100. Fahrrad für Geflüchtete in Hückeswagen

Ehrenamtliche reparieren gespendete Räder und stärken Integration durch persönliche Begegnungen

Das ehrenamtliche Engagement für Geflüchtete aus der Ukraine prägt die Schloss-Stadt Hückeswagen seit Beginn des Krieges im Jahr 2022. Mit viel Herzblut wurden über die vergangenen Jahre zahlreiche Fahrräder instand gesetzt und geflüchteten Familien übergeben. Die Aktion, die aus einer spontanen Initiative eines Stammtisches entstand, ist heute ein fest verankertes Projekt gelebter Solidarität.

Engagierte Helfer und eine zentrale Begegnungsstätte

Drei technikbegeisterte Rentner und der junge ukrainische Geflüchtete Petro Chernysnov stehen im Mittelpunkt des Projekts. Sie treffen sich jeden Montag in der sogenannten „Halle“ – der großzügig von Hans-Otto Zach zur Verfügung gestellten ehemaligen Produktionsstätte seiner Firma. Dort werden die gespendeten Fahrräder repariert, angepasst und für ihre neuen Besitzer vorbereitet.

Die „Halle“ fungiert dabei nicht nur als Werkstatt, sondern als Symbol gelebter Willkommenskultur in Hückeswagen. Hier werden Fahrräder nicht einfach übergeben – sie werden individuell nach Probefahrt, Größenanpassung und persönlichem Gespräch ausgegeben. So entstehen Begegnungen, die manchmal über die Fahrradübergabe hinausgehen und zu nachhaltigen Kontakten führen.

Private Spenden und nachhaltiges Arbeiten

Die meisten Fahrräder stammen aus privaten Spenden, die nach einem Aufruf des

zusammengetragen wurden. Besonders ältere, gut erhaltene Räder wurden gespendet. Fahrräder mit größeren Mängeln werden als Ersatzteilspender genutzt, um möglichst viele Komponenten nachhaltig wiederzuverwenden. Dieser ressourcenschonende Ansatz ermöglicht es, die Zahl der übergebenen Räder stetig zu erhöhen.

Mehr als nur Fahrradübergaben: Teilhabe und Integration

Das Projekt geht weit über die reine Fahrradvergabe hinaus. Es steht für gelebte Teilhabe, gegenseitiges Vertrauen und Integration. Unterstützt wird die Initiative durch das Café Kiwie und die Aktion Weitblick, die nicht nur bei der Vermittlung, sondern auch beim Kauf von Helmen und Werkzeug helfen. Jedes Fahrrad wird ausschließlich mit Helm ausgegeben, ganz im Sinne der Sicherheit der neuen Besitzer.

Ein besonderer Dank an die Unterstützer

Hans-Otto Zach hat mit seiner „Halle“ einen zentralen Ort geschaffen, an dem Hilfe und menschliche Begegnung stattfinden. Auch die Unterstützer aus dem Café Kiwie und der Initiative Weitblick tragen entscheidend zum Erfolg des Projekts bei.

Ein Zeichen für Menschlichkeit in Hückeswagen

Torsten Kemper, stellvertretender Fachbereichsleiter Bildung und Soziales, hebt das Engagement hervor: „Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn Menschen einfach machen. Sachverstand, Ausdauer und ehrenamtliches Engagement leisten hier einen unschätzbaren Beitrag für unsere Stadt – leise, zuverlässig und mit echter Menschlichkeit.“

Die Schloss-Stadt Hückeswagen bedankt sich ausdrücklich bei allen Engagierten. Die übergebenen Fahrräder stehen für Geschichten der Hoffnung und gelungene Integration. Sie belegen, dass Hückeswagen nicht nur fahrradfreundlich, sondern vor allem menschenfreundlich ist.

Meilenstein: Das 100. Fahrrad

Ein besonderer Moment: Die Helfer des Projektes – Jürgen Dömer, Otar Mangoshvili, Hubert Franken und Manfred Brocksieper – konnten kürzlich das 100. gespendete Fahrrad an eine geflüchtete Familie übergeben und damit ein weiteres Zeichen der Solidarität setzen.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen

Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern: