Menden erinnert an ermordete Sinti und Roma
Neues Mahnmal symbolisiert Zerrissenheit und Heilung – Einweihung am 9. März mit barrierefreiem Zugang

Am 9. März 2026 wird in Menden ein neues Mahnmal zur Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma feierlich eingeweiht. Der Standort auf dem Platz neben der St. Vincenz Kirche wurde bewusst gewählt, um an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu erinnern. Während des NS-Regimes wurden mindestens 46 Mendener Sinti verfolgt und in Auschwitz-Birkenau ermordet. Das Mahnmal, bestehend aus einem gespaltenen Stein, soll fortan ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen setzen.
Gedenken und Erinnerungskultur in Menden
Die Einweihungsfeier beginnt um 17 Uhr mit einer Wort-Gottes-Feier. Gestaltet wird diese von Pfarrer Jürgen Senkbeil, unterstützt von Schülerinnen und Schülern der 4. Jahrgangsstufe der Anne-Frank-Grundschule. Bürgermeisterin Manuela Schmidt wird die Gäste begrüßen und die Bedeutung der neuen Erinnerungslandschaft hervorheben. Roman Franz, Vorsitzender der Initiative „!“, unterstützt die Gestaltung des Programms.
Im Rahmen der Veranstaltung sind weitere Redebeiträge geplant, die das Schicksal der 500.000 unter dem NS-Regime entrechteten und deportierten Menschen thematisieren. Zu den Ehrengästen zählen Staatssekretär Dr. Bernd Schulte, der die Grußworte der Landesregierung Nordrhein-Westfalen überbringt, sowie Regierungsvizepräsident Volker Milk. Erwartet werden zudem Gäste des Landesverbandes Deutscher und zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, darunter der Landtagsabgeordnete Matthias Eggers.
Musikalischer Rahmen und Symbolik des Mahnmals
Die Einweihung erhält durch die musikalische Begleitung eine besondere Atmosphäre. Die vielfach ausgezeichnete Violinistin June Heilig, die bereits in jungen Jahren den 1. Preis bei „Jugend musiziert“ gewann, spielt gemeinsam mit ihrem Vater, dem Pianisten Sergej Hartmann.
Das Mahnmal selbst besteht aus einem großen Findling, der aus dem Steinbruch des Kalkwerks Hönnetal gestiftet wurde. Der Steinblock wurde in zwei Teile gebrochen, die nun durch einen schmalen Spalt getrennt, aber dennoch eng miteinander verbunden sind. Eine Inschrifttafel wird die beiden Teile symbolisch vereinen und an die ehemalige, zerbrochene mittelalterliche Altarplatte der St. Vincenz-Kirche erinnern, deren Riss heute mit Gold ausgefüllt ist. So wird der Gedenkort zu einem Zeichen von Zerrissenheit, Trennung, Heilung und Verbindung.
Hintergrund und Entstehung des Mahnmals
Die Initiative zur Errichtung des Mahnmals ging auf einen Bürgerantrag der Europa-Union Kreisverband Märkischer Kreis zurück. Der Kulturausschuss beschloss am 13. Januar 2024 einstimmig die Realisierung des Projekts. Damit würdigt die Stadt Menden das Schicksal der am 9. März 1943 deportierten und ermordeten Sinti-Familien und setzt ein starkes Zeichen gegen das Vergessen. Mindestens 18 Mendener aus fünf verschiedenen Familien wurden damals nach Auschwitz-Birkenau verschleppt und dort getötet. Der 9. März soll künftig als Tag des Gedenkens an die Verbrechen an Sinti und Roma in Erinnerung bleiben.
Barrierefreier Zugang und digitale Information
Das Mahnmal ist von einem gepflasterten und barrierefreien Rondell umgeben. Eine kleine Stele mit QR-Code neben dem Mahnmal ermöglicht es Besucherinnen und Besuchern, weiterführende Informationen digital abzurufen.
Veranstaltungsdetails auf einen Blick
Mit dem neuen Mahnmal setzt Menden ein Zeichen für Erinnerung, Mahnung und Verantwortung. Die Stadt ermutigt alle Bürgerinnen und Bürger, an der Einweihung teilzunehmen und so ein Zeichen des gedenken gegen das Vergessen zu setzen.
Weitere Bilder



Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.