Rheine leuchtet gegen Gewalt an Frauen
Am 25. November setzt die Stadt mit Lichtinstallationen, Kunst und Infoaktionen ein Zeichen gegen häusliche Gewalt
Am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, setzt Rheine erneut ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Mit vielfältigen Aktionen und Initiativen engagieren sich die Stadt und ihre Kooperationspartnerinnen, um Betroffene zu unterstützen, Prävention zu stärken und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.
Zahlen verdeutlichen gesellschaftliche Dringlichkeit
Nach Angaben des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) ist die Zahl der registrierten Fälle häuslicher Gewalt im Jahr 2024 auf 61.406 gestiegen – ein Anstieg von 1,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders alarmierend: In mehr als 71 Prozent der Fälle waren die Opfer weiblich. Diese Zahlen machen deutlich, wie dringend Prävention, Aufklärung und verlässliche Hilfsangebote notwendig sind.
Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Rheine betont: „Hinter jedem dieser Fälle steht ein Mensch – eine Frau, die Gewalt erlebt, oft in den eigenen vier Wänden, wo sie sich eigentlich sicher fühlen sollte. Dass die Zahlen weiter steigen, ist erschütternd. Umso wichtiger ist es, hinzusehen, darüber zu sprechen und gemeinsam zu handeln.“
Aktionen zum Internationalen Tag "Nein zu Gewalt an Frauen"
In Rheine werden mehrere Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt, um auf die Problematik aufmerksam zu machen und Betroffenen Wege der Unterstützung aufzuzeigen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Lichtinstallationen, Kunstaktionen und Informationskampagnen.
Orangefarbene Beleuchtung des Neuen Rathauses:
Das Foyer des Neuen Rathauses wird mit Einbruch der Dunkelheit in orangefarbenes Licht gehüllt – als sichtbares Zeichen der UN-Kampagne "Orange the World". Gleichzeitig erinnern Bildschirme im Rathaus und in der Stadtkirche St. Dionysius an die in den Jahren 2024 und 2025 verübten Femizide in Deutschland. Ergänzt wird dies durch eine Fahne vor dem Rathaus an der Roten Bank.
„Rote Schuhaktion“:
Vor dem Neuen Rathaus werden zahlreiche rot bemalte Damenschuhe ausgestellt – eine Kunstaktion, die Schülerinnen und Schüler der Alexander-von-Humboldt-Schule realisieren. Sie erinnert an Frauen, die durch Partnerschaftsgewalt oder Femizide ihr Leben verloren. Die Initiative basiert auf einer Idee der mexikanischen Künstlerin Elina Chauvet.
Brötchentütenaktion:
In teilnehmenden Bäckereien und Schulen werden Brötchentüten verteilt, die auf lokale Hilfsangebote und das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" aufmerksam machen. Diese niedrigschwellige Maßnahme erreicht Menschen direkt im Alltag.
Ausstellung „Die Wut ist weiblich“:
Die Fotoausstellung von Rosa Engel in der Buchhandlung Glückskiste zeigt Frauen, die ihre Wut als Ausdruck von Grenzverletzungen, Ungerechtigkeit und Selbstbehauptung präsentieren. Die Kooperation der Frauenberatungsstelle, der Buchhandlung Glückskiste und der Gleichstellungsbeauftragten macht deutlich, dass Wut eine Kraftquelle sein kann. Der Eintritt ist frei.
Plakataktion auf Stadtbussen:
Ab dem 24. November fahren Stadtbusse in Rheine mit Plakaten des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen". So wird das Beratungsangebot für betroffene Frauen öffentlich sichtbar gemacht.
Frauenkino im Cinetech:
Am Freitag, 28. November, wird im Frauenkino der Film „Morgen auch noch Tag“ gezeigt. Der Film schildert das Leben der Protagonistin Delia, die unter häuslicher Gewalt leidet, und erzählt von Hoffnung und Neubeginn. Der Einlass beginnt um 19:00 Uhr, der Film startet um 19:30 Uhr. Tickets sind ausschließlich im Kino für 7 Euro, inklusive eines Glases Sekt, erhältlich.
Hintergrund: Femizid und Partnerschaftsgewalt
Hilfsangebote und Unterstützung
Die Stadt Rheine und ihre Kooperationspartnerinnen möchten mit den Aktionen das Bewusstsein für die verschiedenen Formen von Gewalt gegen Frauen schärfen und Betroffene ermutigen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Die fortlaufenden Initiativen in Rheine stehen exemplarisch für das gesellschaftliche Engagement gegen geschlechtsspezifische Gewalt – und unterstreichen die Bedeutung des kollektiven Handelns sowie der Vernetzung von Hilfsangeboten.
Für Betroffene, Angehörige und alle, die ein Zeichen setzen möchten, stehen zahlreiche Anlaufstellen bereit. Mit dem Aktionstag wollen die Organisatorinnen Mut machen, das Schweigen zu brechen, Hilfe zu suchen und Solidarität zu zeigen.
Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.