Hilden gedenkt mit Musik und Ausstellung
Konzert verbotener jüdischer Kompositionen und Ausstellung über Anita Lasker-Wallfisch erinnern an NS-Opfer

Am 27. Januar wird mit einer Reihe von Kulturveranstaltungen in Hilden an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Der Gedenktag bietet dabei eine besondere Gelegenheit, Geschichte durch Musik und Ausstellungserlebnisse erfahrbar zu machen und so einen Beitrag zum Bewahren der Erinnerungskultur zu leisten.
Konzert in der Reformationskirche: Erinnern durch Musik
In der Reformationskirche am Markt findet ein Konzert zum nationalen Gedenktag statt. Die Veranstaltung versteht sich als musikalisches Zeichen des Erinnerns, der Mahnung und der Reflexion über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Verantwortlich für das Programm sind Lehrkräfte der Musikschule, die ein besonderes Augenmerk auf jüdische Kompositionen aus dem frühen 20. Jahrhundert legen – Werke, die im Nationalsozialismus als „entartet“ galten und verboten wurden.
Mit der Aufführung dieser Kompositionen wird das Schaffen von Musikerinnen und Musikern geehrt, die damals ausgegrenzt, unterdrückt oder zum Schweigen gebracht wurden. Mitwirkende des Konzerts sind das Jugendsinfonieorchester „Sinfonietta“, ein Trio bestehend aus Harfe, Bratsche und Cello sowie Lehrkräfte aus verschiedenen Instrumentalbereichen wie Klavier, Querflöte, Klarinette, Oboe und Gitarre. Das vielfältige Ensemble garantiert ein abwechslungsreiches Konzertprogramm, das unterschiedliche Klangfarben und Ausdrucksmöglichkeiten in den Vordergrund stellt.
Ergänzend zur Musik werden erläuternde Texte zu den Komponistinnen und Komponisten sowie der historische Hintergrund der Werke präsentiert. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei.
Ausstellung „Die Cellistin von Auschwitz“ in der Stadtbibliothek
Ein weiteres Angebot ist die Ausstellung „Die Cellistin von Auschwitz“, die am 30. Januar um 16:30 Uhr in der Stadtbibliothek Hilden eröffnet wird. Im Fokus steht die wahre Geschichte von Anita Lasker-Wallfisch, die als junges Mädchen das Konzentrationslager Auschwitz überlebte, weil sie im Frauenorchester Cello spielte.
Die Ausstellung richtet sich vor allem an Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren und vermittelt deren Lebensgeschichte sensibel und altersgerecht. Interessierte Erwachsene finden in der Ausstellung ebenfalls wertvolle Denkanstöße.
Direkt am Eröffnungstag gibt es um 18:00 Uhr eine Führung mit der Kulturpädagogin und Ausstellungskuratorin. Diese Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei zugänglich. Die Wanderausstellung wird zudem ab Anfang Februar für jeweils zwei Tage an mehreren Schulen gezeigt und dort gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern betrachtet und besprochen. Darüber hinaus ist die Ausstellung am 4. Februar (15:00 – 18:00 Uhr) und am 5. März (16:00 – 19:00 Uhr) in der Städtischen Galerie im Bürgerhaus zu sehen.
Grundlagen und Bildungsansatz der Ausstellung
Basis für die Ausstellung bildet das Kinderbuch „Du wirst gerettet werden“ von Barbara Kirschbaum (Text) und Lukas Ruegenberg (Illustrationen). Das Buch erklärt zentrale Begriffe und historische Hintergründe wie Nationalsozialismus, Judenverfolgung und Auschwitz auf kindgerechte Weise und unterstützt Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen bei der altersgerechten Vermittlung.
Finanzierung und Engagement aus der Bürgerschaft
Die Realisierung der Ausstellung „Die Cellistin von Auschwitz“ wurde durch eine großzügige Spende eines Hildener Bürgers möglich gemacht. Das Engagement der Stadt und der Kulturschaffenden unterstreicht die Bedeutung einer aktiven Erinnerungskultur vor Ort.
Mit diesen Veranstaltungen setzt Hilden ein deutliches Zeichen für Vielfalt, Toleranz und gegen das Vergessen – und lädt Bürgerinnen und Bürger aller Generationen dazu ein, sich zu informieren, zu erinnern und gemeinsam die Lehren aus der Geschichte wachzuhalten.
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