Politik zum Anfassen in Wulfen

Bundestagsabgeordneter Nicklas Kappe im Dialog mit Schülern über Engagement und Demokratie

Von Neues aus Dorsten
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Die Gesamtschule Wulfen erlebte einen besonderen Tag der politischen Bildung: Bundestagsabgeordneter Nicklas Kappe (CDU) besuchte die Schule und tauschte sich offen mit Schülern der Jahrgänge 10, EF und Q1 aus. Die Turnhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt, als der junge Politiker mit den Jugendlichen über aktuelle Themen und seine persönlichen Erfahrungen in der Politik sprach.

Politik aus erster Hand: Einblick und Dialog

Schulleiter Hermann Twittenhoff eröffnete die Veranstaltung und unterstrich das Anliegen der Schule, Politik und demokratische Prozesse für Schüler konkret und greifbar zu machen. Dazu wurde speziell für diesen Vormittag der Unterricht angepasst, sodass möglichst viele Schüler teilnehmen konnten. Twittenhoff betonte: „Demokratie lebt vom Mitmachen und das beginnt hier bei uns in der Schule.“

Anschließend übernahm Geschichtslehrer Olaf Herzfeld die Moderation. Er ordnete den Besuch von Nicklas Kappe in einen größeren politischen Rahmen ein und wies auf die Bedeutung des direkten Austauschs zwischen Politikern und der jungen Generation hin. Besonders im Hinblick auf die anstehende Kommunalwahl am 14. September 2025 kann dies für viele Schüler der erste Schritt zur Mitbestimmung sein.

Nicklas Kappe: Politik als Engagement

Nicklas Kappe, 28 Jahre alt und einer der jüngsten Abgeordneten im Bundestag, verstand es, direkt ein Vertrauensverhältnis zu den Jugendlichen aufzubauen. Locker, offen und mit Humor forderte er die Schüler auf, ihn zu duzen: „Dann fühl ich mich nicht älter, als ich bin. Das passiert mir in Berlin sowieso schon oft genug.“

Der gebürtige Lembecker stellte seinen Einstieg in die Politik kurz vor: Nach dem Abitur 2015 und einer Ausbildung zum Chemikanten sowie einem naturwissenschaftlichen Studium engagierte er sich zunächst ehrenamtlich – als SV-Mitglied, Jugendtrainer und Jungpolitiker. Seine Botschaft an die Jugendlichen: „Das hier soll keine One-Time-Show sein. Meldet euch bei mir per E-Mail, Instagram oder TikTok. Ich bin für euch da.“

Kritische Nachfragen und engagierte Diskussion

Die anschließende Fragerunde zeigte das große politische Interesse der Schülerschaft. Zahlreiche Fragen betrafen internationale Politik: Ein Mädchen aus Q1 fragte nach der Rolle der USA und Großbritanniens, andere Schüler interessierten sich für Waffenlieferungen an die Ukraine und Israel. Kappe hob die Bedeutung internationaler Bündnisse wie des G7-Gipfels und der europäischen Geschlossenheit hervor.

Auch innenpolitische Fragen wurden offen diskutiert. Auf Nachfrage zur Wiedereinführung der Wehrpflicht sprach sich Nicklas Kappe für ein verpflichtendes Dienstjahr aus – nicht nur im militärischen, sondern auch im sozialen oder gesundheitlichen Bereich. Er betonte: „Es geht um einen gesellschaftlichen Beitrag. Auch wenn das ein Jahr kostet, es bringt unserer Gesellschaft viel zurück.“ Diese Position wurde von Schülern kritisch hinterfragt, etwa im Hinblick auf Bildungslücken, Gleichberechtigung und individuelle Freiheit.

Vielfältige Themen: Von Dönerspießen bis Grundwerten

Die thematische Bandbreite des Austauschs reichte weit: Schüler sprachen Preissteigerungen am Beispiel des Döners an, thematisierten Familienförderung, soziale Gerechtigkeit beim Bürgergeld, das Rentensystem sowie Abtreibung, Privatschulen, Grenzpolitik und Integrationsfragen. Eine Teilnehmerin aus dem 11. Jahrgang äußerte Sorgen über angespannte Grenzsituationen bei gleichzeitig wachsender Integrationsnotwendigkeit.

Auf die Frage nach seinen Grundwerten antwortete Kappe: „Verantwortung übernehmen, für etwas einstehen, das größer ist als man selbst. Politik war für mich immer ein Ehrenamt und das soll es im Kern auch bleiben.“ Auch zur Förderung des Ehrenamts bezog er klar Stellung: Er sieht darin ein unverzichtbares Fundament der Gesellschaft.

Starke Resonanz und Ausblick

Olaf Herzfeld fasste die Veranstaltung als „gelebte Demokratie: direkt, offen und intensiv“ zusammen. Während des mehrstündigen Gesprächs herrschte eine respektvolle und konzentrierte Atmosphäre – ein Beleg für das große Engagement der Schülerschaft. Schulleiter Twittenhoff lobte die Offenheit und Beteiligung der Jugendlichen sowie das Engagement von Nicklas Kappe: „Solche Begegnungen prägen. Wir danken Nicklas Kappe für seine Zeit und seine Offenheit – und unseren Schülern für ihr großartiges Engagement.“

Zum Abschluss versprach Nicklas Kappe, den Kontakt zur Schule und ihren Schülern auch künftig zu halten: „Demokratie lebt vom Gespräch. Ich bin gern wieder hier, und bis dahin: schreibt mir!“

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