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Neues Leben für Rheines Europa-Viertel

Wie nachhaltige Mobilität und innovative Regenwassernutzung das Quartier zukunftsfähig machen

Von Redaktion Rheine06.11.25, 09:58

In diesem Artikel

MD
Mark Dieckmann
MW
Michael Wolters

Das Europa-Viertel am Waldhügel in Rheine rückte in den Fokus eines Austauschtreffens des Zukunftsnetz Mobilität NRW. Im Mittelpunkt stand die innovative Umnutzung von Flächen, die zuvor militärisch oder industriell geprägt waren, zu lebenswerten Wohnquartieren. Engagierte Expertinnen und Experten aus den Bereichen Stadtentwicklung, Mobilität und Kommunalverwaltung diskutierten aktuelle Herausforderungen und Lösungen für moderne Quartiersgestaltung.

Nachhaltige Mobilität als Leitbild

Das Zukunftsnetz Mobilität NRW agiert als kommunales Unterstützungsnetzwerk mit dem Ziel, nachhaltige und zukunftsorientierte Mobilitätskonzepte in den Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens zu fördern. Einmal im Jahr organisiert der Landesfachausschuss Dorfentwicklung ein Austauschtreffen, das einen Erfahrungs- und Ideenaustausch zwischen Fachleuten ermöglicht.

In diesem Jahr diente das Europa-Viertel am Waldhügel in Rheine als anschauliches Beispiel für ein gelungenes Stadtentwicklungsprojekt. Die Wahl des Ortes unterstreicht die Bedeutung des Quartiers als Vorreiter und Modell für andere Kommunen.

Quartiersgaragen: Herzstück des autoarmen Wohnquartiers

Mark Dieckmann, Beigeordneter für Planen und Bauen der Stadt Rheine, und Mobilitätsmanager Michael Wolters präsentierten die fortschrittlichen Ansätze des Projekts. Sichtbares Zeichen ist der baldige Abschluss der ersten von insgesamt drei Quartiersgaragen. „Diese Garagen sind Anker in unserem autoarmen Wohnquartier“, so Dieckmann.

Das Konzept basiert auf einer konsequenten Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs und schafft dadurch Freiräume für Grünflächen und Begegnungsorte. Die strategisch platzierten Quartiersgaragen bieten nicht nur rund 200 Stellplätze pro Garage, sondern auch ergänzende Angebote:

  • Lastenradverleih
  • Carsharing
  • Paketboxen
  • Ladesäulen für E-Fahrzeuge
  • Leihmöglichkeiten für Sackkarren und Bollerwagen
  • Die Nähe zum Bahnhof sowie zu zentralen Versorgungseinrichtungen ermöglicht eine attraktive Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und fördert nachhaltige Mobilitätsformen im Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner.

    Innovative Regenwassernutzung und Schwammstadt-Prinzip

    Bei einer Begehung des Geländes wurden weitere Aspekte der nachhaltigen Quartiersentwicklung thematisiert. Ein Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit Regenwasser: Dieses wird an der Oberfläche gesammelt, vor Ort versickert und in das urbane Schwammstadt-Konzept integriert.

    Kurz erklärtSchwammstadt-Prinzip

    Das Schwammstadt-Prinzip beschreibt ein städtebauliches Konzept, bei dem Regenwasser lokal gespeichert, genutzt und langsam wieder abgegeben wird. Dadurch werden Überschwemmungen vermieden, das Mikroklima verbessert und die Grundwasserneubildung gefördert.

    Breite Beteiligung beim Fachtreffen

    Das Treffen vereinte neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Zukunftsnetz Mobilität NRW auch Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) sowie von NRW.Urban. Gemeinsam wurden aktuelle Herausforderungen, Chancen und Best-Practice-Beispiele im Bereich nachhaltiger Stadt- und Quartiersentwicklung beleuchtet.

    Impulse für die Stadtentwicklung in NRW

    Mit der Wahl des Europa-Viertels am Waldhügel in Rheine als Veranstaltungsort rückt das Projekt in den Fokus vieler Kommunen. Es dient als Impulsgeber für moderne, lebenswerte und nachhaltige Quartiersentwicklung in NRW – mit besonderem Blick auf Mobilitäts- und Umweltaspekte.

    Das Treffen in Rheine unterstreicht die zunehmende Bedeutung ganzheitlicher Stadtentwicklung, bei der Aspekte wie nachhaltige Mobilität, ökologische Lösungen und die Schaffung von Lebensraum eng miteinander verbunden werden.

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