Neues Parkhaus für Minden geplant
Modernisierung am Marienwall: 230 Stellplätze, E-Ladestationen und Photovoltaik sollen Innenstadt attraktiver machen

In Minden stehen die Zeichen auf Modernisierung: Das Parkhaus am Marienwall, bislang ein Relikt der 1970er Jahre, soll einem zeitgemäßen Neubau weichen. Ziel der Maßnahme ist es, die Attraktivität der Innenstadt nachhaltig zu stärken und den lokalen Einzelhandel sowie Dienstleistungsangebote zu unterstützen. Der Betrieb und Bau des neuen Gebäudes ist durch die Mindener Parkhaus GmbH vorgesehen, eine Tochtergesellschaft der städtischen Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (MEW).
Ein Neubau für mehr Qualität und Komfort
Der aktuelle Zustand des Parkhauses entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen: Enge Fahrspuren, dunkle Treppenhäuser und zahlreiche Bauschäden führen zu einer unzureichenden Nutzung. Von den ursprünglich 212 Stellplätzen sind lediglich 184 nutzbar, die Auslastung liegt unter 60 Prozent. Insbesondere das dunkle Treppenhaus wird als sogenannter „Angstraum“ gemieden. Ein Ersatz durch einen modernen, hellen Bau ist daher laut Stadt unumgänglich.
Parkraum für aktuelle Bedürfnisse
Laut Stadtplanerin Lia Merle Rottmann sind in der Mindener Innenstadt mehr als 4.400 Stellplätze vorhanden. Die durchschnittliche Auslastung liegt werktags bei etwa 40 Prozent, samstags bei 43 Prozent – ein im Vergleich zu ähnlich großen Städten sehr gutes Niveau, wie Lars Bursian, Beigeordneter für Städtebau, betont. Mit dem geplanten Parkhaus am Marienwall soll gezielt „qualitativ hochwertiger Parkraum“ geschaffen werden, der die Wünsche der Nutzerinnen und Nutzer nach breiteren Stellplätzen und heller Gestaltung erfüllt.
Eine vom Auftragnehmer durchgeführte Befragung zeigt: 59 Prozent der Besucherinnen und Besucher kommen aus dem Umland, die Mehrheit bevorzugt Freiluftparkplätze. Gründe dafür sind, dass viele Parkhäuser als zu dunkel und die Stellplätze als zu schmal empfunden werden – ein Umstand, den der Neubau explizit adressieren will.
Dimensionierung und Nutzungskonzept
Anhand einer Entwicklungsstudie sind am Standort Marienwall 230 Stellplätze vorgesehen. Diese Zahl gilt laut der „Planersocietät“ als optimal, da sowohl Dauerparkende (wie Anwohner oder Pendler) als auch Kurzzeitnutzer ausreichend Platz finden. Die Auslastung des neuen Parkhauses wird nach Analyse zwischen 68 und 85 Prozent erwartet. Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen ergeben, dass besonders bei 180 Stellplätzen eine effiziente Nutzung mit Schwerpunkt auf Kurzzeitparker garantiert ist. Ergänzend sind Mietmöglichkeiten und ausreichend Kapazitäten für verschiedene Nutzergruppen eingeplant.
Ergänzung des bestehenden Angebots
Das Parkhaus am Marienwall soll keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zum bestehenden Parkraumangebot darstellen. Angesichts geplanter Veränderungen an der Schlagde und dem Wegfall von Stellplätzen an der Weserpromenade bekräftigt die Stadt, dass das Parkhaus auf die zukünftig entstehende Versorgungslücke reagieren und flexible Lösungen bieten kann.
Moderne Standards und Nachhaltigkeit
Im Fokus der Planungen stehen neben Funktionalität auch Aspekte wie Transparenz, Helligkeit und moderne Technik. Geplant sind unter anderem:
Die Stadt legt Wert darauf, dass das Erscheinungsbild des Neubaus dem Umfeld – insbesondere der Lage am Glacis – gerecht wird.
Finanzierung und weitere Schritte
Geplant ist, das Grundstück an die Mindener Parkhaus GmbH zu verkaufen. Diese soll Abriss, Neubau, Finanzierung und Betrieb verantworten. Ein Teil der Baukosten wird aus Eigenmitteln der Gesellschaft bestritten, zusätzlich könnten Einnahmen aus Stellplatzablösungen einfließen. Die finanzielle Unterstützung der Stadt wird bewusst gering gehalten.
Parallel laufen Gespräche mit dem Mindener Einzelhandel, damit alle Interessen in die endgültige Ausgestaltung einfließen. Die Stadt plant, für beide Varianten (vollständige oder teilweise Finanzierung) den genauen Anteil zu ermitteln. Ein politischer Beschluss zum Neubau ist für August oder September anvisiert – dies hängt allerdings noch von weiteren Planungsfortschritten und Abstimmungen ab.
Hintergrund: Das Parkraumkonzept der Stadt
Alle Maßnahmen stützen sich auf das städtische Parkraumkonzept, das eine Steuerung von Angebot und Nachfrage ermöglichen und eine konsistente Entwicklung sicherstellen soll. Ziel ist, die Innenstadtentwicklung mit nachhaltigen Mobilitätsstrategien zu verbinden und die Lebensqualität zu erhöhen.
Mit dem geplanten Neubau am Marienwall steht Minden vor einem bedeutenden Schritt in Richtung moderner Stadtentwicklung. Die Kombination aus innovativem Konzept, nachhaltigen Technologien und Bürgerbeteiligung könnte für die Innenstadt neue Impulse setzen.
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