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Neue Skulptur erinnert an Flutopfer von 2021

In Bad Münstereifel verbindet die Stele „SeelenSchätze“ Schmerz und Hoffnung und würdigt gemeinschaftliches Gedenken

Von Redaktionsteam Bad Münstereifel26.09.25, 12:40

Menschen im Artikel

MF
Marti Faber
LG
Laura Giesa
HW
Hendrik Wüst

Am Donnerstag wurde in Bad Münstereifel ein besonderes Erinnerungszeichen gesetzt: Die Skulptur "SeelenSchätze" der Künstlerin Marti Faber wurde an der Kölner Straße, nahe der Erft, feierlich enthüllt. Die Veranstaltung zog zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie Opferangehörige an. Anlass war das Gedenken an die tragischen Ereignisse vom 14. und 15. Juli 2021, bei denen unter anderem Laura Giesa und vier weitere Menschen im Stadtgebiet ihr Leben verloren.

Gedenken an die Flutkatastrophe von 2021

Die Enthüllung der Skulptur stand ganz im Zeichen der Erinnerung und des Zusammenhalts. Besonders bewegend war die Teilnahme der Familie und Freunde von Laura Giesa, einer der fünf Opfer. Die Bürgermeisterin der Stadt fasste die kollektive Betroffenheit in ihrer Ansprache zusammen: „Innerhalb weniger Stunden wurde unser Leben fundamental erschüttert.“ Besonders das Leid derjenigen, die nahe der Fluten ihr Leben verloren, stand im Mittelpunkt des Gedenkens.

Die Skulptur "SeelenSchätze" – Symbol für Wandel und Erinnerung

Die von Angehörigen vorgestellte Stele "SeelenSchätze" misst drei Meter und ist aus Cortenstahl gefertigt. Die Künstlerin Marti Faber erläuterte das Konzept: Witterung und Rost lassen nach und nach eine Patina entstehen, wodurch sich die Skulptur im Lauf der Zeit verändert. Dieser Prozess spiegelt die Veränderlichkeit von Erinnerungen wider – sie wandeln sich, bleiben jedoch stets Teil der individuellen und kollektiven Geschichte.

Kurz erklärtCortenstahl

Cortenstahl ist ein wetterfester Baustahl, der im Laufe der Zeit eine schützende Rostschicht bildet. Diese Schicht sorgt für die charakteristische Patina, die das Material widerstandsfähig und optisch einzigartig macht.

Zusammenspiel von Schmerz und Hoffnung

"SeelenSchätze" ergänzt die im Kurpark Großbleiche stehende Skulptur "Seelenschmerz". Beide Werke sind laut Bürgermeisterin als spannungsvolles Paar zu verstehen: Sie stehen symbolisch für gegensätzliche, aber untrennbar verbundene Gefühle wie Hoffnung und Schmerz, Erinnerung und Zukunft, Angst und Mut. Erst durch die wechselseitige Betrachtung erschließt sich ihre Gesamtaussage.

Historische und städtebauliche Einbettung

Die Skulptur wurde in ein neugestaltetes Umfeld integriert. An gleicher Stelle erinnert ein Kreuz bereits an eine frühere Flutkatastrophe aus dem Jahr 1749. Somit schlägt die aktuelle Gedenkstätte eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Beteiligung und Unterstützung

Die Realisierung beider Stelen wurde durch vielfältiges Engagement möglich. Die Stadt Bad Münstereifel bedankte sich ausdrücklich bei Künstlerin Marti Faber, der Bürgerstiftung, Ministerpräsident Hendrik Wüst und weiteren Partnern, die das Projekt finanziell unterstützten.

Gemeinsamer Abschluss in der Kurverwaltung

Zum Ausklang der Gedenkfeier lud die Stadt zu einem Beisammensein in die nahegelegene Kurverwaltung. Hier fand ein persönlicher Austausch der Anwesenden statt, der Raum für Begegnung, Trost und gegenseitige Stärkung bot.

Städtepartnerschaften der Stadt

  • Bad Münstereifel – Ashford (Großbritannien)
  • Bad Münstereifel – Fougères (Frankreich)
  • Die Skulptur „SeelenSchätze“ an der Kölner Straße bleibt als bleibendes Zeichen des Erinnerns und der Hoffnung im Stadtbild präsent – ein künstlerischer wie gesellschaftlicher Brückenschlag, der die Geschichten der Betroffenen würdigt und zugleich eine Brücke in die Zukunft schlägt.

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