Henrichshütte: Vom Stahlwerk zum Gewerbepark

Hattingen investiert 135 Millionen Euro und schafft 2.850 Arbeitsplätze auf dem sanierten Industriegelände

Henrichshütte: Vom Stahlwerk zum Gewerbepark
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Die Stadt Hattingen zieht ein positives Fazit zur Entwicklung des ehemaligen Hüttengeländes und markiert damit einen wichtigen Meilenstein im lokalen Strukturwandel. Die nahezu vollständige Vermarktung des Gewerbe-Landschaftsparks Henrichshütte stellt einen Höhepunkt der vergangenen Jahre dar, bringt zugleich aber auch neue Herausforderungen und Perspektiven mit sich.

Strukturwandel nach Werksstilllegung

Nach der Schließung der Henrichshütte im Jahr 1987, bei der 2.900 Arbeitsplätze verloren gingen, stand Hattingen vor einem erheblichen wirtschaftlichen Umbruch. Das 140 Hektar große Industriegelände blieb lange Zeit ungenutzt. Mit Unterstützung der Landesentwicklungsgesellschaft, heute NRW Urban, konnte das Areal jedoch umfassend saniert und für neue Nutzungen erschlossen werden.

  • Sanierung und Entwicklung zum modernen Gewerbe-Landschaftspark
  • Investitionen durch NRW Urban in Höhe von 135 Millionen Euro
  • Finanzierung durch Fördergelder von Bund, Land, EU sowie städtische Eigenmittel und Grundstücksverkauf
  • Stadt Hattingen beteiligte sich mit rund 15 Millionen Euro, unter anderem zur Erschließung und Entwässerung
  • Vielfältiger Standort mit neuer Identität

    Heute sind im Gewerbegebiet am Büchsenschütz etwa 180 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen ansässig, die gemeinsam rund 2.850 Arbeitsplätze bieten. Die gezielte Ansiedlung kleiner und mittlerer Betriebe aus verschiedensten Wirtschaftszweigen hat die Wirtschaftskraft der Stadt nachhaltig gestärkt.

    Neben der gewerblichen Entwicklung wurde das Gelände um Grünflächen, Freizeitangebote und kulturelle Einrichtungen erweitert. Ein zentrales Element ist das LWL-Industriemuseum, das die Geschichte des Standortes bewahrt und die Route Industriekultur bereichert. Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen finden hier regelmäßig statt.

    Impulse für Innovation und Unternehmertum

    Eine besondere Rolle spielt das Technologie-Gründerzentrum Hattingen. Es entstand nach umfassender Sanierung aus der früheren Qualitätsstelle der Henrichshütte und bietet heute jungen, innovativen Unternehmen ein Zuhause.

    Strukturwandel als Vorbild – aber neuer Handlungsbedarf

    Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus hebt hervor, dass nicht zuletzt durch zahlreiche private Investitionen ein vielfältiger, wirtschaftlich tragfähiger Standort geschaffen wurde, der sowohl in die Stadt integriert als auch ökologisch aufgewertet ist.

    „Am wesentlichsten sind aber die vielen Millionen an privaten Investitionen, die zu einer Stärkung des Wirtschaftsstandortes geführt haben. Mit dem fast erreichten Abschluss der Vermarktung lässt sich sagen, dass der Gewerbe-Landschaftspark Henrichshütte ein gelungenes Beispiel für erfolgreichen Strukturwandel ist. Durch kluge Investitionen in Infrastruktur, Umwelt, Kultur und Wirtschaft ist ein Ort entstanden, der Geschichte und Zukunft miteinander verbindet – wirtschaftlich tragfähig, in die Stadt integriert und ökologisch aufgewertet“, erläutert der Förderer im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus.

    Ausblick: Flächenknappheit als Herausforderung

    Der Erfolg am Standort Henrichshütte stellt Hattingen nun vor eine neue Herausforderung: Die letzten Gewerbeflächen sind nahezu vermarktet, sodass aktuell kaum noch städtisch beeinflussbare Entwicklungsflächen zur Verfügung stehen. Dies könnte die Möglichkeiten für neue Unternehmensansiedlungen und die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze einschränken.

    „Der Erfolg der Entwicklung auf der Henrichshütte ist zugleich ein Auftrag für die Zukunft. Hattingen braucht auch künftig Raum für Unternehmen, Innovation und Beschäftigung. Unser Ziel ist es, neue Flächenpotenziale zu identifizieren und zu entwickeln, damit die Stadt wirtschaftlich stark bleibt.“

    Die Stadt will daher systematisch prüfen, wo zusätzliche Gewerbeflächen ausgewiesen oder bisher wenig genutzte Betriebsflächen reaktiviert werden können. Haushaltsmittel für eine fachlich fundierte Flächensuche wurden bereits bereitgestellt.

    Pioniere der Flächensuche

    • Mögliche Nachnutzung nicht benötigter Betriebsflächen in bestehenden Gewerbegebieten
    • Haushaltsmittel zur Begleitung der Flächensuche bereits eingestellt
    • Der Weg Hattingens vom Industriestandort zum modernen Gewerbe-Landschaftspark wird vielerorts als Vorbild gesehen. Doch um die positive Entwicklung fortzusetzen, bleibt die Suche nach neuen Flächen und Perspektiven eine zentrale Aufgabe für Stadtverwaltung und Wirtschaftsförderung.

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