Verfahrenslotsen erleichtern Förderanträge in Alsdorf

Jugendamt unterstützt Familien bei Inklusion und individueller Förderung seit Januar 2024

Von Redaktion Alsdorf
Verfahrenslotsen erleichtern Förderanträge in Alsdorf
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Immer mehr Eltern suchen Rat, um ihre Kinder bestmöglich auf ihrem Bildungsweg und in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Chancengleichheit, individuelle Förderung und eine gesicherte Zukunft stehen dabei im Mittelpunkt vieler Sorgen und Hoffnungen. In der Stadt Alsdorf greifen nun spezielle Verfahrenslotsen Familien gezielt unter die Arme, um die Hürden von Antragstellung und Behördenkontakt zu überwinden.

Inklusion als Leitgedanke

Der Ansatz der

wird verstärkt in den Fokus gerückt. Schätzungen zufolge haben rund zehn bis 15 Prozent der Kinder in Deutschland eine Behinderung oder eine gesundheitliche beziehungsweise seelische Beeinträchtigung. Der daraus resultierende Förderbedarf betrifft jedoch nicht nur Kinder, sondern schließt auch Jugendliche und junge Erwachsene mit ein, die Unterstützung auf dem Weg in ein eigenständiges Leben benötigen.

Verfahrenslotsen: Orientierung im Antragsdschungel

Im Jugendamt der Stadt Alsdorf begleiten Verfahrenslotsen Familien durch das oftmals komplexe Verfahren zur Beantragung von Hilfen. Mario Lipperts, Verfahrenslotse im Jugendamt, bringt es auf den Punkt: „Behinderungen, Kinder mit besonderen Lernbedürfnissen, mit Migrationshintergrund oder aus sozial benachteiligten Verhältnissen mit psychischen Erkrankungen oder Verhaltensauffälligkeiten – die Bandbreite der Ursachen für einen Förderungsbedarf ist groß. Die Hintergründe zeigen auf, wo angesetzt und geholfen werden muss.“

In seiner Funktion übernimmt Lipperts die Aufgabe, ratsuchende Eltern – ähnlich einem Fluglotsen – sicher vom ersten Beratungsgespräch bis zur Gewährung geeigneter Hilfeleistungen zu begleiten. Der Kontakt mit dem Verfahrenslotsen erfolgt oft auf Anregung von Kita-Erzieherinnen, Lehrpersonal oder Ärzten. Eltern können sich aber auch direkt und eigeninitiativ an die Beratungsstelle wenden.

Vom Erstgespräch bis zur Unterstützung

Nach telefonischer Terminvereinbarung „lotet“ der Verfahrenslotse gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten im persönlichen Gespräch aus, welche Form der Unterstützung für das Kind in Frage kommt und wo diese zu erhalten ist. Dieser niedrigschwellige Zugang soll es Eltern erleichtern, nötige Hilfe frühzeitig zu erkennen und anzunehmen.

Bedarf wächst – Gesetzliche Vorgaben greifen

Sabine Schäfer, Leiterin des Alsdorfer Jugendamtes, bestätigt die wachsende Nachfrage nach Beratung und Unterstützungsleistungen: „Manche Eltern erkennen, dass ihr Kind ein Problem hat, scheuen sich aber davor – oder wissen es nicht besser –, sich dann Hilfe zu holen.“ Mit dem seit Januar 2024 bestehenden gesetzlichen Beschluss, dass jede Kommune eine Stelle für einen Verfahrenslotsen vorhalten muss, wurde ein wichtiges Signal gesetzt. Schäfer hebt hervor, dass Eltern hier echte und gezielte Hilfe erfahren.

Kontaktaufnahme und Terminvereinbarung

Zur Vereinbarung eines ersten Beratungstermins steht Mario Lipperts als Verfahrenslotse beim Jugendamt der Stadt Alsdorf zur Verfügung.

Mit diesem Angebot möchte die Stadt Alsdorf einen weiteren Schritt in Richtung gerechter Bildungschancen und frühzeitiger Kindesförderung gehen – zum Wohl aller Familien und insbesondere der Kinder, die besondere Unterstützung benötigen.

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