Benzin-Attacke in Ehrenfeld
49-Jährige soll Ordnungsdienst-Mitarbeiter in Köln bedroht haben – Ermittlungen wegen versuchten Tötungsdelikts

In Köln-Ehrenfeld hat die Polizei am Mittwochnachmittag eine 49-jährige Frau festgenommen. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei soll sie einen Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes mit Benzin übergossen und mit einem Feuerzeug bedroht haben. Die Ermittlungen laufen wegen eines versuchten Tötungsdelikts.
Wegen konkreter Anhaltspunkte für eine schwere psychische Erkrankung wurde die Frau in eine Fachklinik eingewiesen. Parallel prüft die Staatsanwaltschaft, ob eine dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht kommt.
Vorfall im Bereich des Bahnhofs Ehrenfeld
Nach dem bisher bekannten Ermittlungsstand hatten drei Mitarbeiter des Ordnungsamtes gegen 14.40 Uhr mitgeteilt, dass die 49-Jährige gemeinsam mit ihrer 24-jährigen Tochter verfassungsfeindliche Symbole sprühen würde. Im Zuge der Kontrolle soll die Beschuldigte mit einer mit Benzin gefüllten Kunststoffflasche gedroht und zunächst in Richtung Bahnhof geflüchtet sein.
Dort stellten die städtischen Mitarbeiter die Frau. Nach Angaben der Ermittler schüttete sie den Inhalt der Flasche vollständig über die Uniform des 33-jährigen Ordnungsdienstmitarbeiters und hielt ihm ein Feuerzeug entgegen. Der 33-Jährige setzte daraufhin Reizgas ein. Anschließend konnten die städtischen Mitarbeiter die Frau überwältigen.
Ermittlungen und rechtliche Einordnung
Die Staatsanwaltschaft hat eine psychiatrische Untersuchung der Beschuldigten angeordnet. Im Mittelpunkt der weiteren Ermittlungen steht neben dem Vorwurf des versuchten Tötungsdelikts auch die Frage, wie die Situation rechtlich und medizinisch einzuordnen ist.
Die Polizei macht dabei deutlich, dass konkrete Hinweise auf eine schwere psychische Erkrankung vorliegen. Diese Angaben sind für das weitere Verfahren von Bedeutung, ebenso die Prüfung einer möglichen Unterbringung.
Zeugen gesucht
Die Kriminalpolizei sucht dringend Zeugen, die das Geschehen im Bereich des Bahnhofs Ehrenfeld sowie in der Senefelderstraße beobachtet haben. Besonders wichtig sind Hinweise zum Angriff mit der Benzinflasche.
Auch Passanten, die die Situation mit dem Smartphone gefilmt oder fotografiert haben, werden gebeten, das Material zur Verfügung zu stellen. Solche Aufnahmen können für die Rekonstruktion des Ablaufs hilfreich sein.
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