„Übereinander streiten“: Dank für Engagement im christlich-jüdischen Dialog
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ehrt Persönlichkeiten und fördert Diskussionen in Hamburg

Artikel anhören
Unter dem Leitmotiv „Übereinander streiten“ engagiert sich die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit weiterhin nachdrücklich für Respekt und Toleranz im gesellschaftlichen Miteinander. Im Mittelpunkt der aktuellen zentralen Feier, die traditionell im März und in diesem Jahr in Hamburg stattfand, standen Ehrungen für Persönlichkeiten, die sich um den christlich-jüdischen Dialog verdient gemacht haben.
Zentrale Feier als Zeichen des gemeinsamen Engagements
Bürgermeister Michael Jäcke und Nina Pape, Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden, nahmen an der Veranstaltung teil, die sich seit ihrer Gründung 1952 als eine bedeutende Plattform für Verständigung und Austausch zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften etabliert hat. Ehrenvoller Bestandteil der Veranstaltung war die Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille, mit der Persönlichkeiten geehrt werden, die sich in besonderer Weise für den Dialog zwischen Christentum und Judentum stark machen.
Die diesjährigen Preisträger sind Saba-Nur Cheema, Politologin, Publizistin und Lehrerin, die mit ihrer Bildungsarbeit insbesondere dem Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus neue Impulse gibt, sowie Dr. Meron Mendel, Historiker und Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt. Beide setzen sich darüber hinaus für Demokratie, Menschenrechte und eine offene, respektvolle Streitkultur ein.
Organisation und Engagement
Nina Pape ist Mitglied im Deutschen Koordinierungsrat (DKR) und engagiert sich seit 2019 im Vorstand. Seit 2023 begleitet sie die zentrale Feier, welche 2011 bereits in Minden ausgerichtet wurde. Neben ihrem Vorstandsposten übernimmt sie Aufgaben im „Forum Junger Erwachsener“ und ist Teil der Organisation der Buber-Rosenzweig-Medaille.
Impulse von der zentralen Veranstaltung
Die Veranstaltung wurde von Kirsten Fehrs, kommissarische Ratsvorsitzende der Nordkirche, eröffnet und von Julia Westlake moderiert. Sie diente nicht nur der Ehrung, sondern auch als Forum für kritische Diskussionen. Bürgermeister Jäcke nutzte die Gelegenheit, um parteipolitische Instrumentalisierung der israelischen Gemeinschaft zu kritisieren und appellierte für mehr Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit dem Thema Antisemitismus.
Im Rahmen des anschließenden Empfangs trafen die Gäste, darunter auch Preisträger, Rabbiner Andreas Nachama und Sylvia Löhrmann, neue Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW, zusammen und tauschten sich über aktuelle Herausforderungen des christlich-jüdischen Zusammenlebens aus.
Preisträger im Fokus: Bildung gegen Hass
Saba-Nur Cheema, gebürtig aus Pakistan, engagiert sich als Journalistin und Pädagogin mit Projekten, die gezielt gegen Rassismus und Antisemitismus wirken. Der Holocaust nimmt dabei in ihrer Arbeit einen zentralen Platz ein. Dr. Meron Mendel, als Pädagoge und Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, setzt auf demokratische Bildungsarbeit, um gesellschaftliche Polarisierungen abzubauen und Verständnis zwischen verschiedenen Kulturen zu fördern.
Die Buber-Rosenzweig-Medaille würdigt seit jeher Personen und Initiativen, die sich dem Brückenbau zwischen Religionen widmen. Zu den prominenten Preisträgern der vergangenen Jahre zählen Angela Merkel, Daniel Liebeskind, Joschka Fischer, Johannes Rau und Richard von Weizsäcker.
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit: Historie und aktuelle Ziele
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden, gegründet 1960, ist die älteste ihrer Art in Deutschland. Ihre Veranstaltungen sind für alle Interessierten kostenfrei zugänglich. Im Jahr 2025 setzt sie das Schwerpunktthema „Übereinander streiten“ fort: Ziel ist es, durch Bildung und offenen Diskurs Hass abzubauen und Pluralität zu fördern. Eine Streitkultur, in der unterschiedliche religiöse und kulturelle Perspektiven respektiert werden, steht dabei im Fokus.
Die Gesellschaft versteht sich als Plattform für Begegnung und Dialog. Sie will Mut machen, widerstreitende Ansichten offen zu diskutieren und konstruktiv zu begegnen, um Vorurteilen und gesellschaftlicher Spaltung entgegenzuwirken.
Jährliche Veranstaltung als Teil gesamtgesellschaftlicher Verantwortung
Seit über sieben Jahrzehnten ist die zentrale Feier ein Symbol für ein friedliches Zusammenleben in Vielfalt. Die kontinuierliche Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille unterstreicht die Wertschätzung für nachhaltiges Engagement gegen Antisemitismus und für gegenseitigen Respekt.
Die Gesellschaft zeigt auch in Zukunft Haltung: Mit Bildungsarbeit, Austausch und offener Debatte soll die Basis für eine tolerante Gesellschaft weiter gestärkt werden.
Weitere Informationen und aktuelle Termine sind auf der offiziellen Website der Stadt Minden abrufbar.
Weitere Bilder

Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.