Theaterstück erinnert an 80 Jahre Kriegsende
Lemgo zeigt Lebenswege von Kästner und Mann – Mut und Widerstand in der NS-Zeit

Die Reihe „erinnern, gedenken, gestalten… - 80 Jahre Kriegsende“ bringt mit einer außergewöhnlichen literarischen Veranstaltung ein Stück Zeitgeschichte lebendig auf die Bühne. Am 28. November 2025 lädt die Alte Hansestadt Lemgo gemeinsam mit zahlreichen Partnern zu einer spannenden Spurensuche in das Gemeindehaus St. Marien ein. Im Zentrum steht das Theaterstück „…und konnten es einfach nicht fassen!“, das in einer kreativen Inszenierung die Lebensgeschichten von Erich Kästner, Ida Kästner sowie Klaus und Erika Mann erzählt.
Literarische Spurensuche in dunkler Zeit
Ralf Kiekhöfer vom Töfte-Theater führt das Publikum mit Figuren, Tischfiguren, Musik und Soundcollagen durch die Schicksalsjahre der Protagonisten. Humorvolle Szenen sowie pointierte Texte machen die ernsten Themen des Theaterabends, die Emigration, das Ausharren in Deutschland und die kreative Arbeit im Exil, nicht nur erfahrbar, sondern auch nahbar.
Erich Kästner: Bleibt während der NS-Zeit als Schriftsteller und Zeitzeuge in Deutschland, um eines Tages Zeugnis ablegen zu können. Er lebt mit dem ständigen moralischen Konflikt, Zeuge zu sein oder emigrieren zu müssen.
Ida Kästner: Verbringt die gesamten 12 Jahre des Regimes in Deutschland und hält Kontakt zu ihrem Sohn.
Klaus und Erika Mann: Entscheiden sich für den Weg ins Exil. Sie nutzen Bücher, Vorträge, Rundfunk und ihr politisches Kabarett „Pfeffermühle“, um aufzuklären und zu warnen. Im Ausland engagieren sie sich weiter aktiv und nehmen neue Staatsbürgerschaften an.
Entscheidende Zitate wie „Luft im Dritten Reich ist für gewisse Lungen nicht zum Atmen. In der Heimat droht Erstickungstod!“ unterstreichen die dramatischen Umstände und die Entschlossenheit der Geschwister Mann.
Das Theaterstück – Fakten auf einen Blick
title="Ticketverkauf & Information"
phone="05261-213276"
email="[email protected]"
subtitle="Anmeldung und Platzreservierung möglich"
/>
Hintergrund und Veranstalter
Die Inszenierung ist Teil eines umfassenden Programms, das an die Ereignisse vor 80 Jahren erinnert und zum aktiven Gedenken einlädt. Veranstaltet wird die Lesung von einem breiten Netzwerk aus Kultur, Kirche und Engagement in Lemgo, darunter die Alte Hansestadt Lemgo, Museumsverein Lemgo, Stadtkonvent der Kirchengemeinden, Stiftung Eben Ezer, Stolpersteine und Frenkel-Haus Lemgo, Verein Alt Lemgo e.V., VHS Detmold-Lemgo AöR sowie das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake.
Mit ideenreicher Darstellung und überraschenden szenischen Elementen regt Schauspieler Ralf Kiekhöfer dazu an, sich mit Fragen von Mut, Widerstand und persönlicher Haltung auseinanderzusetzen. Die Inszenierung schafft es, auch schwierige Themen mit Leichtigkeit und Anschaulichkeit an das Publikum heranzutragen.
Fazit und Einladung
Das Stück bietet nicht nur historische, sondern auch gegenwärtige Fragen nach persönlicher Verantwortung und Zivilcourage. Die Veranstalter laden explizit ein, gemeinsam zu erinnern, zu gedenken und Zukunft zu gestalten. Der Abend verspricht ein eindrucksvolles Theatererlebnis und eine intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Weitere Bilder



Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.