Rheine sucht Wege gegen Wohnungsverlust

Fachstelle für Wohnraumsicherung diskutiert mit Wohnungswirtschaft, Behörden und Trägern über Mietprobleme, junge Erwachsene und neue Wohnmodelle

Von Redaktion Rheine
Rheine sucht Wege gegen Wohnungsverlust
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Die Fachstelle für Wohnraumsicherung der Stadt Rheine hat zum mittlerweile fünften Dialog eingeladen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen in Mietverhältnissen sowie die Frage, wie sich Wohnraum langfristig sichern lässt. Vertreterinnen und Vertreter aus Wohnungswirtschaft, Behörden und sozialen Trägern nutzten den Termin für den Austausch über Entwicklungen und praktische Lösungsansätze.

Arbeit der Fachstelle: Unterstützung bei Mietproblemen

Zu Beginn stellte die Fachstelle Wohnraumsicherung ihre Arbeitsschwerpunkte vor. Sie wird in Kooperation mit dem Caritasverband Rheine e. V. betrieben und versteht sich als neutrale Ansprechpartnerin bei Problemen in Mietverhältnissen. Ein zentraler Schwerpunkt ist die finanzielle Absicherung von Mietzahlungen, um Wohnraum dauerhaft zu erhalten.

Nach Angaben der Fachstelle entsteht rund ein Drittel der Beratungsfälle durch Meldungen des Amtsgerichts über anhängige Räumungsklagen. Weitere Betroffene wenden sich direkt an die Fachstelle oder kommen über Beratungsstellen und Sozialleistungsträger in Kontakt. Ziel ist es, tragfähige Lösungen für Mieterinnen und Mieter ebenso wie für Vermieterinnen und Vermieter zu finden.

Schwerpunkt des Dialogs: junge Erwachsene

Wiebke Gehrke, Fachbereichsleiterin Schulen, Soziales, Migration und Integration, richtete den diesjährigen Schwerpunkt auf junge Erwachsene. Das städtische Jugendamt und die Fachstelle Wohnraumsicherung beschäftigen sich derzeit mit der Frage, wie die Wohnraumversorgung für junge Volljährige verbessert werden kann. Im Blick stehen dabei auch die Ursachen von Wohnungslosigkeit sowie die Rolle des sogenannten Couchsurfing.

Diskutiert wurde unter anderem, welche Hürden junge Erwachsene beim Einzug in die erste eigene Wohnung bewältigen müssen und wie sie dabei unterstützt werden können. Ein weiteres Thema war der Umgang von Vermieterinnen und Vermietern mit den oft noch unsicheren finanziellen Voraussetzungen junger Volljähriger.

Wohnraumknappheit und alternative Modelle

Angesichts des knappen Angebots an Singlewohnungen kamen auch Wohngemeinschaften und alternative Wohnkonzepte zur Sprache. Zudem wurde die Frage aufgegriffen, wie ältere Menschen, die häufig in großen Einfamilienhäusern leben, Wohnraum für eine Untervermietung zur Verfügung stellen könnten.

Der Dialog machte deutlich, dass die Wohnraumsicherung an mehreren Stellen ansetzt: bei der Unterstützung in akuten Mietkonflikten ebenso wie bei der Suche nach tragfähigen Lösungen für Gruppen mit besonderem Unterstützungsbedarf.

Einordnung in das laufende Projekt

Die Fachstelle Wohnraumsicherung und das Jugendamt nehmen die Erkenntnisse aus dem Austausch in das Projekt „Zwischen Couch und Straße – junge Volljährige in Wohnungslosigkeit“ mit. Die Ergebnisse wollen die Institutionen auf einem für Januar 2027 geplanten Fachtag vorstellen. Zu dieser Veranstaltung sollen auch Vermieterinnen und Vermieter eingeladen werden.

Im weiteren Verlauf des Dialogs erhielten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der nächste Dialog zwischen Wohnungswirtschaft und Sozialverwaltung ist für in einem Jahr vorgesehen.

Beratung und Erreichbarkeit

Für Vermieterinnen und Vermieter bietet die Fachstelle jeden Mittwoch von 9 bis 11 Uhr eine spezielle Vermietersprechstunde an. Generell ist sie montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr erreichbar, alternativ auch nach individueller Terminvereinbarung.

Das Büro befindet sich am Kardinal-Galen-Ring 98.

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