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Betreff: Clara-Grunwald-Schule: Projektwoche verbindet neue Namensgeberin, Erinnerung und religiöse Vielfalt
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14. Oktober 2026, Clara-Grunwald-Schule: Projektwoche verbindet neue
Namensgeberin, Erinnerung und religiöse Vielfalt Information der
Clara-Grunwald-Schule
Zum Abschluss ihrer Projektwoche präsentierte die Clara-Grunwald-Schule am
Freitag, 9. Oktober, die Arbeitsergebnisse ihrer Schülerinnen und Schüler. Alle
vier Jahrgangsstufen haben sich altersgerecht mit Clara Grunwald, der neuen
Namensgebung ihrer Schule, den Weltreligionen und weiteren Fragen des
gesellschaftlichen Zusammenlebens beschäftigt.
Wer war Clara Grunwald, deren Namen die frühere Hermann-Gmeiner-Schule in
Rheydt-Pongs heute trägt? Was bedeutet es für eine Schulgemeinschaft, einen
neuen Namen anzunehmen? Und wie können Kinder unterschiedliche Religionen,
Überzeugungen und Lebensgeschichten kennenlernen und ihnen mit Respekt begegnen?
Mit diesen Themen beschäftigte sich die Clara-Grunwald-Schule während ihrer
Projektwoche vom 28. September bis 2. Oktober. Alle vier Jahrgangsstufen
arbeiteten dabei mit altersgerechten Zugängen und unterschiedlichen
Schwerpunkten. Zu den Themen gehörten die großen Weltreligionen und ihre
Traditionen ebenso wie Kinderrechte und Fragen des respektvollen Zusammenlebens.
Einen besonderen Schwerpunkt bildete die neue Namensgeberin der Schule. Die
Kinder lernten Clara Grunwald als Lehrerin und Reformpädagogin kennen,
beschäftigten sich mit ihrer jüdischen Herkunft und setzten sich, ihrem Alter
entsprechend, mit ihrer Verfolgung während der nationalsozialistischen Zeit
auseinander.
Die Viertklässler der Schule nahmen an einem ganztägigen Workshop des Vereins
Zweitzeugen e.V. teil, in dem sie eine weitere Lebensgeschichte eines im
Nationalsozialismus verfolgten Menschen kennenlernten und mit der Biografie
Clara Grunwalds in Verbindung setzten konnten. Bei Besuchen der Kinder in der
evangelischen Hauptkirche Rheydt, der Landsynagoge Titz, eines jüdischen
Friedhofs in Mönchengladbach und einer Moschee konnten die Kinder
Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Religionen entdecken. Die Gesellschaft für
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Mönchengladbach baute zudem für die
Projektwoche und anlässlich des jüdischen Laubhüttenfestes eine Laubhütte in den
Lesegarten der Schule. Dort versammelten sich die Kinder der Schule während der
Projektwoche immer wieder zum Erzählen, Singen und zum Frühstücken. So verband
die Projektwoche mit großer Lebendigkeit biografisches Lernen mit Fragen von
Erinnerung, Menschenwürde, Religion und gesellschaftlicher Vielfalt.
„Mit dem neuen Namen beginnt für unsere Schule auch eine intensive Beschäftigung
mit Clara Grunwald als Person und mit den Themen, die sich aus ihrer
Lebensgeschichte ergeben“, sagt Schulleiterin Antonia Thies-Michael. „Uns ist
wichtig, dass die Kinder entsprechend ihrem Alter eigene Zugänge entwickeln
konnten. Sie lernten Clara Grunwald kennen und beschäftigten sich zugleich mit
Religionen, Kinderrechten, gegenseitigem Respekt und der Frage, wie Menschen mit
unterschiedlichen Überzeugungen miteinander leben.“
Nach schwerwiegenden Vorwürfen gegen den alten Namensgeber wurde die Schule zum
1. August dieses Jahres umbenannt. Mit Clara Grunwald erhielt sie den Namen
einer Persönlichkeit mit unmittelbarem Bezug zu Mönchengladbach: Die Pädagogin
wurde 1877 in Rheydt geboren. Grunwald arbeitete über viele Jahre als Lehrerin
und gehörte zu den Vertreterinnen der Montessori-Reformpädagogik. Nach der
nationalsozialistischen Machtübernahme verlor sie 1933 ihre berufliche Stellung
und engagierte sich in den folgenden Jahren unter den Bedingungen zunehmender
Verfolgung in jüdischen Bildungs- und Hilfszusammenhängen. Im April 1943 ging
Clara Grundwald freiwillig ins Vernichtungslager Auschwitz, weil sie die ihr
anvertrauten jüdischen Kinder nicht allein lassen wollte, und wurde dort
ermordet. Eigentlich sollte die Pädagogin in ein Arbeitslager deportiert werden.
