Archäologische Grabungen verzögern Neubau in Rhade

Funde aus Eisenzeit und römischer Kaiserzeit werden bis Anfang 2026 untersucht

Von Neues aus Dorsten

Am Montag, den 25. August, starten die archäologischen Grabungen im Neubaugebiet Klever/Lembecker Straße in Rhade. Verantwortlich für die Arbeiten ist die Firma Eggenstein Exca, die auf einer etwa 4.000 Quadratmeter großen Fläche tätig sein wird. Anlass für die Maßnahme sind Funde, die im Februar von Fachleuten entdeckt und nun umfassend untersucht werden sollen.

Hintergrund der Grabungen und bisherige Erkenntnisse

Bereits im Mai 2025 gab es eine ausführliche Pressemitteilung zu den geplanten Untersuchungen. Damals hatten Wissenschaftler*innen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe im Rahmen von Voruntersuchungen mehrere archäologisch bedeutsame Relikte identifiziert. Diese Funde werden zeitlich der Eisenzeit und römischen Kaiserzeit zugeordnet. Vor dem Beginn von Bautätigkeiten ist es aus rechtlichen Gründen vorgeschrieben, den Untergrund gründlich auf weitere historische Überreste zu untersuchen.

Die bisherigen Arbeiten beschränkten sich auf einzelne Suchschnitte. Doch laut Einschätzung der Expert*innen von „Archäologie Westfalen“ ist mit weiteren Relikten im Boden zu rechnen. Die genaue Anzahl und Art der Funde wird sich erst im Verlauf der laufenden Grabungen offenbaren.

Einfluss auf das Neubaugebiet und Zeitplan

Diese umfangreichen Untersuchungen sorgen für Verzögerungen im Bebauungsplanverfahren. Josef Hadick, Geschäftsführer, erklärte am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss, dass sich der Zeitplan für die Entwicklung des Neubaugebiets durch die archäologischen Arbeiten entsprechend verschiebt.

Ablauf der archäologischen Maßnahmen

Ein erster Schritt der Grabungen ist das Abtragen des Oberbodens in einer Tiefe von 65 bis 80 Zentimetern. Anschließend werden die Funde freigelegt und dokumentiert. In Abstimmung mit Archäolog*innen aus Münster werden von allen relevanten Funden Bodenproben genommen, um sie gegebenenfalls naturwissenschaftlich zu untersuchen. Der Umfang der einzelnen Analysen wird durch „Archäologie Westfalen“ festgelegt.

Vergabe und Koordination der Grabungsarbeiten

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Dorsten (Windor GmbH) hatte mehrere Grabungsfirmen aufgefordert, Angebote samt Grabungskonzept einzureichen. Nach der Abstimmung dieser Konzepte mit dem LWL-Amt für Westfalen (Münster) wurde der Auftrag an Eggenstein Exca vergeben. Die archäologischen Untersuchungen sollen spätestens bis Ende des ersten Quartals 2026 abgeschlossen sein.

Dokumentation und weitere Schritte

Für das weitere Verfahren im Bebauungsplan ist eine umfassende Dokumentation aller archäologischen Funde erforderlich. Diese wird als Grundlage für die weitere Planung des Bauprojekts dienen.

Die archäologischen Arbeiten in Rhade stehen für den Balanceakt zwischen moderner Stadtentwicklung und dem Schutz kulturhistorisch wertvoller Relikte. Während die Ausgrabungen wissenschaftliche Erkenntnisse ermöglichen, stellen sie zugleich eine Herausforderung für das Bauvorhaben dar. Die Entwicklungen werden von den beteiligten Institutionen fortlaufend dokumentiert und bewertet.

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