Escape Room macht Geschichte erlebbar
Gesamtschule Wulfen verbindet Teamgeist und NS-Geschichte im Lernprojekt

Der zehnte Jahrgang der Gesamtschule Wulfen hat in dieser Woche ein besonderes Erlebnis genossen: Im Rahmen des schulischen Kulturprogramms besuchten die Schülerinnen und Schüler den Escape Room „Der Löwe von Münster“ im Freizeithaus. Dank finanzieller Unterstützung durch das Kulturgeld blieb der Eintritt für die Jugendlichen bezahlbar, wie Schulleiter Hermann Twittenhoff betont.
Teamgeist trifft auf Geschichte
Das von Kulturbeauftragter Katrin Block initiierte Angebot forderte die Schülerinnen und Schüler gleichzeitig geistig wie sozial heraus. In kleinen Gruppen mussten sie im sogenannten Escape Room Rätsel lösen, Hinweise kombinieren und unter Zeitdruck zusammenarbeiten, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.
Ein historisches Thema als Ausgangspunkt
Im Mittelpunkt des Erlebnisses stand ein nachdenklich stimmendes Kapitel der deutschen Geschichte. Die Rätsel drehten sich um eine Predigt des Münsteraner Bischofs Clemens August Graf von Galen aus dem Jahr 1941, in der dieser mutig die systematische Tötung von Menschen mit Behinderungen durch die Nationalsozialisten anprangerte. Die Teilnehmenden schlüpften hierfür in die Rolle einer fiktiven Pfadfindergruppe, deren Leiter Karl verhaftet wurde, weil er die Predigt heimlich vervielfältigt hatte. Die Aufgabe: Die versteckten Flugblätter mussten gefunden werden, noch bevor die Geheime Staatspolizei die Wohnung durchsucht.
Lernen mit Gänsehaut-Effekt
Das anspruchsvolle Spiel wurde von einem pädagogischen Begleitprogramm flankiert. In einem sogenannten Biparcours konnten die Jugendlichen ihr Wissen rund um das historische Thema vertiefen. Auch im regulären Gesellschaftslehre-Unterricht wurde der Stoff zuvor vorbereitet, sodass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den ernsten Hintergrund besser einordnen konnten.
Technik erleben – damals und heute
Besonderen Anklang fand das Rahmenprogramm der „Bibi am See“. Hier hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, mit alten Telefonen, Diaprojektoren und weiteren historischen Gerätschaften zu experimentieren. Gerade diese Verbindung von Geschichtsvermittlung und praktischer Erfahrung sorgte für Begeisterung beim Nachwuchs.
Organisatorinnen ziehen positives Fazit
Katrin Block, die Initiatorin der Aktion, zieht eine klare Bilanz: „Der Escape Room war zwar aufwändig, aber auch sehr cool.“ Die Kombination aus Spaß, Spannung und historischer Bildung scheint damit aufgegangen zu sein. Auch Schulleiter Hermann Twittenhoff lobte das Konzept, das spielerisches Erleben und die Erinnerung an schwierige Kapitel deutscher Geschichte gekonnt vereint.
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