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Neue Benjeshecke bringt Leben auf Friedhof Lüningheide

Lemgo nutzt regionales Schnittgut, um Igeln und Insekten Schutz zu bieten und die Artenvielfalt zu fördern

Von Redaktionsteam Lemgo01.07.25, 23:46

In diesem Artikel

MS
Matthias Stock
MB
Markus Baier
RP
Ronja Post
JD
Juan Daood

Auf dem Friedhof Lüningheide in Lemgo ist vor Kurzem ein besonderer Lebensraum für heimische Tiere entstanden: Eine neu errichtete Benjeshecke bietet Schutz und Unterschlupf für Igel, Insekten und viele weitere Arten. Das Projekt soll einen Beitrag zur Erhöhung der Artenvielfalt auf städtischen Flächen leisten und ist in Sichtweite der Kindergräber aufgestellt.

Gemeinschaftliches Engagement für mehr Artenvielfalt

Die Initiative zur Errichtung der Benjeshecke geht auf Matthias Stock, Personalratsvorsitzender und aktiver Unterstützer der Igelhilfe, zurück. Zusammen mit Bürgermeister Markus Baier, Klimaschutzbeauftragter Ronja Post und Juan Daood von den Städtischen Betrieben Lemgo wurde das Vorhaben im Frühjahr umgesetzt – rechtzeitig zum Beginn der Brutsaison der Vögel. Zwei Auszubildende der städtischen Betriebe halfen tatkräftig bei der Umsetzung, indem sie Pfähle als Pfeiler in die Erde setzten und das Schnittgut schichteten.

Wie funktioniert eine Benjeshecke?

Eine Benjeshecke ist ein ökologisch wertvoller Zaun oder Wall aus gestapeltem Schnittgut, der vielfältige Lebensräume schafft.

Kurz erklärtBenjeshecke

Eine Benjeshecke ist eine aus Ästen und Zweigen geschichtete Hecke, die insbesondere in der Landschaftspflege verwendet wird. Sie entsteht aus aufeinander gelegtem Schnittgut und bietet Unterschlupf und Nistmöglichkeiten für zahlreiche Tiere sowie Wachstumsraum für Pflanzen.

Neben Vögeln, die hier Nester bauen, profitieren auch Igel, wirbellose Tiere und Pflanzen. Tiere tragen Samen ein, sodass sich die Hecke selbst weiterentwickelt. Die unterschiedlichen Größen von Ästen und variablen Liegezeiten des Holzes sorgen für eine besondere Strukturvielfalt und ein reiches Mikroklima.

Nachhaltige Nutzung regionaler Ressourcen

Die neue Benjeshecke besteht aus Baum- und Schnittgut, das bei Baumkontrollen der Städtischen Betriebe Lemgo angefallen ist. Da jährlich durch die Baumpflege ausreichend Material entsteht, ist ein dauerhaftes Nachfüllen problemlos möglich. Damit bleibt der Lebensraum für Tiere und Pflanzen langfristig erhalten.

Weitere Maßnahmen geplant

Die Verantwortlichen planen bereits weitere Schritte zur Förderung der Artenvielfalt. So könnte etwa ein Igelhaus aus Steinen gebaut werden, die von nicht mehr genutzten Gräbern stammen. Auch die Schnittzyklen der Pflegeflächen werden fortlaufend überprüft. Ziel ist es, durch längere Wachstumsphasen noch mehr Lebensraum für Tiere zu schaffen.

Fazit und Ausblick

Mit der Benjeshecke setzt der Friedhof Lüningheide ein Zeichen für aktiven Natur- und Artenschutz. Das Projekt zeigt, wie mit einfachen Mitteln und regionalen Ressourcen wertvoller Lebensraum geschaffen werden kann. Weitere Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt sind bereits in Planung und stärken das ökologische Bewusstsein vor Ort.

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