Ostwestfalen-Lippe digital: Historische Städte im 3D-Format

Pilotprojekt „Smart, Historisch“ schafft virtuelle Stadtkerne für innovative Stadtentwicklung bis 2026

Ostwestfalen-Lippe digital: Historische Städte im 3D-Format
Bild zum Beitrag© Redaktionsteam Lemgo

Am Tag des offenen Denkmals erhalten Interessierte traditionell Zugang zu besonderen Orten der Geschichte. In diesem Jahr sorgt ein Pilotprojekt in Ostwestfalen-Lippe für eine digitale Erweiterung: Künftig können die historischen Stadtkerne von Detmold, Minden, Rietberg, Rheda-Wiedenbrück, Lemgo und Brakel nicht nur vor Ort, sondern ganzjährig und digital besucht und erlebt werden.

Stadtgeschichte im 3D-Format

Im Rahmen des Projekts „Smart, Historisch“ wurden Gebäude, Gassen und Plätze dieser sechs Kommunen aus der Luft und am Boden fotografiert und digital erfasst. Aus diesen hochpräzisen Fotoaufnahmen entstehen fotorealistische 3D-Modelle der Altstädte. Sie bilden nicht nur den aktuellen Zustand detailgetreu ab, sondern dienen als sogenannte digitale Zwillinge für vielfältige künftige Anwendungsbereiche.

So lassen sich beispielsweise Neubauvorhaben innerhalb sensibler Altstadtlagen visualisieren und vergleichen. Auch digitale Stadtführungen werden möglich, bei denen historische Ansichten direkt mit aktuellen Bildern kombiniert werden können. Die virtuellen Stadtkerne unterstützen zudem Architekturwettbewerbe, Beteiligungsverfahren und bieten einen modernen Zugang zu Denkmalinformationen.

Chancen für Kommunen und Bürger

Markus Baier, Bürgermeister von Lemgo und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne NRW, äußert sich positiv zum Projekt: „Ein echter Gewinn für alle. Das ist nicht nur spannend für alle, die unsere Städte erleben wollen, sondern gibt ganz neue Möglichkeiten an die Hand, den Wandel der Innenstädte aktiv zu gestalten, zum Beispiel um Leerstände besser zu erkennen, neue Nutzungen zu planen und unsere Stadtkerne zukunftsfähig weiterzuentwickeln."

Pilotanwendungen zeigen das Potenzial

Bis Ende 2026 entwickeln die sechs beteiligten Städte verschiedene Pilotanwendungen. Die 3D-Modelle sollen zur Visualisierung unterschiedlicher Architekturentwürfe dienen – ein Mausklick genügt, um zwischen alternativen Bauprojekten zu wechseln. Weiterhin können Leerstände in den Innenstädten digital sichtbar und so gezielter neue Nutzungsoptionen geplant werden. Besonders spannend: Auch eine digitale Zeitreise, bei der die Entwicklung einzelner Gebäude und Straßenzüge über die Jahre hinweg abgebildet wird, ist geplant.

Von Modellprojekt zu regionalem Standard

Das Vorhaben wird aus dem Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ finanziert. Nach Abschluss des Projektes sollen die gewonnenen Erkenntnisse allen Kommunen und Kreisen in Ostwestfalen-Lippe zur Verfügung stehen. Die Kommunen werden während der Durchführung technisch von Geoplex GIS unterstützt, während die Projektsteuerung und Kommunikation von der pro-t-in GmbH übernommen wird.

Lemgo als anschauliches Beispiel

In der Lemgoer Innenstadt wurde ein besonderer Schwerpunkt gesetzt: Die Fassaden der historischen Altstadt wurden realitätsgetreu digital rekonstruiert, wodurch architektonische Details und Stadtbild eindrucksvoll erhalten und digital dokumentiert werden.

Service und weitere Informationen

Für Rückfragen und weiterführende Informationen steht die Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne NRW als Ansprechpartner zur Verfügung.

Informationen zum Tag des offenen Denkmals und dessen vielfältige Angebote werden auf den zentralen Seiten der Veranstaltung bereitgestellt.

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