Die Beschäftigung mit ihrer Biografie gehört zur Auseinandersetzung der
Schulgemeinschaft mit dem neuen Namen. Bereits im Vorfeld der Projektwoche hatte
sich das Kollegium gemeinsam mit dem Verein Zweitzeugen mit Holocaust Education
in der Grundschule, der Vermittlung von Verfolgungs- und Überlebensgeschichten
sowie mit Antisemitismus beschäftigt. „Die Umbenennung sollte für uns nicht mit
einem neuen Schild am Schulgebäude abgeschlossen sein“, erklärt Antonia
Thies-Michael. „Wir wollten gemeinsam mit den Kindern herausfinden, wer Clara
Grunwald war und warum unsere Schule heute ihren Namen trägt. Die Projektwoche
gab uns dafür die Möglichkeit, ihre Lebensgeschichte mit Themen zu verbinden,
die für Kinder auch heute unmittelbar verständlich sind.“
Am Freitag, 9. Oktober, kamen die verschiedenen Themen und Ergebnisse der
Projektwoche zusammen. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten einander sowie
ihren Eltern, Familien und Gästen aus Politik, Kirche und Vereinen, womit sie
sich während der Woche beschäftigt haben. Für die Clara-Grunwald-Schule bildet
der gemeinsame Abschluss einen weiteren Schritt, den neuen Schulnamen mit Leben
zu füllen. Die Beschäftigung mit Clara Grunwald verbindet dabei die Geschichte
der Namensgeberin mit grundlegenden Fragen, die auch den heutigen Schulalltag
betreffen: dem Wissen über unterschiedliche Religionen und Lebensweisen, dem
Respekt vor anderen Menschen, den Rechten von Kindern und der Erinnerung an die
Folgen von Ausgrenzung und Verfolgung.
Beim Festakt betonte Gülistan Yüksel, 1. Bürgermeisterin der Stadt
Mönchengladbach, in ihrer Ansprache, dass die Umbenennung ein besonderer Tag für
die Stadt und die Schule sei. Der Name Clara Grundwald stehe für eine besondere
Identität und Geschichte sowie als Orientierung für Gegenwart und Zukunft, dass
eine Schule sich auch durch Gemeinschaft und die Verantwortung für die Würde
jedes Einzelnen auszeichne. Bezirksbürgermeister Ulrich Elsen stellte ebenso die
große Persönlichkeit und Vorbildfunktion Clara Grunwalds heraus und sieht in der
neuen Namensgebung auch den Auftrag, die Arbeit der Pädagogin fortzuführen.
Pfarrer Michael Schicks (Katholische Pfarrgemeinde Herz Jesu) erinnerte in
seiner Ansprache neben Clara Grunwald an andere Menschen jüdischen Glaubens, die
Verantwortung für andere übernommen und deshalb ihr Leben verloren haben und
wünschte der Schulgemeinde, sie möge die Liebe füreinander ausstrahlen. Der
evangelische Pfarrer Peter Brischke, der als Vertreter der Gesellschaft für
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ein Grußwort hielt, betont, dass mit der
Namensgebung auch ein Segen verbunden sei, der die Zukunft der Schule prägen
solle.
Zum Abschluss überreichte Reinhold Schiffers von der Gesellschaft für
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Schulleiterin Antonia Thies-Michael zwei
Porträts Clara Grunwalds, die die Mönchengladbacher Künstlerin Christiane Behr
anlässlich der Umbenennung für die Schule geschaffen hat.
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Schulleiterin Antonia Thies-Michael mit Kindern der Schule und dem neuen
Namensschild für die Clara-Grunwald-Schule©Clara-Grunwald-Schule