Monheim macht Spielplätze inklusiver

Erstmals sind dort rollstuhlgerechte Spielgeräte freigegeben – für 200.000 Euro in Rheinbogen und Baumberg.

Monheim macht Spielplätze inklusiver
Bild zum Beitrag© Redaktionsteam Monheim am Rhein

In Monheim am Rhein sind erstmals rollstuhlgerechte Spielgeräte auf städtischen Spielplätzen freigegeben worden. Mit Karussell, Wippplatte, Handwippe und Kippelement setzt die Stadt nach eigenen Angaben ein weiteres Zeichen für mehr Inklusion im öffentlichen Raum. Die neuen Angebote sind im Landschaftspark Rheinbogen und im Bürgerpark Baumberg installiert worden.

Erste Geräte für Kinder und Jugendliche im Rollstuhl

Im Mittelpunkt der Einweihung stand ein Rollstuhlkarussell im Landschaftspark Rheinbogen. Dort konnte Lincoln mit seinem Rollstuhl auf die Plattform rollen, während seine Mutter den äußeren Flügel hinter ihm schloss. Über das Handrad setzte sich das Karussell anschließend in Bewegung.

Das Gerät gehört zu den ersten rollstuhlgerechten Spielangeboten, die nun auf den Spielplätzen im Stadtgebiet genutzt werden können. Ergänzt wird es im Landschaftspark Rheinbogen durch eine große Wippplatte. Bereits im Herbst waren im Bürgerpark Baumberg eine Handwippe und ein Kippelement installiert worden.

Inklusion als wichtiger Bestandteil der Stadtplanung

Nach Angaben der Stadt spielt Inklusion bei der Gestaltung neuer Spielflächen seit vielen Jahren eine besondere Rolle. Neue Spielbereiche werden demnach möglichst barrierearm gebaut. Dabei werden unterschiedliche Schwierigkeitsgrade für Motorik, Risiko und Selbsteinschätzung berücksichtigt. Hinzu kommen verschiedene Rückzugszonen.

Neu ist, dass nun Geräte vorhanden sind, die von Kindern im Rollstuhl selbstständig genutzt werden können. Bürgermeisterin Sonja Wienecke betonte dazu, es sei ihr wichtig, dass alle so viele Angebote wie möglich nutzen können. Besonders freue sie sich darüber, dass sich nun auch Kinder und Jugendliche mit ihren Rollstühlen auf den Spielplätzen ausprobieren könnten.

Standorte mit guter Erreichbarkeit

Für die rollstuhlgerechten Spielgeräte hat die Stadt insgesamt 200.000 Euro investiert. Die Standorte im Landschaftspark Rheinbogen und im Bürgerpark Baumberg wurden unter anderem deshalb gewählt, weil sie sowohl mit dem Auto als auch mit dem Bus gut angebunden sind. Auch die Flächen selbst sind für Kinder und Jugendliche im Rollstuhl gut erreichbar.

Landschaftspark Rheinbogen

Im Landschaftspark Rheinbogen befinden sich die Geräte direkt am Eingangsbereich des Spielplatzes. Das Rollstuhlkarussell ist von einem blauen Gummifallschutz umgeben und verfügt über eine integrierte Sicherheitsbremse. Es kann durch bis zu sechs Personen mit Sitz- oder drei Rollstuhlplätzen bewegt werden.

Die Wippplatte ermöglicht Rollstuhlfahrenden, längs oder quer zur Achse aufzufahren und dadurch unterschiedliche Kippmomente zu erleben.

Bürgerpark Baumberg

Im Bürgerpark Baumberg liegen die Geräte in der Nähe der Geschwister-Scholl-Straße, hinter der asphaltierten Spielfläche und den kleinen Toren mit Basketballkorb. Die Handwippe verfügt über breite Sitzflächen, sodass Kinder und Jugendliche im Rollstuhl sie gut anfahren und umsteigen können. Über Haltegriffe an den Sitzen können sich kleine und größere Kinder gemeinsam abwippen.

Daneben befindet sich ein Kippelement, das von beiden Seiten über eine Rampe befahren wird. Die Platte in der Mitte kippt je nach Gewichtsverlagerung auf die eine oder andere Seite. Nutzerinnen und Nutzer können sich beidseitig an einer Brüstung mit Handlauf festhalten.

Weitere barrierearme Angebote sind geplant

Der inklusive Zugang soll in Monheim am Rhein auch an weiteren Stellen ausgebaut werden. So wird das Klettergerüst erneuert und barrierearm angebunden. Das Karussell soll für eine bessere Erreichbarkeit auf Rasengittermatten gesetzt werden.

Darüber hinaus entstehen multifunktionale Calisthenics-Geräte mit Fitnessbank und Step-Up-Bank. Einige dieser Geräte sollen vom Rollstuhl aus nutzbar sein. Im Zuge der Umbaumaßnahmen erhält außerdem die benachbarte Skateanlage eine Rampe, damit auch Kinder und Jugendliche im Rollstuhl die Anlage nutzen können.

Die Eröffnung der umgestalteten Spielfläche an der Kapellenstraße ist im Sommer 2027 geplant.

Digitale Übersicht über alle Spielplätze

Wer sich einen Überblick über die Spielplätze verschaffen möchte, findet auf der städtischen Website eine interaktive Karte mit verschiedenen Filterfunktionen. Dort markieren kleine Sandeimer-Symbole alle Orte im Stadtgebiet, an denen Kinder und Jugendliche sich austoben können.

Die Karte bietet Möglichkeiten, den eigenen Standort anzeigen zu lassen oder über die Suche eine Straße, einen Stadtteil oder einen Spielplatz einzugeben. Außerdem lassen sich über Filter unter anderem Größe des Platzes, Alter der Zielgruppe, Stadtviertel, Kategorie, Wasserspielplatz, Sportfläche, Geräte sowie Ausstattung wie Sitzgruppen oder Fahrradständer auswählen.

Künftig soll es auch möglich sein, in der Karte gezielt nach rollstuhlgerechten Spielgeräten zu suchen.

Mit der neuen Ausstattung setzt die Stadt ihre Linie fort, Spielplätze und Freiräume schrittweise zugänglicher zu machen. Die Einweihung zeigt zugleich, dass Inklusion nicht nur als Planungsziel formuliert wird, sondern bereits in konkrete Angebote für den Alltag von Kindern und Jugendlichen übersetzt wird.

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