Engpassmarkierung in Minden: Erster Test erfolgreich

Verkehrsversuch an der Rodenbecker Straße sorgt für mehr Sicherheit und wird bis 2026 beobachtet

Von Redaktion Minden
Engpassmarkierung in Minden: Erster Test erfolgreich
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Der jüngst gestartete Verkehrsversuch in der Rodenbecker Straße in Minden hat am ersten Schultag nach den Sommerferien seine Bewährungsprobe bestanden. Mit der Rückkehr vieler Schüler*innen und einem spürbaren Anstieg des Verkehrsaufkommens standen die Veränderungen direkt auf dem Prüfstand.

Veränderte Verkehrsführung – Test unter Realbedingungen

Seit dem 14. Juli ist im Bereich der Bushaltestelle nahe des Ratsgymnasiums eine neue Engpassmarkierung durch Leitschwellen eingerichtet. Dadurch wird die Rodenbecker Straße auf eine Spur verengt, sodass die Vorfahrt dem stadteinwärts fahrenden Verkehr gewährt wird. Das Konzept setzt auf Rücksichtnahme und ein selbstregulierendes Verhalten der Verkehrsteilnehmer*innen.

Am Morgen des 27. August machten sich Lars Bursian, Beigeordneter für Städtebau und Feuerschutz, sowie Projektleiter Volker Kroppenstedt vom Bereich Verkehr selbst ein Bild vor Ort. Kroppenstedt erklärte dazu ausdrücklich: „Durch die bauliche Einengung haben sich die gefahrenen Geschwindigkeiten an der Querungsstelle erwartungsgemäß verlangsamt. Dies ist im Sinne der Verkehrssicherheit sehr sinnvoll. Gleichzeitig konnten weder auf der Straße noch im Umfeld wesentliche Verkehrsbehinderungen festgestellt werden. Wir werden den Bereich aber weiter im Auge behalten – besonders in der bevorstehenden dunklen Jahreszeit. Auch der hervorragende Einsatz der ‘sichernden’ Schülerlots*innen hat sich an dieser Stelle gut in das Konzept des Versuchs eingefügt.“

Mit dem Start des Schulbetriebs und dem Zusammentreffen von Bus-, Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr zeigt sich das neue System robust. Weder Schilder noch weiteres Material wurden bislang beschädigt – ein zusätzlicher positiver Aspekt, wie die Verantwortlichen festhalten.

Hintergrund und Ziele des Verkehrsversuchs

Der Versuch zielt darauf ab, die Sicherheit an Querungsstellen zu erhöhen – insbesondere für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Grundlage ist das Pflege- und Entwicklungskonzept für das stadtnahe Grünareal Glacis. Bereits abgeschlossen ist der erste Abschnitt des Fischerglacis, als nächstes folgt die Neugestaltung des Königsglacis einschließlich der Wege.

Laut einer Verkehrszählung im Juni 2025 passierten außerhalb der Schulzeit durchschnittlich rund 1.000 Radfahrer*innen und Fußgänger*innen täglich den Übergang Rodenbecker Straße. In der Ferienzeit sank die Zahl der Kraftfahrzeuge um etwa 700 bis 800 pro Tag, während rund 500 Radfahrende und 400 Fußgänger*innen weiterhin die Querung nutzten.

Mit dem Ende der Ferien rechnete das Projektteam um Volker Kroppenstedt mit einem deutlichen Anstieg des Verkehrs und war gespannt, ob es durch die Mehrbelastung zu Rückstaus oder chaotischen Situationen kommen würde. Die ersten Tage zeigen jedoch einen geordneten und sicheren Ablauf.

Weiteres Vorgehen und Ausblick

Aktuell bleibt es bei der Stufe 1 des Versuchs. Vorfahrt und Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer*innen stehen weiterhin im Fokus. Sollte dieses Modell nicht dauerhaft funktionieren, ist eine zweite Phase geplant: Die Rodenbecker Straße dürfte dann stadtauswärts nur noch von Bussen befahren werden, während der übliche Verkehr andere Routen wählen müsste. Dann würde aus dem Testfeld eine Einbahnstraßenlösung entstehen.

Auch entlang anderer viel genutzter Straßen wie Goebenstraße, Marienstraße und Königstraße denkt der Bereich Verkehr um Gunnar Kelb intensiv über sichere Übergänge nach. Der aktuelle Test in der Rodenbecker Straße soll weitere wichtige Erkenntnisse liefern, wie die Akzeptanz und Sicherheit durch bauliche Maßnahme nachhaltig gesteigert werden kann.

Dauer und Begleitung des Verkehrsversuchs

Der Verkehrsversuch ist vorerst bis Sommer 2026 angesetzt und wird durch stichprobenartige Verkehrszählungen begleitet. Dabei werden auch benachbarte Straßen bis zur Hahler Straße berücksichtigt, um mögliche Veränderungen und Umverlagerungen des Verkehrs genau zu analysieren.

Eine erfolgreiche Erprobung könnte als Grundlage für eine dauerhafte und barrierefreie Gestaltung dienen – inklusive Rücksichtnahme auf den Baumbestand und die Bedürfnisse aller Nutzergruppen.

Fazit

Mit einem positiven Start nach den Sommerferien und ersten vielversprechenden Beobachtungen sieht sich die Stadt Minden in ihrem Vorgehen bestätigt. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich das Miteinander an der Engstelle im Alltag und insbesondere in der dunklen Jahreszeit weiterentwickelt.

Weitere Bilder

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