Gedenken für die Zukunft: Schülerinnen und Schüler ehren die Opfer des Holocaust

Bewegende Veranstaltung am Daltongymnasium erinnert an jüdische Schicksale und fordert zur Verankerung der Erinnerungskultur im Alltag auf

Von Redaktion Alsdorf
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Am 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau fand im Daltongymnasium Alsdorf eine bewegende Gedenkveranstaltung statt, die an die jüdischen Opfer des Holocaust erinnerte. Diese Veranstaltung wurde von Schülerinnen und Schülern organisiert, die Lebenswege und Schicksale jüdischer Menschen durch die Wanderausstellung „We, the six Million“ ins Gedächtnis riefen.

Einblicke in die Geschichte durch Schülerinitiativen

Die Ausstellung, bestehend aus Text- und Bildtafeln, präsentierte Biographien jüdischer Opfer aus dem westlichen Rheinland. Teilnehmer des Geschichtsgrundkurses der Jahrgangsstufe Q2 teilten ihre Gedanken zur Erinnerungskultur mit den Gästen, darunter auch Nachfahren jüdischer Familien aus Alsdorf. Die Schüler betonten die Wichtigkeit einer persönlichen Verbindung zu den Opfern der NS-Zeit, um die Geschichte lebendig und warnend zu halten.

Vorschläge zur Verankerung der Erinnerungskultur im Alltag

Zu den Ideen der Schüler gehörte die Anregung, Straßen nach Menschen zu benennen, die Widerstand gegen das NS-Regime leisteten. Beispiele hierfür sind Jakob Dautzenberg, ein Kommunist, der die Konzentrationslager Neuengamme und Bergen-Belsen überlebte, sowie Erich Zwiebel, dessen Geschäft während der Reichspogromnacht zerstört wurde und der 1943 nach Auschwitz deportiert wurde, wo er ermordet wurde. Ein Straßenname könnte, so die Schüler, nicht nur erinnern, sondern auch einen Beitrag gegen Rassismus leisten.

Die Geschichte Walter Elkans

Der Projektkurs Geschichte der Q2 befasste sich intensiv mit der Biographie Walter Elkans, der 1912 geboren wurde und 1936 nach Palästina emigrierte. Trotz seiner Auswanderung behielt er die Liebe zur alten Heimat und kehrte 1956 nach Aachen zurück. Die Schüler hielten seine Lebensgeschichte in zwei Roll-ups in der Ausstellung „We, the six million“ fest und ehrten ihn mit einem Stolperstein vor seinem ehemaligen Wohnhaus in Hoengen.

Resonanz und Bedeutung der Veranstaltung

Dr. Carsten Misera, Lehrer am Daltongymnasium, betonte, dass Walter Elkans Name stellvertretend für viele verlorene jüdische Schicksale steht und eine Schulpartnerschaft mit einer Schule in Tel Aviv angestrebt wird. Bürgermeister Alfred Sonders lobte die Schüler für ihre Auseinandersetzung mit der Geschichte und warnte vor dem erstarkenden Rechtsextremismus in Deutschland. Diese Bedenken teilte auch die stellvertretende Städteregionsrätin Elisabeth Paul, die vor der Wiederkehr völkischer Ideologien warnte.

Familiengeschichte und Völkerverständigung

Nachfahren der Familie Elkan und der Familie Keller aus den USA zeigten sich tief beeindruckt von der Intensität und der Arbeit der Schüler. Die Veranstaltung bot Gelegenheit für persönliche Gespräche und interkulturellen Austausch. Zusätzlich wurde die Ausstellung „Humans of October 7th“ des israelischen Photojournalisten Erez Kaganovitz gezeigt, die an die Massaker vom 7. Oktober 2023 erinnerte und die menschliche Seite und den Mut in Israel darstellte.

Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von Valeria Trenkenschu und Yusuf Mazyek, Preisträger des „Jugend-Musiziert“-Wettbewerbs, die beide am Flügel spielten.

Die Veranstaltung am Daltongymnasium war nicht nur eine Gedenkfeier, sondern auch ein Appell an die heutige Gesellschaft, aus der Geschichte zu lernen und aktiv für Toleranz und Erinnerung einzutreten. Die Arbeit der Schülerinnen und Schüler zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die grausamen Ereignisse der Vergangenheit lebendig zu halten, um eine bessere Zukunft zu gestalten.

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