Validierung für „Soul Skin Bodypainting“: Lisa Wieland prüft Konzept und Marktinteresse
Interviews mit 13 Personen zu Marktnachfrage und Zahlungsbereitschaft fließen in die Gründung des Studios ein.

Wie aus einer kreativen Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell werden kann, zeigt das Beispiel der Rommerskirchenerin Lisa Wieland in Grevenbroich. Die Gründerin hat mit Unterstützung der Gründungs.Impuls.Akademie der Wirtschaftsförderung impuls.RheinKreisNeuss in Zusammenarbeit mit der tzg Technologiezentrum Glehn GmbH ihr Bodypainting-Konzept überprüft und schließlich ihr eigenes Unternehmen aufgebaut.
Validierung als wichtiger Schritt vor der Gründung
Zu Beginn nahm Wieland an dem Seminar „Validierung“ der Gründungs.Impuls.Akademie teil. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, ob es für ein Bodypainting-Studio überhaupt einen Markt gibt und ob Menschen bereit sind, dafür Geld auszugeben. In dem Seminar ging sie gezielt den entscheidenden Fragen ihres Geschäftsmodells nach und prüfte vor allem die Marktnachfrage sowie die Zahlungsbereitschaft.
Dafür führte sie Interviews mit 13 Personen und verglich ihre ursprünglichen Annahmen mit den Rückmeldungen potenzieller Kundinnen und Kunden. Nach Angaben der Mitteilung zeigte sich dabei, dass die Motivation für ein solches Angebot teilweise anders ist als zunächst angenommen. Neben persönlichen Entwicklungs- und Empowerment-Aspekten spielen demnach vor allem Spaß, Neuheit und die Lust am Ausprobieren eine Rolle. Auch Paare hätten großes Interesse gezeigt, wodurch sich der Blick auf die Zielgruppe erweitert habe.
Von der kreativen Idee zum Unternehmen
Inzwischen ist die Gründung erfolgt: Lisa Wieland ist selbstständig. Ihr Angebot verbindet kreative Arbeit mit Coaching und Persönlichkeitsentwicklung. Als Creative Coach möchte sie einen Raum schaffen, in dem Menschen Selbstwirksamkeit, Körperakzeptanz und Empowerment erfahren können. Besonders angesprochen werden sollen Menschen in persönlichen Transformationsphasen oder mit Ausgrenzungserfahrungen, zugleich aber auch Menschen, die Lust auf ein außergewöhnliches Erlebnis haben.
Ganz bei null startete Wieland nicht. Bereits vor Beginn ihrer Teilnahme an Gründungs.Impuls hatte sie Veranstaltungsformate und Workshops mit bis zu 40 Teilnehmern durchgeführt. Hinzu kamen die Konzeption und Organisation eigener Veranstaltungen, darunter eine Reihe für feministische Malworkshops. Außerdem bestand bereits eine vertragliche Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz.
Businessplan, Finanzierung und Marktauftritt
Parallel zur Markterprobung arbeitete Wieland ihren Businessplan weiter aus und bereitete gemeinsam mit der Agentur für Arbeit die Finanzierung ihrer Gründung vor. Inzwischen sind auch die formalen Schritte abgeschlossen. Zum 1. Mai erfolgte die Gründung des „Soul Skin Bodypainting“-Studios, der Gründungszuschuss wurde auf Grundlage des Businessplans und einer externen fachkundigen Stellungnahme bewilligt.
Auch der Marktauftritt nimmt laut Mitteilung Gestalt an. Erste Faltblätter wurden entwickelt, und eine eigene Website wurde aufgebaut. Zusätzlich baute Wieland eine Kooperation mit einer Fotografin auf, sandte Kooperationsanfragen an große Hotels in Düsseldorf und Köln und steht mit den Verantwortlichen aktuell im Austausch.
Vernetzung und Engagement in der Community
Zur Entwicklung des Studios gehört auch die Vernetzung in der Community. Wieland unterstützt queere Organisationen und Veranstaltungen und engagierte sich unter anderem für den „Pride Day“ in Grevenbroich im September. Beim Christopher Street Day in Köln sorgte sie mit eigens gestalteten Aufklebern von „Soul Skin Bodypainting“ für Sichtbarkeit. Zudem verband sie eine Aktion mit sozialem Engagement: Drei Prozent des Preises wurden an das Queere Netzwerk NRW gespendet.
Bedeutung für die Gründungsförderung
Für die Wirtschaftsförderung impuls.RheinKreisNeuss zeigt das Beispiel nach eigenen Angaben, welchen Zweck die Gründungs.Impuls.Akademie erfüllen soll: nicht allein Wissen zu vermitteln, sondern Gründerinnen und Gründer dabei zu unterstützen, ihre Annahmen zu überprüfen, Entscheidungen auf Basis von Erkenntnissen zu treffen und konkrete nächste Schritte umzusetzen.
Der Leiter des Startercenter NRW Rhein-Kreis Neuss, Christian Schieren, betonte laut Mitteilung, die entscheidende Frage sei gewesen, ob aus der Idee auch ein tragfähiges Geschäftsmodell entstehen könne. Genau hier setze das Seminar „Validierung“ an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten herausfinden, was am Markt tatsächlich funktioniert, und ihr Konzept auf dieser Grundlage weiterentwickeln.
Mit Gründungs.Impuls hat die Wirtschaftsförderung gemeinsam mit der tzg Technologiezentrum Glehn GmbH ein Qualifizierungsangebot gestartet, das Menschen in unterschiedlichen Phasen ihrer Gründungsreise begleitet. Es verbindet Experteninputs mit praktischer Arbeit am eigenen Vorhaben. Ziel ist es, Gründungsvorhaben systematisch zu qualifizieren und die Chancen auf nachhaltigen unternehmerischen Erfolg zu erhöhen. Ausgehend von den Erkenntnissen aus der Pilotphase wird das Angebot aktuell weiterentwickelt und 2027 neu aufgesetzt wieder angeboten.
Weitere Informationen über die Gründungs.Impuls.Akademie stehen im Internet unter https://tzg.online/akademie/gruendungs-impuls zur Verfügung.
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