Kreis Recklinghausen verlängert Förderung für Johannes-Kessels-Akademie bis 2030/2031
Kreistag entscheidet am 28. September über zusätzliche Mittel in Höhe von 500.000 Euro
Für die Johannes-Kessels-Akademie in Gladbeck zeichnet sich eine Perspektive bis zum Ende des Schuljahres 2030/2031 ab. Die Kreisverwaltung Recklinghausen schlägt dem Kreistag vor, die bisherige Förderung bis zu diesem Zeitpunkt zu verlängern und dafür weitere 500.000 Euro bereitzustellen. Über den Vorschlag soll die Politik in der Kreistagssitzung am 28. September entscheiden.
Landrat Bodo Klimpel sagte, gemeinsam mit allen Beteiligten sei an einer verantwortungsvollen Lösung gearbeitet worden, die vor allem den Schülerinnen und Schülern sowie den Beschäftigten Verlässlichkeit gebe.
Gladbecks Bürgermeisterin Bettina Weist erklärte, die Johannes-Kessels-Akademie sei seit vielen Jahren ein wichtiger Teil der Bildungslandschaft der Stadt. Sie bedauere, dass der Betrieb 2031 definitiv auslaufe. In den vergangenen Monaten habe es viele Gespräche mit dem Ziel gegeben, eine vorzeitige Schließung abzuwenden. Das sei gelungen. Die Perspektive bis 2031 gebe nun ausreichend Zeit, gemeinsam einen guten Übergang vorzubereiten und dabei vor allem die Interessen der Schülerinnen und Schüler im Blick zu behalten. Weist kündigte an, dem Rat der Stadt in der kommenden Sitzung vorzuschlagen, die JKA für den Übergangszeitraum bis 2031 ebenfalls mit jeweils 50.000 Euro zu unterstützen.
Die Zukunft des Gladbecker Standortes beschäftigt die Beteiligten bereits seit mehreren Jahren. Hintergrund ist die Ankündigung des Bistums Essen aus dem Frühjahr 2022, den Eigenanteil für den Betrieb der Akademie ab 2023 nicht mehr in voller Höhe tragen zu können und die Förderung bis Ende 2026 schrittweise deutlich zu reduzieren. Um den Fortbestand des Berufskollegs zu sichern, ist deshalb seit 2023 auch der Kreis Recklinghausen in die Finanzierung eingestiegen.
Bis einschließlich 2028 hat der Kreis eine Förderung von insgesamt 812.000 Euro beschlossen. Diese soll nun letztmalig bis zum Ende des Schuljahres 2030/2031 verlängert werden. Dafür sollen weitere 500.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Voraussetzung dafür war die Zusage des Bistums Essen, die JKA bis 2031 weiterhin mit jährlich mindestens 200.000 Euro zu unterstützen, sowie die Bereitschaft der Stadt Gladbeck, zur Schließung der finanziellen Deckungslücke die JKA mit jährlich 50.000 Euro zu fördern.
Nach aktueller Planung führen die zusätzlichen 500.000 Euro zu keiner zusätzlichen Belastung des Kreishaushalts. Sie können aus nicht verausgabten Haushaltsmitteln und Einsparungen innerhalb des Fachdienstes Bildung finanziert werden.
Die Vereinbarung ist das Ergebnis eines seit 2022 laufenden Abstimmungsprozesses zwischen JKA, Bistum, Stadt und Kreis. Dabei wurden die Entwicklung der Schülerzahlen, der Fachkräftebedarf und die vorhandenen Ausbildungskapazitäten in der Region betrachtet. Die Beteiligten sind gemeinsam zu dem Ergebnis gekommen, den Standort bis 2031 abzusichern und anschließend geordnet auslaufen zu lassen.
Kreisdirektor Dominik Schad betonte, der Kreis würde mit Unterstützung der Politik noch einmal erhebliche Mittel für den Übergang bereitstellen. Gleichzeitig sei klar: Mit dem Ende des Schuljahres 2030/2031 ende die Förderung. Eine weitere Finanzierung durch die öffentliche Hand solle mit der jetzigen Beschlussfassung ausgeschlossen werden. Ebenso werde auch das Bistum Essen im Jahr 2031 aus der Förderung aussteigen.
Eine Unterversorgung mit Ausbildungsplätzen im Sozial- und Gesundheitswesen ist nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten. Die öffentlichen Berufskollegs in der Region können entsprechende Angebote sicherstellen und bei Bedarf ausbauen. Insbesondere in Marl und Dorsten bestehen dafür entsprechende Möglichkeiten.
Die Johannes-Kessels-Akademie ist ein katholisches Berufskolleg und eine staatlich genehmigte Ersatzschule. Am Standort Gladbeck bildet sie junge Menschen für Berufe im Sozial- und Gesundheitswesen aus und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region.
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