Königswinter startet in den Wettbewerb „Abpflastern“

Mit einer Entsiegelungsaktion in Niederdollendorf sollen mehr Grün, bessere Regenwasseraufnahme und ein klimaresilienteres Stadtbild gefördert werden.

Königswinter startet in den Wettbewerb „Abpflastern“
Bild zum Beitrag© Neues aus Königswinter

Mit einer gemeinschaftlichen Entsiegelungsaktion in Niederdollendorf ist Königswinter in den bundesweiten Wettbewerb „Abpflastern“ gestartet. Stadt und Klimagruppe Königswinter e.V. entfernten am Freitag, den 10. April, Baumschutzgitter und Pflastersteine, entsiegelten Baumscheiben und bepflanzten die Flächen neu. Der Auftakt steht für das Ziel, versiegelte Bereiche zurückzubauen und mehr Raum für Grün zu schaffen.

Auftakt mit gemeinsamer Aktion in Niederdollendorf

Die Maßnahmen fanden in der Schönsitzstraße in Niederdollendorf statt. Dort wurden im Rahmen der Aktion graue Flächen Stück für Stück in begrünte Bereiche umgewandelt. Nach Angaben der Stadt Königswinter beginnt damit die Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb „Abpflastern“, der auf mehr Grün und mehr Klimaresilienz ausgerichtet ist.

Die Idee des Wettbewerbs wurde in den Niederlanden entwickelt und ist dort unter dem Namen „Tegelwippen“ bekannt. Ziel ist es, versiegelte Flächen zurückzubauen, damit Regenwasser wieder besser im Boden aufgenommen werden kann und mehr Platz für Pflanzen und Tiere entsteht.

Worum es beim Wettbewerb geht

„Abpflastern“ richtet sich an Privatpersonen, Vereine, Schulen, Unternehmen und andere Organisationen. Sie können versiegelte Flächen auf ihrem Grundstück entsiegeln und sich damit am Wettbewerb beteiligen. Der Zeitraum dafür läuft zwischen dem 21. März und dem 31. Oktober 2026.

Die entsiegelten Flächen werden mit Fotos von vor und nach der Aktion sowie der Quadratmeterzahl online unter www.abpflastern.de eingetragen und der jeweiligen Kommune zugerechnet. Für Königswinter bedeutet das: Mit jedem gemeldeten Projekt steigt die Stadt in der Rangliste und tritt in einen freundschaftlichen Wettbewerb mit anderen Städten und Gemeinden in ganz Deutschland ein.

Mehr Grün, besseres Mikroklima

Die Stadt verweist auf mehrere Vorteile der Entsiegelung. Wenn Pflastersteine gegen Pflanzen getauscht werden, verbessert das nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch die Biodiversität und das Mikroklima. Entsiegelte und begrünte Flächen nehmen außerdem mehr Regenwasser auf, kühlen ihre Umgebung und bieten zusätzlichen Raum für Pflanzen und Tiere.

Aus Sicht der Stadt ist das ein wichtiger Baustein für eine klimaresiliente Stadtentwicklung in Königswinter. Gerade angesichts der veränderten Anforderungen an Städte und Gemeinden spielt der Umgang mit versiegelten Flächen damit eine zentrale Rolle.

Aufruf an Grundstücksbesitzer

Die Klimagruppe Königswinter e.V. ruft dazu auf, Garageneinfahrten, Stellplätze oder Schottergärten genauer unter die Lupe zu nehmen. Oft, so der Hinweis, reichen schon einige Quadratmeter aus, um mehr Regen im Boden zu halten, Schatten zu schaffen und neue Lebensräume für Insekten zu eröffnen.

Gleichzeitig weist die Initiative darauf hin, dass dabei auch andere Belange wie Verkehrssicherheit oder Barrierefreiheit berücksichtigt werden müssen. Die Entsiegelung soll also nicht nur ökologisch sinnvoll sein, sondern sich auch mit praktischen Anforderungen vereinbaren lassen.

Informationen und Teilnahme

Alle Informationen zum Wettbewerb, zur Anmeldung entsiegelter Flächen und zur aktuellen Rangliste sind unter www.abpflastern.de zu finden. Stadt und Klimagruppe Königswinter e.V. zeigen sich zuversichtlich, dass sich viele weitere Projekte anschließen und aus Grau Schritt für Schritt mehr Grün wird.

Die Botschaft des Starts ist klar: Jede abgenommene Platte zählt. Mit jeder entsiegelten Fläche wächst der Anteil an Grün – und damit auch die Chance auf eine widerstandsfähigere Stadt.

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