Historische Stadtkerne in OWL als digitale 3D-Modelle
Pilotprojekt „Smart, Historisch“ visualisiert Bauvorhaben und fördert Bürgerbeteiligung bis 2026

Die Stadt Minden präsentiert gemeinsam mit fünf weiteren Kommunen aus Ostwestfalen-Lippe (OWL) ein zukunftsweisendes Pilotprojekt: Unter dem Titel „Smart, Historisch“ entsteht für die historischen Stadtkerne – darunter Minden – erstmalig ein digitales, fotorealistisches 3D-Stadtmodell. Ziel ist es, das einzigartige städtebauliche Erbe nicht nur zu bewahren, sondern durch moderne Technologie auch neuen Nutzungen zuzuführen.
Digitalisierung historischer Stadtkerne als Gemeinschaftsprojekt
Seit 1989 gehört Minden der Arbeitsgemeinschaft historische Ortskerne an, die sich dem Schutz, der Pflege und der behutsamen Erneuerung der Altstädte verschrieben hat. Die Städte zeichnen sich durch einen sorgsamen Umgang mit ihrer Gebäudesubstanz aus, wodurch das unverwechselbare Gesicht der Stadtkerne erhalten blieb, wie ein Vertreter der Unteren Denkmalbehörde erläutert.
Im Rahmen des Pilotprojekts wurden die historischen Kerne von Detmold, Minden, Rietberg, Rheda-Wiedenbrück, Lemgo und Brakel durch Luftaufnahmen und Straßen-Kamerafahrten umfassend digitalisiert. So entstehen detaillierte 3D-Abbildungen von Gebäuden, Gassen und Plätzen, die künftig nicht nur der Dokumentation dienen, sondern vielfältige Anwendungen ermöglichen.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten der 3D-Modelle
Die so entstehenden digitalen „Zwillinge“ der Stadtkerne sind ein vielseitiges Werkzeug: Sie können unter anderem zur Visualisierung von Neubauvorhaben in sensiblen Altstadtlagen, für digitale Stadtführungen mit historischen Vergleichsansichten sowie als Grundlage für Architekturwettbewerbe, Bürgerbeteiligung und den digitalen Zugang zu Denkmalinformationen genutzt werden.
Bis Ende 2026 entwickeln die Projektbeteiligten Pilotanwendungen, die die vielfältigen Potenziale der 3D-Modelle demonstrieren sollen. Finanziert wird das Vorhaben aus Mitteln der Städtebauförderung „Lebendige Zentren“. Nach Abschluss sollen die gewonnenen Erkenntnisse allen interessierten Kommunen und Kreisen in ganz Ostwestfalen-Lippe zur Verfügung stehen.
3D-Stadtmodell von Mindenhttps://geodaten.minden.de/3dstadtmodell
Technische und organisatorische Umsetzung
Die technische Realisierung erfolgt durch Geoplex GIS, während die Projektsteuerung und Kommunikation von der pro-t-in GmbH übernommen werden. Die Zusammenarbeit der beteiligten Kommunen zeigt, wie der Einsatz moderner Geoinformationssysteme auch im Denkmalschutz neue Wege eröffnet.
Tradition trifft Moderne: Kalender „Denkmal des Jahres 2026“
Neben der digitalen Innovation gibt es auch Bewährtes: Der beliebte Kalender „Denkmal des Jahres 2026“ der Arbeitsgemeinschaft historische Ortskerne ist ab sofort wieder erhältlich. Mit ausdrucksstarken Fotos illustriert der Kalender die Vielfalt und Schönheit der Denkmäler in den teilnehmenden Städten. Zu sehen sind diesmal unter anderem Fachwerkhäuser, Kirchen, eine Wassermühle, ein Wachturm, ein Prinzenhaus sowie als Mindener Motiv das denkmalgeschützte Haus Markt 6.
Jeder Monat bietet neben dem Hauptmotiv zusätzliche Abbildungen, ausführliche Erläuterungen und einen Überblick zur Geschichte der jeweiligen Stadt und ihrer Sehenswürdigkeiten.
Kalenderverkauf und Kontakt
Der Kalender ist zum Preis von 8 Euro bei der Stadtverwaltung Minden, Bereich 5 – Stadtplanung und Umwelt, Zimmer C2.112, oder bei der Minden Marketing GmbH, Domstraße 2, erhältlich.
Partizipation und Ausblick
Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Fachleute sind eingeladen, den Stand des Projekts online einzusehen und die Entwicklungen zu verfolgen. Das Pilotprojekt bietet zahlreiche Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung von Stadtplanung und Denkmalschutz und dürfte auch auf andere Regionen ausstrahlen.
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