Dennis Radtke zu Gast im Bürgerbahnhof Dorsten: Fördermittel und Projektweg

Rundgang durch das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude mit Einblick in Entstehung und heutige Nutzungen für Beratung, Bildung und Kultur.

Von Neues aus Dorsten
Dennis Radtke und weitere Beteiligte vor dem Bürgerbahnhof Dorsten
Dennis Radtke und Beteiligte vor dem Bürgerbahnhof Dorsten© Stadt Dorsten

Europaabgeordneter informiert sich über den Bürgerbahnhof Dorsten

Der Europaabgeordnete Dennis Radtke hat sich bei einem Besuch des Bürgerbahnhofs Dorsten über die Wirkung europäischer Fördermittel vor Ort informiert. Der Termin am Montag war der zweite Teil seiner EU-Fördermitteltour durch den Kreis Recklinghausen. Zuvor hatte die Tour bereits in Haltern am See Station gemacht. Gemeinsam mit einer Delegation aus Haltern am See um Bürgermeister Andreas Stegemann reiste Radtke anschließend nach Dorsten.

Dort stellten Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung und der Bahnhofsfamilie die Entstehung des Bürgerbahnhofs vor. Das Projekt gilt heute über die Stadtgrenzen hinaus als Beispiel gelungener Stadtentwicklung.

Vorstellung des Projekts und Rundgang durch das Gebäude

Empfangen wurden die Gäste vom Ersten Stellvertretenden Bürgermeister Jan Heppner. Gemeinsam mit der Ersten Beigeordneten Nina Laubenthal und Stadtbaurat Holger Lohse erläuterte er die Entwicklung des historischen Bahnhofsgebäudes. Bei einem Rundgang erhielten die Besucherinnen und Besucher anschließend Einblicke in die sanierten Räume, die heutigen Nutzungen sowie in die aktuellen ESF-Plus-Projekte der Dorstener Arbeit gGmbH.

Der Bürgerbahnhof ist das größte Einzelprojekt des integrierten Handlungskonzeptes „Wir machen MITte“. Im Rahmen dieses Konzeptes wurden zwischen 2015 und 2023 mehr als 30 soziale und bauliche Projekte zur Stärkung der Innenstadt umgesetzt. Insgesamt flossen nach Angaben der Stadt mehr als 40 Millionen Euro in die Entwicklung der Dorstener Innenstadt und der angrenzenden Quartiere.

Historisches Bahnhofsgebäude mit neuer Funktion

Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1879 stand nach dem Auszug der Deutschen Bahn jahrzehntelang leer. Mit dem Erwerb durch die Stadt Dorsten im Jahr 2014 entstand die Möglichkeit, das Gebäude zu erhalten und neu zu nutzen.

Im Rahmen des Projekts wurde der Bahnhof aufwendig saniert, barrierearm umgebaut und technisch modern ausgestattet. Historische Elemente wie die Treppenanlage und der ursprüngliche Grundriss blieben erhalten. Hinzu kamen ein Aufzug, barrierefreie Zugänge und moderne Technik.

Heute dient der Bürgerbahnhof nicht nur als Verkehrsknotenpunkt. Gruppen- und Seminarräume stehen Vereinen, Initiativen und Bildungsträgern offen. Die Dorstener Arbeit gGmbH betreibt dort als Ankermieterin die Ausbildungsgastronomie „Speisesaal“, in der Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt qualifiziert und auf eine Beschäftigung vorbereitet werden. Darüber hinaus gibt es im Gebäude Beratungs-, Bildungs- und Kulturangebote.

Beteiligung von Bürgerschaft und Bahnhofsfamilie

Nach Angaben der Stadt ist die heutige Nutzung des Bürgerbahnhofs eng mit dem Engagement der Bahnhofsfamilie verbunden. Noch vor der Antragstellung für Fördermittel entwickelte die Stadt gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern in mehreren Workshops ein Nutzungskonzept. Aus diesem Beteiligungsprozess entstand die Bahnhofsfamilie als Zusammenschluss ehrenamtlich Engagierter, die den Bürgerbahnhof bis heute mitgestalten.

Förderung in Millionenhöhe

Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf rund 13,1 Millionen Euro. Rund 9,6 Millionen Euro wurden durch Fördermittel der Europäischen Union, des Bundes und des Landes finanziert. Nach Angaben der Stadt ermöglichten insbesondere Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, kurz EFRE, eine deutlich höhere Förderung, als dies allein über die Städtebauförderung möglich gewesen wäre.

Dennis Radtke bezeichnete den Bürgerbahnhof als Beispiel dafür, welchen Mehrwert europäische Förderprogramme für Städte und Kommunen schaffen können. Auch Vertreter der Stadt hoben die Bedeutung des Gebäudes als Ort der Begegnung, der Teilhabe und des gesellschaftlichen Zusammenhalts hervor.

Otto-Borst-Preis für den Umbau des Bahnhofs

Auf überregionale Beachtung verweist aus Sicht der Stadt auch die jüngste Auszeichnung mit dem Otto-Borst-Preis für Stadterneuerung. Der international ausgeschriebene Preis wird alle zwei Jahre vom Forum Stadt – Netzwerk historischer Städte e. V. vergeben. Er würdigt Projekte, die historische Bausubstanz erhalten, sensibel weiterentwickeln und durch neue Nutzungen lebenswerte Stadträume schaffen.

In der Kategorie „Stadtbaustein“ wurde der Preis für das Projekt „Umbau Bahnhof Dorsten“ an die Feja + Kemper Architekten Stadtplaner sowie die GREENBOX Landschaftsarchitekten verliehen. Vertreter der Stadt Dorsten nahmen die Auszeichnung im Juni stellvertretend in Trier entgegen. Im Treppenhaus des Bürgerbahnhofs erinnert heute eine Plakette an die Würdigung.

Dank an die Beteiligten

Die Stadt Dorsten nutzte den Besuch des Europaabgeordneten nach eigenen Angaben auch, um den zahlreichen Beteiligten zu danken, die das Projekt über viele Jahre begleitet haben. Neben Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung nahmen zahlreiche Mitarbeitende der Stadtverwaltung teil, die den Bürgerbahnhof von der ersten Idee über die Förderanträge bis zur Fertigstellung in unterschiedlichen Funktionen mitgestaltet haben. Ein besonderer Dank galt der Bahnhofsfamilie, deren ehrenamtliches Engagement den Bürgerbahnhof von Beginn an geprägt habe und bis heute mit Leben fülle.

Weitere Bilder

Plakette des Otto-Borst-Preises 2026
Plakette des Otto-Borst-Preises 2026 im Bürgerbahnhof© Stadt Dorsten (Pressemitteilung)

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