Rote Kugel in Detmold geborgen
THW sicherte Kunstskulptur nach nächtlichem Vorfall – Polizei sucht Zeugen

Die Bergung der "Roten Kugel" nach einem nächtlichen Vorfall hat am Sonntag in Detmold für Aufsehen gesorgt. Nur zehn Stunden nachdem das bekannte Kunstwerk auf eine Straße gerollt worden war, gelang es den Einsatzkräften des Technischen Hilfswerks (THW) aus Detmold und Bielefeld, die schwere Skulptur zu sichern und für den Weitertransport vorzubereiten. Unterstützung erhielt das THW von der Polizei Lippe, die den Einsatz begleitete.
Hergang des Vorfalls und Maßnahmen der Behörden
In den frühen Morgenstunden des 11. Mai, gegen 3.36 Uhr, wurde die Polizei Lippe alarmiert: Unbekannte hatten die "Rote Kugel" – ein markantes Kunstwerk am Kreisverkehr Anne-Frank-Straße – aus ihrer Verankerung gelöst. Die circa zwei Tonnen schwere Kugel rollte unkontrolliert die Richthofenstraße hinab und kam nach etwa 50 Metern in einem Gebüsch zum Stillstand.
Glücklicherweise kam es dabei weder zu Verletzten noch zu nennenswertem Sachschaden. Polizei und Feuerwehr waren umgehend vor Ort, um weitere Gefahren zu verhindern und die Lage zu sichern.
Koordinierte Bergung am Sonntagmorgen
Am Vormittag baten die Städte Detmold und Bielefeld die Polizei um Amtshilfe für die Bergung. Unter der Leitung von Timo Mar gelang es dem THW, das Kunstwerk mit technischen Mitteln auf einen Tieflader zu heben. Der gesamte Bereich wurde währenddessen umfassend abgesichert. Anschließend wurde die "Rote Kugel" zum Bauhof der Stadt transportiert.
Reaktionen und Einschätzung des Bürgermeisters
Bürgermeister Frank Hilker würdigte das Engagement aller Beteiligten und erklärte: "Alle Einsatzkräfte haben den Muttertag sicher anders vorgestellt. Umso beeindruckender finde ich, mit welcher Selbstlosigkeit sich die Helferinnen und Helfer eingesetzt haben – ohne eine Sekunde zu zögern." Zugleich zeigte er sich erschüttert angesichts des Vorfalls in der Nacht: "Das ist ein ungeheuerlicher Eingriff in den Straßenverkehr, der schlimmste Folgen haben hätte können. Man kann nur hoffen, dass niemand verletzt oder gar zu Tode gekommen ist."
Hilker richtet einen Appell an die Öffentlichkeit: Zeugen werden gebeten, ihre Beobachtungen der Polizei mitzuteilen. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass mehrere Personen an der Tat beteiligt waren.
Hintergrund: Schutzmaßnahmen und Sicherheitslücken
Im April war die Aufhängung der "Roten Kugel" an zwei Stellen gerissen, woraufhin umfangreiche Sicherungsmaßnahmen getroffen wurden. Das Kunstwerk wurde im Kiesbett verankert, mit Spanngurten und Ketten gesichert und zusätzlich mit Blöcken verkeilt. Dennoch gelang es den Tätern offenbar, in der Nacht zum Sonntag Sicherheitseinrichtungen zu überwinden, Bauzaun-Elemente zu öffnen und die Verankerung zu lösen.
Die Ermittlungen zum Vorfall laufen. Die Stadt Detmold prüft nun, wie die Sicherheit solcher Kunstobjekte künftig weiter verbessert werden kann.
Zeugenhinweise und Kontakt zur Polizei
Bürgermeister Frank Hilker bittet mögliche Zeugen, sich bei der Polizei Lippe zu melden, um zur Aufklärung des Vorfalls beizutragen.
Die Geschehnisse rund um die "Rote Kugel" werfen Fragen zur Sicherheit öffentlicher Kunst im städtischen Raum auf. Die lückenlose Zusammenarbeit der Einsatzkräfte zeigt jedoch, wie schnell und professionell in Ausnahmesituationen reagiert wird.
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