Ein Leben lang Flüchtling: Lesung im Stadtarchiv Lemgo
Dr. Manuela Kramp erzählt am 12. Februar von der Flucht ihres Vaters nach dem Zweiten Weltkrieg

Das Stadtarchiv Lemgo lädt am 12. Februar 2026 zu einer besonderen Autorenlesung ein: Unter dem Titel „Ein Leben lang Flüchtling“ präsentiert Dr. Manuela Kramp die bewegende Geschichte ihres Vaters Georg Kramp. Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr und bietet einen tiefen Einblick in Erinnerungen, Erlebnisse und Auswirkungen von Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Geschichte von Georg Kramp
Georg Kramp erlebte im Alter von sieben Jahren die Gewalterfahrungen und Entwurzelung, als seine Familie nach Kriegsende aus Pommern vertrieben wurde. Im Jahr 1949 fand die Familie in Lemgo-Lieme eine neue Bleibe. Doch auch in der neuen Heimat war die Integration schwierig – Akzeptanz blieb oft aus, und selbst Jahrzehnte später galt Georg Kramp vielen als „Flüchtling“, ungeachtet seines persönlichen und beruflichen Erfolgs.
Traumata zwischen den Generationen
Erst viele Jahre später, als die eigenen Kinder erwachsen waren, wurden Details aus Georg Kramps Kriegskindheit öffentlich. Die Offenheit über ein besonders prägendes Erlebnis führte dazu, dass Manuela Kramp sich intensiv mit der Familiengeschichte auseinandersetzte. Im Dialog mit ihrem Vater begab sie sich auf Spurensuche, um Ursachen der seelischen Belastung aufzudecken und einer unbewussten Weitergabe von Traumata an die nächste Generation entgegenzuwirken.
Die Veranstaltung im Stadtarchiv Lemgo
Bei der Lesung wird Dr. Manuela Kramp ausgewählte Passagen aus dem Buch über das Leben ihres Vaters vortragen. Die Inhalte werden durch eine Diashow ergänzt, die Eindrücke der gemeinsamen Reise in die alte Heimat Pommern vermittelt. Dies ermöglicht den Zuhörenden, historische und persönliche Aspekte der Geschichte nachzuvollziehen.
Organisatorisches und Anmeldung
Die Lesung ist eine Kooperation des Stadtarchivs Lemgo und des Frenkel-Hauses. Aufgrund begrenzter Platzkapazität wird um vorherige Anmeldung gebeten.
Bedeutung und gesellschaftlicher Kontext
Die Veranstaltung bietet nicht nur eine literarische Begegnung, sondern auch eine Plattform zur Auseinandersetzung mit den Nachwirkungen von Flucht, Krieg und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Die Perspektive der Familie Kramp macht deutlich, wie lange Traumata fortwirken können und welche Wichtigkeit es für die Verarbeitung innerhalb mehrerer Generationen gibt.
Weitere Informationen zu dieser und anderen Veranstaltungen finden Interessierte direkt beim Stadtarchiv Lemgo. Die Lesung eröffnet die Gelegenheit für einen wichtigen Austausch über Erinnerung, Verarbeitung und Verständigung.
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