Andreasmesse Anfang Dezember vorgesehen und soll etwa ein Jahr dauern. Danach soll die Straße für ein weiteres Jahr einspurig in Richtung Spork-Eichholz befahrbar sein.
Für den Radverkehr ist während der gesamten Bauzeit eine Umleitung über Gartenstraße und Exterstraße vorgesehen. Fußgängerinnen und Fußgänger sollen den Bereich durch einen überbauten „Löwengang“ passieren können. Nach Angaben der Stadt ermöglichen Gucklöcher dort zugleich Einblicke in den Baufortschritt.
Die Auswirkungen der Sperrung sollen durch Umleitungen, Baustellenmanagement und kostenfreien Ersatzparkraum abgefedert werden. Als Ausweichflächen nennt die Stadt unter anderem den Großparkplatz Werrebogen sowie am Wochenende Parkplätze hinter der Sparkasse.
Klimaanpassung als Teil des Konzepts
Nach Darstellung der Stadt spielt auch die Klimaanpassung bei dem Vorhaben eine wichtige Rolle. Wo wegen der baulichen Situation und des begrenzten Platzes keine Straßenbäume möglich seien, seien begrünte Fassaden und Gründächer vorgesehen. Außerdem soll erstmals bundesweit ein wasserdurchlässiger Klima-Aktivstein verbaut werden. Hinzu kommen unterirdische Zisternen, die Regenwasser nutzbar halten sollen.
Informationsportal zur Baustelle gestartet
Begleitend zur Bauphase setzt die Stadt auf ein zentrales digitales Informationsangebot. Über das Portal sollen aktuelle Baufortschritte und Verkehrsführungen abrufbar sein. Außerdem kündigt die Stadt einen individualisierbaren Berufsverkehrsticker mit datenbasierten Empfehlungen für Wege zur Arbeit oder zu anderen Zielen an.
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