Todesmarsch von Palmnicken: Ein vergessener NS-Schauplatz
Zeitzeugin und Historikerin berichten am 29. Januar in der Stadtbibliothek Detmold
Im Rahmen des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus lädt die Stadtbibliothek Detmold am Donnerstag, 29. Januar, zu einer besonderen Veranstaltung ein: Unter dem Titel „Todesmarsch von Palmnicken – Erinnerung und Aufarbeitung eines unbekannten NS-Verbrechens an der Küste Ostpreußens“ wird ein bisher wenig beachtetes Kapitel der NS-Verbrechen ins öffentliche Bewusstsein gerückt.
Einblicke aus Zeitzeugenschaft und Wissenschaft
Im Mittelpunkt des Abends stehen die Erfahrungen der Zeitzeugin Margitta Sünwoldt aus Detmold sowie die historischen Perspektiven von Dr. Claudia Vollmer von der FernUniversität Hagen. Margitta Sünwoldt teilt ihre Erinnerungen an das grausame Verbrechen, das sie als junge Frau erleben musste. In ihren eigenen Worten: „Dieses furchtbare Erlebnis verschloss ich mir, ließ gedanklich Schnee darüber fallen.“ Damit beschreibt sie den Mord an tausenden vorwiegend jüdischen Frauen, dessen Zeugin sie wurde.
Dr. Claudia Vollmer vertieft die historischen Hintergründe des sogenannten Todesmarschs von Palmnicken. Die Wissenschaftlerin forscht zu Endphasenverbrechen des Nationalsozialismus und erläutert die Geschehnisse am Strand von Palmnicken. Dieser Ort, seit Kriegsende Teil der russischen Exklave Kaliningrad, war bis in die Mitte der 1990er Jahre kaum bekannt. Auch heute gilt die Aufarbeitung als nicht abgeschlossen.
Bedeutung der Erinnerungskultur
Die Veranstaltung findet am 29. Januar um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Detmold, Leopoldstraße 5, statt. Sie ist Teil des Gedenktages am 27. Januar und möchte sowohl informieren als auch dazu beitragen, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten. Gerade Verbrechen wie das Massaker von Palmnicken verdeutlichen die Notwendigkeit solcher Gedenktage: Bis heute ist die Geschichte dieses Ortes und seiner Opfer nicht vollständig erforscht oder im öffentlichen Bewusstsein verankert.
Details zur Teilnahme
Die Veranstaltung bietet sowohl Einblicke in persönliche Schicksale als auch wissenschaftliche Kontextualisierung eines bislang wenig bekannten Kapitels der NS-Geschichte. Sie lädt die Öffentlichkeit, insbesondere auch jüngere Generationen, ein, sich kritisch mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und einen Beitrag zur Aufarbeitung zu leisten.
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