Minden modernisiert alten Mischwasserkanal

Die Städtischen Betriebe Minden erneuern den knapp 90 Jahre alten Mischwasserkanal in der Kleinen Dombrede komplett – 1,6 Mio. € Investition für sicheren Hochwasserschutz.

Von Redaktion Minden2 Min. Lesezeit
Minden modernisiert alten Mischwasserkanal

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In der Kleinen Dombrede im Stadtbezirk Rechtes Weserufer steht derzeit eine für Minden bedeutende Baumaßnahme an. Die Städtischen Betriebe Minden (SBM) investieren rund 1,6 Millionen Euro in den Ersatz eines Mischwasserkanals – nicht wegen akuter Schäden, sondern aus hydraulischen Gründen. Damit wird ein weiterer Beitrag zur langfristigen Sicherung der städtischen Infrastruktur geleistet.

Hydraulische Herausforderungen führen zum Kanalersatz

Anders als bei vielen Kanalbaustellen, die infolge von Schäden oder Undichtigkeiten entstehen, ist der Grund für die Arbeiten in der Kleinen Dombrede ein Kapazitätsproblem des alten Kanals. Der bisherige Mischwasserkanal, errichtet 1936 mit dem sogenannten Ei-Profil (DN 600/900), konnte bei starkem Niederschlag die Wassermengen nicht mehr zuverlässig aufnehmen.

Bereichsleiter Straßenentwässerung Michael Böke-Hasselmeier erläuterte vor Ort, dass die Defizite durch eine komplexe nachgewiesen wurden. Das Ergebnis: Auf einer Länge von etwa 380 Metern wird der Kanal nun durch ein leistungsfähigeres Rohr aus glasfaserverstärktem Kunststoff mit 1200 Millimetern Durchmesser ersetzt.

Aufwendige Bauweise unter Vollsperrung

Seit Mai erfolgt der Kanalbau in der Kleinen Dombrede in offener Bauweise und unter Vollsperrung der Straße. Die alten Rohre liegen etwa 4,5 Meter tief – ein Umstand, der den Aushub und die Bauarbeiten technisch anspruchsvoll macht. Zwischen der Bahnstraße und der Bachstraße werden Erdmassen bewegt und Schachtabstützungen installiert, während der Bagger pausenlos im Einsatz ist.

Als besondere Herausforderung erweist sich außerdem die Nähe zu verlaufenden Bahngleisen. Diese mussten beim Verlegen des neuen Kanals entsprechend „unterfahren“ werden. Auch die Vielzahl der querenden Versorgungsleitungen, deren tatsächlicher Verlauf nicht immer exakt mit den Plänen übereinstimmt, verlangt den Bauleuten große Aufmerksamkeit ab. „Mit Überraschungen müsse ständig gerechnet werden, weshalb stets vorsichtig im Untergrund gegraben werde“, berichten die zuständigen Ingenieure.

Kostentreiber beim Kanalbau

Die Kosten des Projekts in Höhe von 1,6 Millionen Euro ergeben sich laut Oliver Voß, Abteilungsleiter Kanalisation – Gewässer, aus mehreren Faktoren.

  • Die Dauer der Maßnahme sowie das in offener Bauweise arbeitende Personal schlagen erheblich zu Buche.
  • Das verwendete Material, insbesondere glasfaserverstärkter Kunststoff, ist kostspielig.
  • Ebenfalls relevant: Schachtabstützungen, große Erdbewegungen und die Lagerung beziehungsweise Wiedereinbringung der ausgegrabenen Erde.
  • Trotz aller Herausforderungen gehen die Arbeiten zügig voran. Die Fertigstellung wird für Ende Oktober erwartet.

    Bedeutung für die Stadt

    Der Kanalbau in der Kleinen Dombrede dient nicht nur der Beseitigung eines lokalen Kapazitätsengpasses, sondern trägt insgesamt zur Sicherung einer funktionierenden Infrastruktur bei. Regelmäßige unterirdische Inspektionen, wie von den SBM durchgeführt, ermöglichen es, Probleme frühzeitig zu erkennen und gezielt zu beheben.

    Weitere Informationen rund um die Städtischen Betriebe Minden oder spezielle Fragen zu aktuellen Bauprojekten können bei der Stadt Minden, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Rathaus, Gebäudeteil Scharn, eingeholt werden.

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