Neues Netzwerk stärkt Kinderschutz in Rheine
Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen bündeln Kräfte für mehr Sicherheit und Zusammenarbeit

Das Netzwerk Kinderschutz Rheine ist mit einer Auftaktveranstaltung im Begegnungszentrum „Die Mitte 51“ gestartet. Unter dem Motto „Kinderschutz als Verantwortungsgemeinschaft“ versammelten sich zahlreiche Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Berufsfeldern, um gemeinsam die Weichen für einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen zu stellen.
Konstruktiver Start: Zusammenarbeit und Vernetzung im Fokus
Zu Beginn hob Sozialdezernent Raimund Gausmann die wachsende Bedeutung des Themas hervor. Er betonte die Notwendigkeit einer abgestimmten Kooperation:
„Die Zahl der Hinweise auf mögliche Kindeswohlgefährdungen, die bei den Jugendämtern eingehen, steigt seit Jahren kontinuierlich. Damit Kinder und Jugendliche zuverlässig geschützt werden können, brauchen wir ein starkes Netzwerk aller beteiligten Institutionen, Träger und Vereine.“
Mit dieser klaren Aussage umriss Gausmann die Aufgabe des Netzwerks: Verantwortung zu teilen, um gefährdete Kinder gemeinsam besser schützen zu können.
Impulse durch interdisziplinären Austausch
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag von Dr. Christine Böttger. Unter dem Titel „Interdisziplinär denken“ näherte sie sich dem komplexen Spannungsfeld zwischen Kindeswillen und Kindeswohl aus philosophischer Sicht. Sie machte dabei deutlich, dass die Wünsche der Kinder ernst genommen werden sollten, aber nicht in jeder Krisensituation mit dem Kindeswohl vereinbar sind.
Anschließend boten Workshops Gelegenheit, sich anhand konkreter Fallbeispiele auszutauschen. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter von Jugendamt, medizinischen Einrichtungen, Polizei, Jugendhilfe, Schulen, Kindertagesstätten, Beratungsstellen, Frauenhaus, Sportvereinen und dem Bereich der Kinder- und Jugendarbeit.
Blick in die Zukunft: Steuerungsgruppe und dauerhafte Zusammenarbeit
David Röwer, Koordinator des Netzwerks und Mitarbeiter des Jugendamtes, stellte die nächsten Schritte vor. Geplant ist die Einrichtung einer Steuerungsgruppe, die künftig Bedarfe ermitteln, Fortbildungsangebote koordinieren und Veranstaltungen zum Thema Kinderschutz organisieren soll. Röwer betonte den Wunsch vieler Teilnehmender nach regelmäßigen Treffen und nachhaltiger Zusammenarbeit:
„Diese Veranstaltung war ein wichtiger Startpunkt. Wir wollen ein lebendiges Netzwerk aufbauen und die Kooperation in unserer Stadt nachhaltig stärken – für mehr Handlungssicherheit im Kinderschutz.“
Breite Resonanz und erfolgreiche Auftaktveranstaltung
Die hohe Beteiligung aus unterschiedlichsten Bereichen und der intensive Austausch unter den Teilnehmenden unterstreichen: Kinderschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Organisatoren, darunter Sozialdezernent Raimund Gausmann, Referentin Dr. Christine Böttger, Jugendamtsleiterin Annette Wiggers und Koordinator David Röwer, zeigten sich zufrieden mit dem gelungenen Auftakt.
Information und Kontakt
Weitere Informationen zum Netzwerk Kinderschutz Rheine und künftigen Veranstaltungen sind über den Koordinator David Röwer erhältlich.
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