Bau-Update in der Stadt: Kreuzung Marienstraße/Saarring und Glacisbrücke
Der Bürgermeister informiert sich vor Ort – Rückführung des Verkehrs Ende September geplant, Erreichbarkeit der Anlieger während der Vollsperrung zentral

Bürgermeister Peter Kock hat sich bei Ortsterminen über zwei laufende Baumaßnahmen der Städtischen Betriebe Minden (SBM) informiert: die gesperrte Kreuzung Marienstraße/Saarring sowie die derzeit nicht nutzbare Glacisbrücke. Nach Angaben der Verantwortlichen liegen beide Projekte im Zeitplan, auch wenn die Arbeiten mit erheblichen Herausforderungen verbunden sind.
Arbeiten an der Kreuzung Marienstraße/Saarring sollen bis Ende September abgeschlossen sein
An der Kreuzung Marienstraße/Saarring wird seit dem 11. Mai unter Vollsperrung gearbeitet. Die Maßnahme ist komplex, die Verkehrsführung in der stark frequentierten Nordstadt entsprechend belastet. Der Verkehr wird umgeleitet, was insbesondere in den Stoßzeiten morgens und nachmittags zu längeren Staus führen kann.
Nach Angaben von Bauleiter Thomas Bröking, Bereich Straßen und Brücken bei den SBM, soll der Verkehr Ende September wieder über die Kreuzung rollen. Trotz des sichtbaren Fortschritts sei noch viel zu tun. Der Baustellenbereich ist derzeit großflächig abgesperrt.
Bürgermeister Peter Kock verwies bei dem Ortstermin auf die Bedeutung des Themas Baustellen für viele Bürgerinnen und Bürger. Zugleich kündigte er an, sich im Sommer bei mehreren Besuchen über laufende Maßnahmen zu informieren, um Hintergründe und Abläufe besser erläutern zu können.
Erreichbarkeit während der Bauzeit als besondere Herausforderung
Eine besondere Schwierigkeit besteht laut SBM-Leiter und Beigeordnetem Peter Wansing darin, dass anliegende Einzelhandelsunternehmen, Geschäfte, Praxen und Büros trotz Vollsperrung während der gesamten Bauzeit erreichbar bleiben sollen. Dafür wurden provisorische Übergänge geschaffen, zudem müsse kleinteilig gearbeitet werden, damit Zufahrten frei bleiben.
Eine kurzfristige Sperrung werde es zum Ende der Maßnahme dennoch geben müssen, wenn die Asphaltierung erfolgt. Nach Angaben von Bröking muss dieser Arbeitsschritt in einem Stück ausgeführt werden, um Fugen und damit verbundene Schwachstellen zu vermeiden.
Freigelegte Leitungen und zusätzliche Schäden im Untergrund
Auf der Baustelle wurden zudem freigelegte Leitungen für Trinkwasser, Strom und Glasfaser sichtbar, die tiefer gelegt werden müssen. Bröking verwies darauf, dass auf vielen Baustellen mehr Leitungen und Rohre im Boden vorhanden seien, als in älteren Plänen verzeichnet ist. Hinzu kommt, dass frühere Leitungen häufig im Boden verblieben sind.
Weitere Probleme ergaben sich beim Straßenaufbau. So musste mehr Material des früheren Belags und der Tragschicht entfernt werden als zunächst angenommen. Nach Angaben der SBM wurden Höhenunterschiede in der Vergangenheit teils durch unterschiedlich starke Asphaltschichten ausgeglichen. Zudem zeigte sich, dass das Fundament der Gossensteine beschädigt ist, obwohl diese ursprünglich erhalten bleiben sollten. Sie müssen nun neu verlegt werden.
Fahrradfreundlicher und barrierefreier Umbau mit mehreren Teilprojekten
Im Kern wird die Kreuzung Marienstraße/Saarring fahrradfreundlich und barrierefrei ausgebaut. Die Arbeiten sind jedoch mit weiteren Maßnahmen verbunden. Dazu zählen eine Kanalsanierung, die Erneuerung einer Wasserleitung unter der Marienstraße, die Verlegung einer Bushaltestelle sowie der Umbau des Fußgängerüberwegs mit Ampel am WEZ-Markt.
