Integrationskurse in Monheim am Rhein vor dem Aus?

VHS und Bürgermeisterin fordern verlässliche Finanzierung angesichts gekürzter Bundesmittel und wachsender Herausforderungen

Die Volkshochschule (VHS) in Monheim am Rhein schlägt Alarm: Die Finanzierung der Integrationskurse für Zugewanderte steht auf dem Spiel. In einer aktuellen Stellungnahme fordert die VHS gemeinsam mit Bürgermeisterin Sonja Wienecke eine verlässliche Unterstützung für diese Kurse. Besonders kritisch: In Monheim am Rhein ist die Volkshochschule aktuell der einzige Anbieter entsprechender Angebote.

Sprachförderung darf nicht von kommunalen Finanzen abhängen

Der Hintergrund: Mittel für Integrationskurse werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge laut Angaben zunehmend gekürzt. Dieser Trend verschärft die Situation insbesondere in Kommunen wie Monheim am Rhein, wo die VHS die zentrale Anlaufstelle für Integrationsangebote ist. Bürgermeisterin Sonja Wienecke betont: „Sprachförderung für zugewanderte Menschen darf nicht abhängig von finanzieller Ausstattung einer Kommune sein.“

Engagement der VHS trotz herausfordernder Bedingungen

Im laufenden Jahr hat die städtische VHS 106 Integrationskursmodule angeboten. Rund 300 Personen haben erfolgreich Deutschtests abgelegt, 41 Teilnehmende absolvierten darüber hinaus Kurse mit berufsbezogener Ausrichtung. Das Angebot der VHS umfasst zudem Beratung zur Anerkennung von Qualifikationen und weiteren Bildungswegen, um Zugewanderten den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Trotz dieses Engagements stoßen die Verantwortlichen zunehmend an finanzielle und strukturelle Grenzen. Wienecke macht deutlich: „Wir sind nur mit einer entsprechend finanziellen Ausstattung auch in Zukunft in der Lage, diese Angebote bereitzustellen.“

Probleme: Kürzungen, Bürokratie und Fachkräftemangel

VHS-Leiter Christoph Leven unterstreicht die Bedeutung der Integrationskurse für das Zusammenleben: „Es hilft, die Sprache zu erlernen und gesellschaftliche Regeln sowie Gepflogenheiten zu verstehen. Das ist essenziell für eine gelingende Integration.“ Gleichzeitig kritisiert er, dass der Bund die steigenden Raumkosten und den erhöhten Verwaltungsaufwand nicht kompensiert.

Weitere Herausforderungen bestehen darin, dass sogenannte Wiederholungsstunden in Integrationskursen weitgehend gestrichen wurden. Das gefährdet laut VHS den Erfolg vieler Sprachprüfungen. Auch die Beschäftigung der Lehrkräfte wird zunehmend erschwert: Festanstellungen kann die VHS nicht anbieten, die Freiberuflichkeit der Kursleitenden wird von der Deutschen Rentenversicherung verstärkt in Frage gestellt.

Leven fordert: „Wir brauchen eine auskömmliche Finanzierung der Integrationskurse, weniger Bürokratie und mehr pädagogische Gestaltungsfreiheit im Sinne der Teilnehmenden.“

Landesweiter Schulterschluss für bessere Rahmenbedingungen

Die Forderungen von VHS-Leitung und Stadtspitze stehen im Einklang mit Positionen des Landesverbands der Volkshochschulen, des Städte- und Gemeindetages sowie des NRW-Landkreistages. Diese Organisationen haben ihre gemeinsame Erklärung im Rahmen der Integrationskonferenz des VHS-Landesverbands veröffentlicht – ein Anlass, der an das 20-jährige Bestehen der Integrationskurse erinnert. Auch die Volkshochschule Monheim war aktiv beteiligt.

Die Diskussion um eine verlässliche und faire Finanzierung der Integrationskurse dürfte angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen nicht an Bedeutung verlieren. Alle Beteiligten sind sich einig: Die Integration Zugewanderter erfordert einen gesicherten Zugang zu Sprach- und Bildungsangeboten – unabhängig von der Kassenlage einzelner Kommunen.

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