Hattingen setzt auf sozial geförderte Reihenhäuser

Bebauungsplan „Am Ruhr“ wird überarbeitet – mehr Eigentum, Naturschutz und Bürgerbeteiligung geplant

Hattingen setzt auf sozial geförderte Reihenhäuser
Bild zum Beitrag© Hattingens Redaktion

Im Hattinger Stadtteil zwischen Habichtstraße und Elfringhauser Straße nimmt das städtebauliche Projekt "Am Ruhr" erneut konkrete Formen an. Im Zentrum steht eine Anpassung des Bebauungsplans, die einen Kurswechsel im Bereich geförderten Wohnraums vorsieht: Statt der ursprünglich geplanten geförderten Wohnungen im Geschosswohnungsbau sollen künftig sozial geförderte Reihenhäuser entstehen.

Bebauungsplan "Am Ruhr": Neue Akzente im Wohnungsbau

Der Bebauungsplan Nr. 175 "Am Ruhr" wird überarbeitet, um aktuellen Anforderungen auf dem angespannten Wohnungsmarkt zu begegnen. Das Vorhaben sieht hauptsächlich Doppel- und Reihenhäuser vor und verzichtet auf mehrstöckige Wohnblocks, die zunächst im östlichen Planbereich vorgesehen waren.

Im aktuellen Entwurf betont die Stadt die Schaffung von sozial geförderten Wohneinheiten als Reihenhäuser. Ziel ist es, insbesondere selbst genutztes Wohneigentum zu fördern und damit auf Herausforderungen der Bau- und Wohnungswirtschaft zu reagieren.

Verfahren und Hintergründe der Planänderung

Die jüngste Überarbeitung des Plans wurde im Stadtentwicklungsausschuss erörtert und findet breite Zustimmung. Als Hauptgrund für die Modifikation nennt die Stadt die wirtschaftliche Unmöglichkeit, den geplanten Geschosswohnungsbau umzusetzen. So erweist sich die Umsetzung von Reihen- und Doppelhäusern als machbarer und finanzierbarer.

Die Finanzierung und Umsetzung der geförderten Wohnbauten soll durch einen städtebaulichen Vertrag mit dem Investor abgesichert werden, wie Baudezernent Jens Hendrix im Ausschuss erläuterte. Erst nach Abschluss eines entsprechenden Vertrags kann der Satzungsbeschluss folgen.

Städtebauliche Anpassungen im Planungsgebiet

Ein weiterer Aspekt der neuen Pläne betrifft die Erschließung und Topografie im Gebiet rund um den geplanten Wendehammer. Um den angrenzenden Waldrand dauerhaft zu schützen, wird das Gelände angepasst: Statt Stützwänden zur Hangsicherung wird eine Geländeangleichung vorgenommen, um einen gestuften Waldrand zu erhalten.

Damit reagiert die Stadt auf naturschutzfachliche und städtebauliche Anforderungen gleichermaßen und integriert den Schutz der Umgebung nachhaltig in das Bauvorhaben.

Weiteres Vorgehen und Öffentlichkeitsbeteiligung

Nach Abschluss der aktuellen Überarbeitungen wird der neue Bebauungsplanentwurf erneut öffentlich ausgelegt. Dies eröffnet Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, Einsicht in die Planungen zu nehmen und Stellungnahmen abzugeben.

Mit der Neuausrichtung des Bebauungsplans „Am Ruhr“ stellt sich Hattingen aktuellen wohnungswirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen: Die Umwandlung von gefördertem Geschosswohnungsbau in Reihenhausmodelle reflektiert sowohl Marktrealitäten als auch gesellschaftspolitische Debatten zur Wohnform. Die öffentliche Auslegung wird zeigen, welche Resonanz das neue Konzept in der Stadtgesellschaft findet.

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