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Betreff: Informationsdienst der Stadt Witten am Donnerstag, 22. Oktober 2026
Doppelvernissage im Märkischen Museum: "Thresholds of Perception" und "gehen, bleiben, halten" feierlich eröffnet
Mit einer ausgesprochen gut besuchten Doppelvernissage hat das Märkische Museum Witten am vergangenen Freitag, 16. Oktober, gleich zwei neue Ausstellungen eröffnet: "gehen, bleiben, halten" und "Thresholds of Perception" ("Schwellen der Wahrnehmung") - die dritte und letzte Ausstellung des Fellowships für Neue Künste "No end to the road" im Märkischen Museum - und zugleich die größte des Projekts.
Beide Ausstellungen sind noch bis zum 25. März 2027 im Märkischen Museum Witten an der Husemannstraße 12 zu sehen. Der Eintritt ist frei.
"gehen, bleiben, halten": Schwarze Perspektiven im Museum
Die von Marny Garcia Mommertz und Naafia Naahemaa kuratierte Ausstellung "gehen, bleiben, halten" ist das Ergebnis einer rund zweijährigen Zusammenarbeit. Ausgangspunkt war eine Leerstelle: Schwarze Perspektiven sind im Märkischen Museum bislang unterrepräsentiert, in der Sammlung gibt es keine Werke Schwarzer Kunstschaffender. Im Zentrum steht die Frage, die viele Schwarze Künstler*innen in Deutschland beschäftigt: Können sie bleiben - oder müssen sie gehen?
Auch die Sammlung des Museums wurde untersucht
Die künstlerischen Positionen von Black Archive Germany, Maktabe Room, Ethel Tawe und Noemi Weber gehen der Frage nach, wie sich aus Schwarzer Perspektive hierbleiben lässt, wenn Museen und andere Institutionen nicht selbstverständlich zugänglich sind. Das dritte Wort des Titels - "halten" - richtet sich an Häuser wie das Märkische Museum selbst. Dafür hat Mommertz auch die Sammlung untersucht und stieß unter anderem auf veraltete, rassifizierende Schlagworte in der Datenbank sowie auf Werke von Kunstschaffenden mit Verbindungen zur NS- und Kolonialgeschichte.
"Am Anfang dieser Ausstellung stand ein Mangel", sagte Museumsleiter Christoph Kohl bei der Eröffnung. "Fertige Antworten haben wir heute nicht. Aber hier ist für unser Museum ein erster und wichtiger Schritt gemacht worden. Messen Sie uns daran, ob aus diesen Fragen Entscheidungen werden."
Ein Kino- und Veranstaltungsprogramm begleitet die Ausstellung und weitet den Blick auf Menschen, die Rassismus und andere Formen von Diskriminierung erfahren. Bereits am Eröffnungsabend ergänzte eine Performance die Arbeiten von Noemi Weber.
Fellowship-Finale auf fast einer ganzen Etage
Mit "Thresholds of Perception" ("Schwellen der Wahrnehmung") zeigt das Fellowship für Neue Künste "No end to the road" zum Finale seine bislang größte Präsentation. Sie erstreckt sich nahezu über die gesamte erste Ausstellungsetage.
Neun ehemalige und aktuelle Fellows zeigen Arbeiten aus Medienkunst, Installation, Video, Klang, Performance und Virtual Reality. Mit Licht, Textil, Projektion, Fotografie und digitalen Technologien entstehen vielschichtige Erfahrungsräume, die die Wahrnehmung der Besuchenden herausfordern und erweitern. Zu sehen sind Lukas Schäfer (mit Philippe Waldecker), Loreto Plubins und Yvonne Dicketmüller sowie die Fellows des aktuellen Jahrgangs 2026: Darius Braß, Nicolas Berge, Lenia Friedrich, Meret König, Lennart Miketta und Lex Rütten (mit Jana Kerima Stolzer).
Am Eröffnungsabend freuten sich die Fellows über viele Besuchende und Beteiligte. Zu Gast waren auch zahlreiche Wegbegleiter*innen aus dem regionalen Netzwerk von Köln bis Dortmund, die in den vergangenen Jahren zum Erfolg des Projekts beigetragen haben. Seit 2022 hat das Fellowship 20 Künstler*innen in einjährigen Residenzen in Witten aufgenommen.
Zum Ausklang legten die ehemalige Fellow Matilda Greiner alias Matildnz und Scherwin Hosseini elektronische Musik in den Ausstellungsräumen auf.
Ausblick: Begleitprogramm und VR-Kunstwerk
"Thresholds of Perception" ist bis zum Ende des Fellowship-Jahres 2026 zu sehen. In den kommenden Monaten entsteht ein umfangreiches Begleitprogramm, das die beteiligten Künstler*innen gemeinsam mit der Kunstvermittlung des Museums konzipieren. Unter anderem können Besuchende an mehreren Terminen im Winter das bespielbare, interaktive VR-Kunstwerk "becoming resonance" von Komponist Nicolas Berge und Choreografin Miriam Rieck erleben. Die Termine werden rechtzeitig auf der Website des Museums bekanntgegeben.
Zahlreiche Gäst*innen aus Witten und der gesamten Region erlebten einen lebendigen Abend zwischen Medienkunst, Klang, Installation und Performance, der mit einem DJ*innen-Set in den Ausstellungsräumen ausklang. Das Museumsteam und die Kulturforum Witten AöR ziehen eine durchweg positive Bilanz.
Förderung
Das Fellowship "No end to the road" wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Projektpartner sind bzw. waren das Cologne Game Lab der TH Köln, die Universität Witten/Herdecke und die Kulturpolitische Gesellschaft e. V. Sponsoren des Kulturforums Witten sind die Stadtwerke Witten und die Sparkasse Witten.
(mr/hl)