Feuerwehr Lemgo verbindet Ehrenamt und Beruf neu
Mit dem „Fire Office“ im Homeoffice schneller einsatzbereit dank flexibler Büros und digitaler Buchung

Mit dem innovativen Modell „Fire Office“ geht die Freiwillige Feuerwehr Lemgo neue Wege, um den Herausforderungen des Ehrenamtes im Alltag zu begegnen. Das Projekt ermöglicht es den Feuerwehr-Mitgliedern, ihr Homeoffice flexibel auf die Feuerwache zu verlegen – ein Konzept, das den Spagat zwischen Beruf, Ehrenamt und Privatleben erleichtern soll.
Flexible Arbeitsplätze direkt an der Feuerwache
Das „Fire Office“ ist speziell dafür konzipiert, Ehrenamtlichen einen modernen Arbeitsplatz vor Ort zu bieten. Jeder Arbeitsplatz ist mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch, zwei Monitoren, Internetzugang sowie Dockingstation, Maus und Tastatur ausgestattet. Die Stadt Lemgo stellt dabei die notwendige Infrastruktur bereit – die individuellen Arbeitsmittel bringen die Feuerwehrleute selbst mit.
Die drei Einzelbüros befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Feuerwache in der Orpingstraße. Für Lars-Uwe Brede, Leiter der Lemgoer Wehr, ist das Angebot ein wichtiger Beitrag, um das Ehrenamt besser mit der beruflichen und privaten Welt zu vereinbaren. „Feuerwehr, Einsatzkräfte und Arbeitgeber ziehen gemeinsam an einem Strang. Und die Rückmeldungen zeigen, dass das Angebot gut ankommt“, betont Brede.
Buchungssystem sorgt für Fairness und Flexibilität
Die Nutzung der Büroräume erfolgt über ein eigens eingerichtetes Buchungssystem. Die Tagesbuchung der Einzelbüros soll sicherstellen, dass möglichst viele Kameradinnen und Kameraden von dem Angebot profitieren; Dauerbuchungen sind daher nicht vorgesehen.
Lars-Uwe Brede hebt hervor, dass ein vertrauensvolles Zusammenspiel mit den Arbeitgebern elementar sei. Die Feuerwehrleute stimmen die Nutzung des „Fire Office“ jeweils im Vorfeld mit ihren Vorgesetzten ab. So werde gewährleistet, dass nicht immer dieselben Personen wegen eines Einsatzes ihre Arbeit unterbrechen müssen.
Positive Resonanz aus Wirtschaft und Feuerwehr
Schon kurz nach Einführung signalisierten acht Arbeitgeber ihre Unterstützung für das Modell. Die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer ist mittlerweile auf elf angewachsen. Yannik Mallmann, tätig bei Müller Umwelttechnik, schildert seine Erfahrungen: „An manchen Tagen kann ich mir den deutlich längeren Weg ins Büro sparen, habe aber trotzdem eine klare Trennung von Zuhause und Arbeitsplatz.“
Auch Benjamin Jeep, einer von mehreren Kollegen von Phoenix Contact, sieht Vorteile im „Fire Office“: „Die Umgebung bringt immer wieder neue Gedanken. Und auch wenn man in der Küche einen Kaffee holt, sieht man andere Gesichter als auf der Arbeit oder zu Hause. Das gibt eine gute Abwechslung.“
Praktische Vorteile für den Einsatzalltag
Für die Feuerwehr bedeutet das Modell, dass Einsatzkräfte tagsüber schneller vor Ort sein können. Bereits in den ersten Monaten zeigte sich, dass die Reaktionszeiten bei Alarmen tatsächlich verkürzt werden konnten. Lars-Uwe Brede zieht eine positive Zwischenbilanz: „Der Start ist gut gelaufen. Es gab tatsächlich einige Einsätze, bei denen wir schneller ausrücken konnten. Das ist großartig.“
Verbesserungsvorschläge, wie beispielsweise für eine optimierte Akustik in den Büros, werden fortlaufend umgesetzt. Die Verantwortlichen hoffen, dass sich die Idee des „Fire Office“ zukünftig noch stärker bei Arbeitgebern und potenziellen Feuerwehr-Mitgliedern herumspricht.
Ein zukunftsweisendes Modell für das Ehrenamt
Mit dem „Fire Office“ demonstriert die Freiwillige Feuerwehr Lemgo, wie durchdachte Konzepte und eine enge Abstimmung mit der Wirtschaft das Ehrenamt gestärkt werden kann. Das Modell steht beispielhaft für die Verbindung von gesellschaftlichem Engagement und moderner Arbeitswelt.
Weitere Bilder

Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.