Brand in Dorsten: KSD und Humbert-Recycling warnen vor Lithium-Ionen-Akkus

Vermutlich in Altpapier entsorgter Energiespeicher als Auslöser – Warnung: nur über vorgesehene Wege abgeben

Von Neues aus Dorsten
Vertreter des KSD und von Humbert-Recycling bei einem Pressetermin
Pressetermin zu Lithium-Ionen-Akkus im Abfall© Oliver Borgwardt / Heimatmedien

Nach einem Brand in der Lagerhalle des Unternehmens Humbert-Recycling an der Wienbecke warnen der Kommunale Servicebetrieb Dorsten (KSD) und die Firma Humbert vor dem sorglosen Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus und Batterien. Akkus und Kleingeräte mit fest verbauten Akkus sollen ausschließlich über die vorgesehenen Wege entsorgt werden.

Brand in der Verladeanlage

Nach Angaben des Pressedienstes schlug die Überwachungskamera nach 45 Sekunden Alarm. Aus einem Zündfunken in der Box für Altpapier in einer Halle des Unternehmens Humbert-Recycling entwickelte sich ein kräftiges Feuer. Mitarbeiter versuchten noch, den Haufen mit einem Bagger auseinanderzuziehen. Der Betriebsleiter rief sofort die Feuerwehr, die schnell vor Ort war und Schlimmeres verhinderte.

Als Auslöser gilt ein Energiespeicher, vermutlich ein Lithium-Ionen-Akku, der in das Altpapier geworfen worden war. Die Kamera in acht Metern Höhe schmolz durch die Hitze.

Warnung vor Fehlwürfen

Die Stadt Dorsten und der KSD sehen in falsch entsorgten Akkus ein wachsendes Problem. Nach Darstellung der Beteiligten sind kleine Akkus inzwischen in vielen Alltagsgegenständen verbaut, auch dort, wo sie nicht sofort vermutet werden, etwa in Grußkarten mit Musikfunktion oder in Einweg-E-Zigaretten. In der Abfallentsorgung sind die Stoffe hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt, etwa beim Verladen, beim Verpressen im Müllfahrzeug oder beim Umladen für den Weitertransport. Werden Akkus dabei beschädigt, kann bereits ein Funke einen Brand auslösen.

Der KSD weist darauf hin, dass es in Deutschland durchschnittlich dreimal am Tag in einem Abfallentsorgungs-, Sortier- oder Recyclingbetrieb brennt. Teilweise seien die Schäden so groß, dass Anlagen ein Jahr oder länger ausfielen.

So sollen Akkus und Geräte entsorgt werden

Akkus und Einweggeräte sollten im eigenen Haus sorgfältig und nicht zu lange gelagert werden. Zudem dürfen sie nicht beschädigt sein. Für die Entsorgung nennen KSD und Firma Humbert ausschließlich die vorgesehenen Abgabemöglichkeiten.

  • Wertstoffhof
  • Haltestellen des Schadstoffmobils
  • Geschäfte, die neue Batterien und Akkus verkaufen

Der KSD nimmt die Energiespeicher sowohl am Wertstoffhof als auch an den Haltestellen des Schadstoffmobils entgegen. Das Schadstoffmobil fährt fünfmal im Jahr durch das Stadtgebiet. Der Fahrplan steht unter www.dorsten.de/schadstoffmobil.

Grundlegende Informationen zum Umgang mit Schad- und Gefahrstoffen sind außerdem unter www.dorsten.de/schadstoffe abrufbar.

Warum Lithium-Akkus besonders gefährlich sind

Nach Angaben des KSD und der Firma Humbert können Lithium-Ionen-Akkus oder Lithium-Batterien bei der Verarbeitung in der Abfallentsorgung beschädigt werden. Wenn der Inhalt mit Sauerstoff in Kontakt kommt, entzündet er sich in einer thermischen Kettenreaktion selbst und brennt so lange, bis er vollständig ausgebrannt ist. Neben der Gefahr eines größeren Brandes werden dabei auch giftige Gase freigesetzt.

Frühere Vorfälle und Hintergrund

Der Brand in der Halle war nach Angaben von Johannes Humbert der erste dieser Art im Unternehmen. Die Firma Humbert wurde 1925 in Wulfen als Transportunternehmen gegründet und ist heute ein Logistiker und Entsorger mit rund 70 Mitarbeitern. Für den KSD organisiert der Betrieb täglich die Verladung und den Transport der zu entsorgenden Abfälle, darunter Papier, Restmüll und Sperrmüll, zu den zugewiesenen Verwertern. Ein Humbert-Fahrzeug nimmt dabei das Sammelergebnis von vier KSD-Müllfahrzeugen auf.

Bereits im September 2025 hatte es einen weiteren Vorfall mit Akkus im Abfall gegeben. Damals brannte ein Sperrmüllfahrzeug des KSD während der Sammeltour im Stadtsfeld. Die Mitarbeiter steuerten den Lastwagen aus dem Wohngebiet und kippten die brennende Ladung auf eine Freifläche. Fahrzeug und Personen blieben ohne Schäden. Im Brandschutt fand der KSD nach eigenen Angaben 15 Akkus und Batterien unterschiedlicher Bauart.

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