Fotografien aus dem Bochumer Verein
Prof. Dr. Ralf Stremmel erklärt die Bedeutung der Werksfotografie zwischen 1926 und 1945 bei einem kostenlosen Vortrag im Stadtarchiv Bochum
Das Stadtarchiv – Zentrum für Stadtgeschichte öffnet am Mittwoch, den 14. Mai, um 19 Uhr seine Türen für einen besonderen Vortrag: „Mehr als Maschinen Produkte – die Werksfotografie des Bochumer Vereins zwischen 1926 und 1945“. Der Referent Prof. Dr. Ralf Stremmel wird den Gästen in der Wittener Straße 47 spannende Einblicke in die visuelle Dokumentation einer der bedeutendsten Industrieinstitutionen Bochums bieten. Der Eintritt zu diesem Event ist frei.
Werksfotografie als Zeitzeugnis
Der „Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation“ nutzte Fotografie systematisch, sowohl zur internen Dokumentation als auch zur Öffentlichkeitsarbeit. Besonders nach 1932 entwickelte sich die eigene Foto-Abteilung rasch weiter und setzte Maßstäbe für Qualität und Vielfalt der Aufnahmen.
Die Werksfotografen hielten bei weitem nicht nur Maschinen und Fertigungsprozesse fest. Sie lichteten ebenso zahlreiche Ereignisse von lokaler und regionaler Bedeutung ab – darunter Sportfeste, Theateraufführungen, Ausstellungen oder Parteitage der NSDAP. So entstand ein vielseitiges Bildarchiv, das weit über reine Technikdokumentation hinausgeht.
Archivbilder mit Geschichte
Im Historischen Archiv Krupp in Essen sind etwa 52.000 Fotografien aus der Zeit des „Bochumer Vereins“ zwischen 1926 und 1945 erhalten. Diese Sammlung bildet die Grundlage des Vortrags. Prof. Dr. Ralf Stremmel präsentiert ausgesuchte Bildbeispiele und erläutert dabei nicht nur deren Entstehung und Nutzung, sondern auch die Arbeitsweise der damaligen Fotografen.
Ein zentrales Thema sind die Möglichkeiten und Grenzen bei der heutigen Interpretation historischer Fotografien: Welche Erkenntnisse liefern die Bilder über die Wirklichkeit jener Zeit, und wie können heutige Betrachter sie entschlüsseln?
Mehr als nur Dokumentation: Die Bedeutung für Gegenwart und Forschung
Werksfotografie wird zunehmend als wertvolle Quelle zur Sozial-, Technik- und Stadtgeschichte erkannt. Der Vortrag beleuchtet, welchen Beitrag diese Fotografien zum Verständnis der Vergangenheit leisten und welch vielschichtige Geschichten hinter den Aufnahmen stehen.
Informationen für Interessierte
Die Veranstaltung richtet sich an historisch Interessierte, Freunde der Fotografie sowie an alle, die einen neuen Blick auf die Industriegeschichte Bochums werfen möchten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen zum Stadtarchiv Bochumhttps://www.bochum.de
Das Stadtarchiv setzt mit dieser Vortragsreihe einen Impuls, sich mit Bildquellen und deren Aussagekraft kritisch auseinanderzusetzen – und lädt dazu ein, Industriefotografie mit neuen Augen zu sehen.
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