Monheim feiert Altweiber-Donnerstag mit Rathaussturm
Bürgermeisterin übergibt symbolisch den Schlüssel – Karneval, Parodien und historische Einblicke begeistern die Narren

Am Altweiber-Donnerstag verwandelte sich das Monheimer Rathaus erneut in eine Hochburg des Frohsinns: Die Monnemer Möhnen und Narren eroberten mit reichlich Energie das Verwaltungsgebäude und leiteten so die närrische Regentschaft bis Aschermittwoch ein. Bürgermeisterin Sonja Wienecke musste sich dem ausgelassenen Treiben geschlagen geben und übergab symbolisch den Rathausschlüssel an Prinz Karneval.
Bürgermeisterin mit launiger Rede und Appell an Gemeinschaft
In einer heiteren Ansprache zur Übergabe der Regierungsgeschäfte zog Bürgermeisterin Wienecke eine erste Zwischenbilanz ihrer Amtszeit. Sie betonte:
„Ich versuche seit meiner Wahl, und hoffe, es gelingt auch manches Mal, Menschen und Rat zusammenzubringen, nur so kann Politik gelingen.“
Der Bürgermeisterin lag die Gemeinschaft der Stadt besonders am Herzen. Sie rief dazu auf, Gräben zu überwinden, sachliche Lösungen zu finden und trotz politischer Differenzen das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen:
„Wir sollten Gräben überwinden, Sachfragen zueinanderfinden, denn bei all dem politischen Frust schlägt jedem Monnemer das Herz in der Brust!“
Mit Blick auf die finanziellen Herausforderungen in der Stadt versicherte Wienecke, dass die Unterstützung für Karneval und Brauchtum weiterhin gegeben sei. Besonders die Verwaltung bleibe Partner der Karnevalisten, etwa bei der Organisation von Umzügen und Sitzungen:
„Jecke haben unsere Unterstützung! Ob Zoch- oder Sitzungsgestaltung, gern hilft euch weiter die Verwaltung“
„Wir wollen Möglichmacher bleiben und nicht zu viele Auflagen schreiben, denn Karneval, das ist in Monnem unverhandelbar.“
Buntes Programm und olympischer Humor im Ratssaal
Im voll besetzten, festlich dekorierten Ratssaal präsentierte sich eine karnevalistische Show, an der Mitglieder der Stadtverwaltung, Ratsmitglieder sowie Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Gemeinsam mit der Band „Großstadtengel“ entstand eine ausgelassene Atmosphäre, die für Begeisterung bei allen Anwesenden sorgte.
Das Programm setzte sich fort mit den Darbietungen der Prinzenpaare, die mit Tänzen, Gesangseinlagen, einem Trompetensolo und einem waghalsigen Sprung des Kindernarren für weitere Höhepunkte sorgten. Die Begeisterung im Saal erreichte ihren Höhepunkt.
Olympische Spiele in Monheim – Parodie auf großer Bühne
Karnevalistisch wurde es auch bei den olympischen Einlagen, die Sitzungspräsident Michail ankündigte. In Anlehnung an die großen Sommerspiele verwandelte sich der Ratssaal kurzzeitig in ein olympisches Stadion, in dem Disziplinen wie Orden reißen, Stoßen, Mariechen-Hochwurf und Standartenweitwurf ausgetragen wurden.
Der Ansager im Olympia-Stil sorgte für Heiterkeit und erinnerte viele Zuhörer an die Stimme von Micha Deutz’ Vorgänger Moritz Peters, der später die Karnevalisten mit den besten Wünschen in die närrischen Tage entließ:
„Auch in den nächsten Tagen stehen wichtige Entscheidungen an: Boomberger Zoch, Kinderzug, Rosenmontagszug. Wir wünschen eine schöne Olympiade und jecke Tage!“
Abschluss mit Dank und Traditionspflege
Bevor die bunt gekleideten Närrinnen und Narren das Rathaus in Richtung Straßenkarneval verließen, sorgte Stadtarchivarin Sonja Felten noch für einen emotionalen Akzent: In Monnemer Platt und komplett frei gesprochen dankte sie dem Verein Altstadt-Funken für die Überlassung wichtiger Zeitzeugen aus der über hundertjährigen Vereinsgeschichte und übergab das Archiv formell an die Stadtverwaltung.
Stimmungsvolles Finale trotz durchwachsenen Wetters
Auch der Nieselregen draußen konnte die ausgelassene Stimmung der hunderten Teilnehmenden am Rathaussturm nicht trüben. Die Begeisterung übertrug sich vom prall gefüllten Ratssaal bis auf die Straßen der Stadt. Nun bestimmt Prinz Karneval das Geschehen – zumindest bis Aschermittwoch.
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