Roßbachstraße: Kanalerneuerung fast abgeschlossen

Moderne Kunststoffrohre ersetzen alten Betonkanal – Straßensperrung endet rechtzeitig zum Schulstart

Von Redaktion Minden
Roßbachstraße: Kanalerneuerung fast abgeschlossen
Fiktives KI-SymbolbildKI-generiert mit OpenAI · Herausgeber: Die Stadt Redaktion

Die Erneuerung des Schmutzwasserkanals in der Roßbachstraße in Minden schreitet zügig voran. Seit Ende Juli laufen die Arbeiten, bei denen insbesondere auf und im Einmündungsbereich zur Stiftsallee gebaggert und gegraben wird. Trotz kleinerer Verzögerungen, etwa aufgrund umzulegender Gas- und Wasserleitungen, befindet sich das Bauprojekt nun auf der Zielgeraden.

Straßensperrung der Stiftsallee: Wiedereröffnung steht bevor

Die Stiftsallee ist derzeit noch für den Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die nahegelegenen Straßen Hessenring, Bayernring, Hahler Straße sowie den Petershäger Weg. Nach Angaben von Oliver Voß, Abteilungsleiter Kanalisation - Gewässer bei den Städtischen Betrieben Minden (SBM), wird die Sperrung am kommenden Montag aufgehoben. Somit kann der Verkehr pünktlich zum Schulbeginn wieder ungehindert rollen.

Am Freitag erfolgt die Asphaltierung der Fahrbahn, bevor die Sperrbaken abgebaut werden und die Straße wieder freigegeben wird. Die erfolgreiche Durchführung der Arbeiten innerhalb der verkehrsarmen Sommerferienzeit war erklärtes Ziel, das nun erreicht wird.

Neuer Kanal in großer Tiefe: Herausforderungen und Lösungen

Die Arbeiten beschränken sich nicht allein auf die Stiftsallee. In der Roßbachstraße werden die Kanalarbeiten unter einer Vollsperrung fortgesetzt. Wie Diplom-Ingenieur Michael Böke-Hasselmeier, neuer Bereichsleiter für die Stadtentwässerung, erläutert, ist eine offene Bauweise wegen der beengten Verhältnisse und Leitungen notwendig. In der rund fünf Meter tiefen Baugrube treffen Bauarbeiter auf zahlreiche gekreuzte Rohre und Leitungen – darunter Gas, Wasser und Telekommunikation. Diese müssen vorsichtig freigelegt werden, bevor der Kanal erneuert werden kann.

Auf einer Strecke von 300 Metern zwischen Stiftsallee und Ziethenstraße ersetzen die SBM den alten, schadensanfälligen Kanal. Der bisherige Betonkanal aus dem Jahr 1964 mit sogenanntem „Ei-Profil“ wird durch moderne Kunststoffrohre aus Polypropylen ersetzt. Diese Rohre sind leichter, dennoch robust und besitzen einen Durchmesser von 400 Millimetern. Die Verlegung erfolgt auf der gleichen Trasse, um durchgehend den Abfluss des Schmutzwassers zu sichern.

Abschnittsweiser Bau und Auswirkungen auf Anwohner

Die Bauarbeiten werden abschnittsweise in Stücke von etwa 15 Metern durchgeführt. Dies ermöglicht es, dass Anwohnerinnen und Anwohner ihre Grundstücke weiterhin zu Fuß erreichen. Nach und nach werden die Grundstücke an den neuen Kanal angeschlossen. Die umfassende Maßnahme gliedert sich in drei Bauabschnitte. Ab dem kommenden Montag startet Abschnitt zwei mit weiteren Tiefbauarbeiten in Richtung Ziethenstraße, gefolgt von einem dritten Abschnitt, bei dem ein weiteres Teilstück des Kanals auf 65 Metern Länge erneuert wird.

Die Vollsperrung der Roßbachstraße und des Ginsterwegs im Baustellenbereich wird voraussichtlich etwa acht Monate andauern. Das Bauende ist für April 2026 geplant, wobei eine vorzeitige Fertigstellung nicht ausgeschlossen wird.

Wetter spielt dem Bau in die Karten

Ein positiver Faktor für den schnellen Fortschritt ist das aktuell tiefliegende Grundwasser. Ursprünglich war eine Grundwasserabsenkung vorgesehen, doch diese ist dank der günstigen Bedingungen derzeit nicht nötig. Damit kann der Kanalbau zügiger und effizienter fortgesetzt werden.

Hintergrund: Warum die Erneuerung notwendig ist

Der frühere Kanal ist über 50 Jahre alt, weisst deutliche Schäden auf und lässt Fremdwasser durch. Das Kanalprofil ist zum Teil „abgesackt“, was die Durchflussleistung beeinträchtigt und zu Ablagerungen führt. Eine Sanierung mit dem Inlinerverfahren wurde geprüft, aber wegen der Schwere der Schäden verworfen. Die Entscheidung fiel daher auf einen vollständigen Neubau mit modernen Materialien und Konstruktionsmethoden.

Für Anwohnerinnen und Anwohner bringt der Bau Einschränkungen, aber auch langfristige Verbesserungen der Infrastruktur. Die Erreichbarkeit der Grundstücke wird durch kleinteilige Bauphasen sichergestellt, während das fertige Kanalsystem zuverlässigen Schutz vor Wasser- und Umweltschäden bieten wird.

Mit dem Ende der Sommerferien rückt die Normalisierung des Alltags näher, während unter der Erde modernisiert wird – zum Vorteil der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

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