Bad Münstereifel pflanzt Zukunft im Stadtwald
Mit 128.000 Euro Förderung setzt der Forstbetrieb auf klimastabile Eichen, um den Wald an den Klimawandel anzupassen

Der anhaltend rasche Klimawandel stellt die Stadt Bad Münstereifel vor große Herausforderungen. Rund die Hälfte des Stadtgebiets besteht aus Wald, wovon wiederum ein erheblicher Teil im Eigentum der Stadt ist. Insbesondere die zahlreichen Fichtenbestände leiden unter den veränderten klimatischen Bedingungen. Die ökologischen und wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung machen ein Umdenken im Umgang mit dem Stadtwald erforderlich.
Waldumbau in Bad Münstereifel: Klimastabile Baumarten im Fokus
Angesichts der klimatischen Veränderungen hat der Forstbetrieb Bad Münstereifel gezielt auf die Anpassung der Wälder reagiert. Mit Unterstützung durch die "Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen extremer Wetterereignisse im Privat- und Körperschaftswald Nordrhein-Westfalen" wurden in diesem Jahr mehrere tausend klimastabile Bäume gepflanzt.
Fichten – lange Zeit prägend für die Region – gelten mittlerweile als besonders anfällig für Trockenstress und Schädlingsbefall. Viele ehemals geeignete Flächen sind für den Fichtenanbau heute nicht mehr standortgerecht. Deshalb setzt der Forstbetrieb verstärkt auf heimische und anpassungsfähige Baumarten, allen voran verschiedene Eichenarten.
Maßnahmen im Einzelnen: Neue Baumarten und Konzepte für den Stadtwald
Die jüngsten Pflanzaktionen und Konzepte des Forstbetriebs umfassen folgende Schwerpunkte:
Anpassungsstrategie: Auf trockeneren Standorten wird vermehrt die Traubeneiche gepflanzt. Für diese Baumart wurde ein eigenes Verjüngungskonzept entwickelt, bei dem Saatgut aus eigenem Bestand verwendet wird.
Förderung feuchteliebender Arten: Auf nassen Standorten setzt man auf die Slavonische Stieleiche, die mit ihrer tiefreichenden Pfahlwurzel punkten kann. Sie fördert das Wachstum weiterer Begleitbaumarten wie Linde, Ulme, Ahorn und Hainbuche.
Mischwald als Leitbild: Der Aufbau von Mischbeständen mit einer breiten Auswahl standortgerechter Baumarten gilt als zentrale Maßnahme, um die Resilienz des Waldes zu sichern. Methoden wie flächige Kulturen, kleinflächige Horste und Naturverjüngung werden genutzt.
Langfristige Perspektiven und Herausforderungen
Die Entwicklung des Waldes wird als Generationenprojekt betrachtet. Nach Schätzung des Forstbetriebs werden die jetzt gepflanzten Eichen frühestens in 200 Jahren ihre volle Reife erreichen. Produktionszeiträume in der Forstwirtschaft erstrecken sich somit über viele Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte.
Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits im Alltag des Forstbetriebs spürbar. Ein schneller Umbau der Wälder ist daher unumgänglich. „Wir können uns kaum auf den schnell voranschreitenden Klimawandel einstellen“, betonen die Mitarbeiter des Forstbetriebs. Die Nutzung klimastabiler Baumarten gilt als zukunftsorientierte Entscheidung, die die Widerstandsfähigkeit des Stadtwaldes gegen künftige Extremwetterereignisse erhöhen soll.
Fördermittel und Umsetzung
Die finanzielle Unterstützung durch die Landesförderung Nordrhein-Westfalen ist für die Stadt von großer Bedeutung. Im laufenden Jahr wurden Wiederaufforstungsmaßnahmen mit insgesamt 128.280 Euro unterstützt. Die geförderten Flächen sind mit Hinweisschildern kenntlich gemacht, um auf die Bedeutung der Maßnahme aufmerksam zu machen.
Die praktische Umsetzung der Fördermaßnahmen obliegt dem städtischen Forstbetrieb, unter der Leitung von Stefan Lott. Gemeinsam mit Sebastian Glatzel werden die Flächen regelmäßig überprüft und die Entwicklung der Neupflanzungen beobachtet.
Das Waldbaukonzept und das Wiederbewaldungskonzept der Stadt geben den Rahmen für die Auswahl der Baumarten und die Zusammensetzung der Bestände vor. Dabei werden nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische Aspekte berücksichtigt.
Städtepartnerschaften als Zeichen internationaler Zusammenarbeit
Bad Münstereifel pflegt Partnerschaften mit Ashford (Großbritannien) und Fougères (Frankreich). Obwohl diese in der aktuellen Forststrategie nicht direkt erwähnt werden, unterstreichen die Partnerschaften die Offenheit der Stadt für überregionale Zusammenarbeit.
Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.