Erkrath testet nachhaltige Pizzakartons
Online-Umfrage und Aktionen sollen Mehrweg-Lösungen fördern – Stadt kämpft zugleich mit hohem Haushaltsdefizit

Die Stadt Erkrath rückt aktuell zwei zentrale Themen in den Fokus: Zum einen lädt der Fachbereich Umweltschutz ∙ Klimaschutz Einwohnerinnen und Einwohner zur Beteiligung an einer Umfrage rund um nachhaltige Mehrweg-Pizzakartons ein. Zum anderen stehen angesichts eines drohenden Haushaltsdefizits in Höhe von rund 25,5 Millionen Euro massive finanzielle Sparmaßnahmen im Mittelpunkt, um die Handlungsfähigkeit der Stadt zu sichern.
Mehrweg-Pizzakartons: Umfrage für nachhaltige Lösungen
Noch bis zum 31. August haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, an einer Umfrage zum Einsatz von Mehrweg-Pizzakartons teilzunehmen. Der Fachbereich Umweltschutz ∙ Klimaschutz der Stadt Erkrath prüft damit das Meinungsbild sowohl von Verbraucherinnen und Verbrauchern als auch von Gewerbetreibenden, um die Einführung nachhaltiger Alternativen im Stadtgebiet zu evaluieren.
Das System funktioniert nach dem Prinzip des Pfands: Statt Einweg-Pappkartons könnten robuste, wiederverwendbare Behälter aus recycelbarem Material verwendet werden. Nach dem Genuss der Pizza geben die Kundinnen und Kunden die Box zurück, diese wird gereinigt und kann mehrfach zum Einsatz kommen. Ziel ist es, Verpackungsmüll zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu entlasten.
Die Teilnahme an der anonymen Umfrage erfolgt online über die Beteiligungsplattform des Landes Nordrhein-Westfalen. Alternativ können Interessierte an drei Aktionstagen auch direkt vor Ort mitmachen:
Beteiligungsplattform NRW – Umfrage Mehrweg-Pizzakartonshttps://beteiligung.nrw.de/portal/
Haushaltssteuerung: Stadt Erkrath verschärft Maßnahmen
Parallel zur Nachhaltigkeitsdebatte sieht sich die Stadt Erkrath mit erheblichen finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Die Prognose zeigt ein Haushaltsdefizit von etwa 25,5 Millionen Euro für das laufende Jahr – ein Anstieg um rund 10 Millionen Euro gegenüber dem bereits nachgebesserten Finanzplan. Belastungen im Sozial- und Jugendhilfebereich, Tarifsteigerungen beim Personal, geringere Einnahmen bei der Grundsteuer sowie erhöhte Ausgaben im Immobilienbereich sind zentrale Ursachen.
Bürgermeister Christoph Schultz und Stadtkämmerer Thorsten Schmitz betonen:
„Die gesamte kommunale Finanzarchitektur ist aus dem Gleichgewicht geraten. Die Stadt Erkrath steht vor gewaltigen finanziellen Herausforderungen, die nur mit tiefgreifenden strukturellen Veränderungen und klaren Sparmaßnahmen bewältigt werden können.“
Bereits nach dem Nachtragshaushalt wurden die Haushaltsmittel beschränkt. Nun wird die Ausgabenbewirtschaftung weiter verschärft. Alle Projekte und Maßnahmen werden einer strengen Notwendigkeits- und Prioritätsprüfung unterzogen. Zusätzlich prüft die Verwaltung die Erstellung eines Haushaltssicherungskonzeptes, das nach aktueller Rechtslage erforderlich ist, wenn Verluste in dieser Größenordnung drohen.
Die Verwaltung verfolgt das Ziel, trotz der angespannten Lage handlungsfähig zu bleiben – durch konsequente Planung, striktes Controlling und intensive Zusammenarbeit aller Fachbereiche. Ein aktualisierter Controlling-Bericht mit möglichen Konsequenzen wird im Herbst dem Haupt- und Finanzausschuss sowie dem Rat vorgestellt.
Stadt Erkrath: Haushalt und Finanzenhttps://www.erkrath.de/finanzen
Ausblick: Nachhaltigkeit und Haushaltsdisziplin im Fokus
Während die Erkrather Bürgerinnen und Bürger gefragt sind, bei der nachhaltigen Stadtentwicklung mitzumachen, ringt die Kommune gleichzeitig um finanzielle Stabilität. Klare Kommunikation, Bürgerbeteiligung und transparente Maßnahmen bleiben zentrale Bausteine für die nächsten Monate.
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