Neuer Schatz im Bochumer Stadtarchiv

Schenkung eines Gemäldes von Ignatius Geitel beleuchtet Kunst und Mäzenatentum in Bochum der 1930er Jahre

Von Redaktion Bochum
Neuer Schatz im Bochumer Stadtarchiv
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Das Bochumer Stadtarchiv freut sich über einen bedeutenden Neuzugang: Am 3. April 2025 überreichte Inge Diergardt, Lebensgefährtin des renommierten Künstlers Ignatius Geitel (1913–1985), ein originales Geitel-Gemälde als Schenkung an das Zentrum für Stadtgeschichte. Die feierliche Übergabe erfolgte an den Leiter des Stadtarchivs, Dr. Kai Rawe. Mit der Aufnahme des Werks gewinnt die Sammlung des Stadtarchivs ein kulturhistorisch bedeutsames Exponat aus den Anfängen des Künstlers hinzu.

Historisches Werk mit vielseitiger Bedeutung

Bei dem übergebenen Kunstwerk handelt es sich um eine Tempera-Malerei auf Papier mit den Maßen 50 x 45,5 Zentimeter, entstanden in den 1930er Jahren. Abgebildet ist ein Szenenpaar, das direkt auf die Sammeltätigkeit des bekannten Ehepaares Gröppel verweist. Das Werk hat somit nicht nur künstlerischen, sondern auch stadtgeschichtlichen Wert, da es das

des Industriellenpaares dokumentiert. Gleichzeitig gilt es als eines der frühen Zeugnisse von Geitels Schaffen.

Die Sammlung der Eheleute Gröppel

Das Ehepaar Gröppel war für ihre umfassende Kunstsammlung bekannt: Nahezu 200 Werke, darunter zahlreiche expressionistische Arbeiten, fanden ihren Platz in ihrer Privatsammlung. Ihr Portrait und weitere Hintergrundinformationen sind den gesamten April über in den Ausstellungsräumen des Stadtarchivs für Besucher einsehbar.

Ignatius Geitel: Vom lokalen Künstler zum prägenden Gestalter des Stadtbilds

Ignatius Geitel entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem der bekanntesten Künstler Bochums. Insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren wurde sein Werk durch öffentliche Aufträge im Stadtbild sichtbar. Sein künstlerischer Einfluss zeigt sich unter anderem in folgenden Werken:

  • Das Mahnmal „Niobe“ auf dem Hauptfriedhof
  • Ein großes Glasmosaik
  • Das Keramik-Reliefbild am Walter-Gropius-Berufskolleg am Ostring
  • Zahlreiche Glasbilder für Kirchen und säkulare Gebäude, darunter:
    • Heilig-Geist-Kirche Bochum-Harpen
    • Treppenhaus des ehemaligen Stadtwerkehauses
    • „Klebeglasfenster“ im Kaufhaus Kortum (1954)
    • Treppenhäuser an Schulen
    • Ab 1968 konzentrierte sich Geitel verstärkt auf die Malerei und stellte regelmäßig in seinem Privathaus aus, was zu einer neuen Wahrnehmung seines Werks in der Öffentlichkeit führte.

      Bedeutung für das Stadtarchiv und die Bochumer Kunstszene

      Mit der Schenkung des Frühwerks von Ignatius Geitel erweitert das Stadtarchiv nicht nur seine Sammlung um ein bedeutsames Kunstobjekt, sondern stärkt auch die Wahrnehmung der lokalen Kunstgeschichte. Das Gemälde dokumentiert die engen Verbindungen zwischen städtischen Mäzenen, Kunstsammlern und Künstlern in Bochum.

      Während das Gemälde selbst in den Fundus des Archivs eingeht, ist das Portrait der Eheleute Gröppel den ganzen April über öffentlich ausgestellt – eine Gelegenheit, mehr über die Geschichte der Bochumer Kunstsammlertraditionen zu erfahren.

      Abschließender Hinweis

      Redaktionen steht ein Foto von der Übergabe – Inge Diergardt und Dr. Kai Rawe gemeinsam vor dem Werk – als Pressematerial zur Verfügung. Eine weitergehende Auseinandersetzung mit dem Nachlass Geitels und der Geschichte der Bochumer Kunstszene ist durch das neue Exponat im Stadtarchiv möglich.

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