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Betreff: Pressemitteilung Kreis Wesel: Bezirksregierung Düsseldorf genehmigt Haushalt 2026 des Kreises Wesel
Wesel, 03.09.2026
Bezirksregierung Düsseldorf genehmigt Haushalt 2026 des Kreises Wesel
Die Bezirksregierung Düsseldorf hat den Haushalt 2026 des Kreises Wesel
genehmigt. Damit kann der Kreis seine für dieses Jahr geplanten Maßnahmen
und Investitionen umsetzen.
Der Haushaltsplan sieht für 2026 Gesamterträge von rund 883 Millionen Euro
und Gesamtaufwendungen von rund 921,3 Millionen Euro vor. Unter
Berücksichtigung eines globalen Minderaufwands von 10,3 Millionen Euro
(pauschale Einsparvorgabe im Haushalt) ergibt sich ein geplanter
Jahresfehlbetrag von rund 28 Millionen Euro.
Der Fehlbetrag kann vollständig durch die Ausgleichsrücklage gedeckt
werden. Die allgemeine Rücklage (Teil des Eigenkapitals des Kreises) muss
für das Jahresergebnis 2026 nicht in Anspruch genommen werden.
„Der Kreis Wesel steht wie viele Kommunen und Kreise vor erheblichen
finanziellen Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen
finanziellen Spielräume verantwortungsvoll zu nutzen und gleichzeitig
notwendige Zukunftsinvestitionen nicht aus dem Blick zu verlieren. Mit dem
genehmigten Haushalt verfügt der Kreis nun über die Grundlage, seine
Aufgaben und geplanten Investitionen im Jahr 2026 umzusetzen“, sagt
Regierungspräsident Thomas Schürmann.
Landrat Ingo Brohl: „Der nun genehmigte Haushalt für das Jahr 2026 ist
wichtig und gibt uns die Sicherheit, Maßnahmen wie geplant umzusetzen. Die
Bezirksregierung bestätigt im Kern unser Vorgehen in Zeiten einer
beispiellosen, bundesweiten kommunalen Finanzkrise. Diese hat ihre Ursache
nicht in den Rat- und Kreishäusern, sondern ist verursacht durch fehlendes
Wirtschaftswachstum und eine mangelhafte Finanzausstattung, insbesondere
von Bundesleistungsgesetzen. Dennoch können wir auch im Haushalt 2026 die
historisch niedrige Hebesatzlinie von 36.4 Punkten halten, nachdem wir im
Jahr zuvor diese sogar leicht senken konnten. Diese Linie wird leider in
den nächsten Jahren nicht zu halten sein. Deshalb, unabhängig von den
Ursachen der kommunalen Finanzkrise, arbeiten wir weiter, allein schon aus
dem Rücksichtsnahmegebot gegenüber unseren kreisangehörigen Kommunen, mit
hohem Tempo und ordentlich Tiefgang mit unserem Anspruch ‚Konsolidieren,
Fokussieren und Modernisieren‘ am Kreishaushalt bis hin zu einem
freiwilligen Haushaltssicherungskonzept.“
Der Hebesatz der allgemeinen Kreisumlage liegt 2026 bei 36,4 Prozent und
damit 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Über die Kreisumlage
beteiligen sich die kreisangehörigen Städte und Gemeinden an der
Finanzierung der Aufgaben des Kreises. Insgesamt werden über die
allgemeine Kreisumlage rund 338,4 Millionen Euro von den kreisangehörigen
Kommunen erhoben.
Auch bei weiteren Umlagen gibt es Veränderungen. Der Hebesatz der
Jugendamtsumlage steigt von 25,25 Prozent im Jahr 2025 auf 26,1 Prozent im
Jahr 2026.
Für den öffentlichen Personennahverkehr erhebt der Kreis eine ÖPNV-Umlage
von insgesamt rund 7,97 Millionen Euro. Ab 2026 werden dabei erstmals 50
Prozent der Aufwendungen für die XBus-Linien der ersten Stufe
berücksichtigt. Die Verteilung auf die kreisangehörigen Kommunen richtet
sich insbesondere nach den Nutz-Kilometerleistungen und den Vereinbarungen
zur jeweiligen Linienverantwortung.
Bei der seit 2019 erhobenen differenzierten Umlage für die
Straßenbahnlinie 903 gibt es ebenfalls eine Anpassung. Die Stadt Dinslaken
trägt 2026 einen Anteil von 80 Prozent der entsprechenden Betriebskosten.
Daraus ergibt sich für die Stadt ein Betrag von rund 468.000 Euro.
Ein Schwerpunkt der Finanzplanung des Kreises liegt weiterhin auf
Investitionen in Baumaßnahmen. Dazu zählt insbesondere die geplante
Zentralisierung des Berufskollegs Dinslaken. Auch in den kommenden Jahren
rechnet der Kreis mit negativen Jahresergebnissen. Vor Abzug des jeweils
eingeplanten globalen Minderaufwands (pauschal eingeplante Einsparungen)
werden für 2027 ein Fehlbetrag von rund 34,3 Millionen Euro, für 2028 von
rund 26,7 Millionen Euro und für 2029 von rund 20,2 Millionen Euro
erwartet.
Nach der derzeitigen Finanzplanung wird die Ausgleichsrücklage bis 2029
vollständig aufgebraucht sein.
Im Jahresabschluss 2026 soll zudem ein noch bestehender Betrag in Höhe von
rund 1,08 Mio. Euro ausgebucht werden. Der Betrag resultiert aus den
finanziellen Belastungen infolge der Corona-Pandemie und des Krieges gegen
die Ukraine und wurde entsprechend der gesetzlichen Regelungen gesondert
im Haushalt ausgewiesen. Die Ausbuchung hat keine Auswirkungen auf das
Jahresergebnis 2026.
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