Erinnerungskultur in Linden: Neue Stele würdigt jüdische Geschichte

Feierliche Einweihung der 13. Station des Erinnerungsweges verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Gemeinschaft

Erinnerungskultur in Linden: Neue Stele würdigt jüdische Geschichte
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Mit einer feierlichen Einweihung hat die Evangelische Stadtakademie Bochum gemeinsam mit dem Hattinger Stadtarchiv die 13. Station des Erinnerungsweges "Jüdisches Leben in Bochum und Wattenscheid" im Bochumer Stadtteil Linden eröffnet. Die neue sogenannte Stele setzt ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen und würdigt die Bedeutung jüdischen Lebens in Linden und seiner engen Verflechtung mit der Nachbarstadt Hattingen. Rund 100 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil und unterstrichen so die gesellschaftliche Relevanz des Erinnerungsprojekts.

Bereicherung des Erinnerungsweges: Die neue Stele in Linden

Seit 25 Jahren etabliert die Evangelische Stadtakademie im gesamten Bochumer Stadtgebiet großformatige Informationstafeln – sogenannte Stelen –, um auf die vielfältige Geschichte jüdischen Lebens aufmerksam zu machen. Mit der feierlichen Einweihung in der Hattinger Straße 814a – direkt an der katholischen Liebfrauenkirche – würdigt die neue Stele erstmals die Geschichte des Stadtteils Linden.

Die aufwendig gestaltete Tafel beleuchtet auf zwei Seiten verschiedene Epochen: Sie widmet sich den Anfängen jüdischen Lebens ab den 1830er Jahren, der Entwicklung während der Weimarer Zeit und führt bis in die Gegenwart. Besonders im Fokus stehen die Lebenswege jüdischer Handwerks- und Kaufmannsfamilien, deren bürgerschaftliches Engagement zur Entwicklung Lindens wesentlich beigetragen hat.

Verbindung nach Hattingen – Religiöse und gesellschaftliche Verflechtungen

Die jüdische Gemeinschaft in Linden war immer eng mit der Nachbarstadt Hattingen verbunden. Stadtarchivar Thomas Weiß erläuterte den geschichtlichen Hintergrund: „1885 öffnete die Gemeinde zum Amt, und die Lindener wurden somit automatisch der Hattinger Synagogengemeinde zugeordnet. Mit der Eingemeindung des Stadtteils nach Bochum im Jahre 1929 gehörten sie bis zur NS-Zeit religiös zu Hattingen.“ Dieses enge Verhältnis spiegelt sich bis heute auf dem jüdischen Friedhof in Hattingen wider, wo zahlreiche Gräber von Juden aus Linden erhalten sind.

Wissensvermittlung und gesellschaftliche Verantwortung

Die feierliche Enthüllung der Stele wurde von Anja N. Stuckenberg, Leiterin der Evangelischen Stadtakademie, eröffnet. Dr. Manfred Keller, Initiator des Stelenweges, Stadtarchivar Thomas Weiß und die Historikerin Sabine Krämer präsentierten die Inhalte der Erinnerungstafel und erläuterten deren Bedeutung. Die Veranstaltung wurde zudem durch die Anwesenheit von Bezirksbürgermeister Marc Gräf und Staatsminister a.D. Franz-Josef Lersch-Mense, Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung, hervorgehoben.

Musikalische Begleitung und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Für den feierlichen Rahmen sorgten Schülerinnen und Schüler der Theodor-Körner-Schule aus Bochum mit musikalischen Beiträgen. Damit wurde nicht nur die Verbindung zur jüngeren Generation gestärkt, sondern auch ein gemeinsames Zeichen für Erinnerungskultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt gesetzt.

Bedeutung des Erinnerungsweges für die Stadtgesellschaft

Der Erinnerungsweg "Jüdisches Leben und Wattenscheid" ist längst ein fester Bestandteil der lokalen Erinnerungskultur. Jede Stele steht für eine wichtige Station und verdeutlicht den Beitrag jüdischer Bürgerinnen und Bürger zur Stadtentwicklung. Die neue Station in Linden erweitert das Spektrum der Themen und Zeitabschnitte, die sichtbar und erlebbar gemacht werden.

Die feierliche Eröffnung der 13. Stele macht deutlich: Erinnerungsarbeit ist ein zentraler Teil der städtischen Kultur und Identität. Sie zeigt, wie wichtig es ist, Geschichte gemeinsam sichtbar und zugänglich zu machen – damit das Wissen um das jüdische Leben in Linden und Hattingen erhalten bleibt.

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