Für den barrierefreien Ausbau erhält die Stadt Minden nach Angaben der Pressemitteilung rund 606.000 Euro aus dem Nahmobilitätsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Fördermittel müssen bis Ende 2026 abgerufen sein, weshalb spätestens in diesem Jahr gebaut werden musste.
Geplante Verbesserungen im Überblick
- Verbreiterung und Rotfärbung der Radwege
- Absenkung der Übergänge zur Straße
- Eigene Signalanlage für den Radverkehr
- Induktionsschleifen in den Radwegefurten
- Trennung von Rad- und Fußverkehr
- Neubau des Gehwegs an der Marienstraße stadteinwärts
- Barrierefreie Übergänge mit taktilen Elementen an den Ampeln
- Verlegung der Bushaltestelle an der Marienstraße in Richtung Süden
- Barrierefreier Umbau der Haltestelle
Nach Darstellung der SBM soll das Projekt die Fahrradfreundlichkeit und die Nahmobilität verbessern und zugleich für mehr Verkehrssicherheit sorgen.
Glacisbrücke seit Mitte Mai gesperrt
Zweite Station des Baustellenbesuchs im Juli war die Glacisbrücke, die seit dem 18. Mai gesperrt ist. Dort laufen Unterhaltungsarbeiten. Beim Ortstermin fiel zunächst ein grüner Belag auf, der nach Angaben des projektverantwortlichen Mitarbeiters Erhan Aç lediglich eine Zwischenschicht darstellte. Inzwischen ist der Belag grau.
Am Übergang zwischen Brückenüberbau und Brücken-Widerlager sind deutliche Korrosionsschäden erkennbar. Außerdem gibt es am Gesims im Übergangsbereich hohle Stellen. Diese Bereiche müssen nach Angaben von Aç händisch ausgebaut und erneuert werden.
Mehrschichtiger Neuaufbau des Belags
Neben der Sanierung der Dehnungsfuge sind nach der Kratzspachtelung noch drei weitere Belagsschichten vorgesehen: eine Dichtungsschicht, eine Verschleißschicht und eine abschließende Versiegelung in einem dunkleren, betongrauen Ton.
Die Brücke erhält damit einen komplett neuen Fahrbahnbelag. Der bisherige Belag war nach Angaben der SBM stark unterläufig, verschlissen und nicht mehr griffig. Aus Sicht der Verantwortlichen war die Sicherheit insbesondere für Radfahrerinnen und Radfahrer sowie bei Regen nicht mehr ausreichend gewährleistet.
Umleitung und Zeitplan
Auch an der Glacisbrücke können die Arbeiten nur unter Vollsperrung ausgeführt werden. Fußgängerinnen, Fußgänger sowie Radfahrende werden seit Mitte Mai über die Weserbrücke einige hundert Meter weiter umgeleitet.
Nach Angaben der SBM liegen die Arbeiten im Zeitplan. Bauleiter Aç geht davon aus, dass die Brücke spätestens zu Beginn der Herbstmesse wieder freigegeben werden kann. Diese läuft vom 7. bis 15. November 2026. Derzeit wird mit einer Fertigstellung Ende Oktober kalkuliert. Zugleich besteht laut Pressemitteilung die Möglichkeit, dass die Brücke zwischenzeitlich für einige Tage geöffnet werden kann, bevor die Übergangskonstruktionen eingebaut werden.
Unterhaltungsaufwand und Finanzierung
Die Glacisbrücke ist als Fußgänger- und Radfahrerbrücke konstruktionsbedingt unterhaltungsaufwändig. Sie wird von zwei Pylonen getragen und durch tief in die Erde gerammte Anker gehalten. Entworfen wurde die filigrane Hängebrücke von dem Architekten Jörg Schlaich aus Stuttgart. Seit 1995 verbindet sie den Großparkplatz Kanzlers Weide mit der Innenstadt.
Für die laufenden Arbeiten haben die SBM rund 900.000 Euro im Haushalt eingestellt. Nach Angaben der Pressemitteilung handelt es sich um eine reine Unterhaltungsmaßnahme, die aus konsumtiven Mitteln bezahlt wird.
In der Vergangenheit waren an der Glacisbrücke bereits verschiedene Stahlbauarbeiten notwendig. So wurde das Stahlseil-Geländer vor einigen Jahren erhöht. Zudem mussten Pylonkopf-Verschraubungen erneuert werden, die die Seile an den Hochpunkten halten.
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