Neues Geschäftshaus belebt Mindens Markt
Sechsstöckiger Neubau mit Gastronomie, Hotel und Praxen soll bis 2027 fertig sein und verbindet Historie mit Moderne

In der Mindener Innenstadt kündigt sich ein bedeutender Wandel an: Auf dem Grundstück Markt 3-5, dem ehemaligen Standort des Kaufhauses Becker, plant die Wohnhaus Minden GmbH gemeinsam mit dem Berliner Architekturbüro JWA den Bau eines neuen Geschäftshauses. Das ambitionierte Vorhaben, das im Fachausschuss für Stadtentwicklung öffentlich vorgestellt wurde, stößt auf positive Resonanz und soll das Stadtbild sowie das wirtschaftliche Leben am historischen Markt nachhaltig stärken.
Projektvorstellung: Ein neues Gesicht für den Markt
Das neue Gebäude wird voraussichtlich bis Ende 2027 fertiggestellt. Die zukünftige Nutzung ist vielfältig und folgt einem klaren Konzept: Geplant sind unter anderem zwei gastronomische Betriebe im Erdgeschoss, ein Hotel in den oberen Etagen sowie Flächen für Arztpraxen und Büros. Geschäftsführer Eugen Pankratz betont: „Wir möchten, dass das neue Gebäude sich harmonisch in die Umgebung einfügt.“ Zudem soll das Projekt bestehende Arbeitsplätze sichern, neue schaffen und die Attraktivität der Innenstadt steigern.
Die Pläne wurden gemeinsam von der Wohnhaus Minden GmbH und dem Architekturbüro JWA, Berlin, entwickelt und beim Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen vorgestellt. Die Mitglieder lobten insbesondere den Entwurf, die flexible Nutzung, die geplante Aufwertung der Marktfront sowie die Berücksichtigung historischer Elemente.
Architektur zwischen Historie und Moderne
Jan Wiese, geschäftsführender Gesellschafter der JWA und gebürtig aus Minden-Leteln, beschreibt sein Engagement als „Herzensanliegen“. Der Entwurf integriert traditionelle Elemente, nimmt Gestaltungsideen der Nachbargebäude auf und setzt gleichzeitig moderne Akzente. Die Grundrisse sind flexibel anpassbar, um vielfältige Nutzungen und nachhaltige Lösungen zu ermöglichen. Das Gebäude wird sechs Stockwerke umfassen und erhält eine Ziegelsteinfassade, deren genaue Farbgestaltung noch mit der Denkmalbehörde abgestimmt wird.
„Die Anpassungsfähigkeit des Gebäudes leistet einen wertvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit“, so Wiese.
Enge Abstimmung mit Stadt und Denkmalschutz
Eugen Pankratz unterstreicht die Verantwortung des Projekts angesichts des Standorts am historischen Markt. Die Planungen erfolgten in enger Abstimmung mit der Stadt Minden, der unteren Denkmalbehörde und weiteren relevanten städtischen Bereichen. Die digitale Vermessung umliegender Gebäude diente als Grundlage, damit sich der Neubau in Höhe und Gestaltung optimal einfügt.
Das bestehende, nicht denkmalgeschützte Gebäude wird abgerissen. Die Abrissarbeiten im rückwärtigen Bereich beginnen noch in diesem Jahr, wobei die Gebäudeteile am Marktplatz bis mindestens Ende 2025 erhalten bleiben – ein Kompromiss im Hinblick auf den Weihnachtsmarkt. Im hinteren Bereich wird zudem ein Bodendenkmal archäologisch untersucht und dokumentiert.
Nachhaltige und flexible Nutzung
Der rund 15 Millionen Euro umfassende Neubau wird durch seine flexible Gebäudestruktur unterschiedliche Nutzungskonzepte ermöglichen. Die Erdgeschossflächen bieten Raum für mindestens zwei Gastronomiebetriebe, während der ebenerdige Hoteleingang eine barrierefreie Erschließung garantiert. Technische Anlagen und ein Fahrrad-Multifunktions-Hub mit Lademöglichkeiten für E-Bikes und Pedelecs sind im Keller vorgesehen.
Begrünte Terrassen in den oberen Stockwerken sowie eine Hofbegrünung tragen zum nachhaltigen Konzept bei. Die notwendigen Freiflächen werden auf anderem Wege kompensiert. Parkmöglichkeiten bieten die nahe Rathaus-Garage und der Große Domhof mit kostenpflichtigen Optionen; auf der Kanzlers Weide befinden sich zudem 2.000 kostenfreie Stellplätze in unmittelbarer Nähe der Innenstadt.
Keine Wohnbebauung, Fokus auf Innerstädtisches Geschehen
Die Entscheidung, auf Wohnflächen im Neubau zu verzichten, ist bewusst getroffen: „Dadurch stellen wir sicher, dass der Charakter des Marktplatzes erhalten bleibt und es keinerlei zusätzliche Auflagen für künftige Veranstaltungen gibt“, erklärt Geschäftsführer Eugen Pankratz. Während der gesamten Bauzeit soll zudem der reibungslose Ablauf von Veranstaltungen, wie dem Weihnachtsmarkt, sichergestellt werden. Die Abrissarbeiten starten voraussichtlich im November und erfolgen in enger Abstimmung mit der Stadt.
Baurechtlicher Hintergrund und weitere Schritte
Das Bauvorhaben stützt sich auf § 34 Baugesetzbuch, der die Zulässigkeit von Bauvorhaben im unbeplanten Innenbereich regelt. Der Bauantrag ist laut Wohnhaus Minden GmbH nahezu abgeschlossen, und alle Flächen sind bereits vergeben. Die enge Zusammenarbeit mit Stadt, Denkmalbehörde und Planungsbeteiligten führte zu einem Entwurf, mit dem alle Parteien zufrieden sind.
Das Neubauprojekt am Markt 3-5 markiert einen wichtigen Schritt für die Entwicklung der Mindener Innenstadt und setzt ein Zeichen für die Verbindung von Tradition und zeitgemäßer Urbanität.
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